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Milliardenschweres Hilfspaket: Bush hilft Autobauern mit Notkrediten

Der scheidende US-Präsident George W. Bush hat eine seiner letzten großen Entscheidungen getroffen. Mit insgesamt 17,4 Milliarden Dollar sollen die taumelnden US-Autobauer vor dem Kollaps bewahrt werden. Sollte auch dies die Konzerne nicht retten, wäre ein "geordneter Bankrott" denkbar.

Die US-Autobauer erhalten eine Finanzspritze von 17,4 Milliarden Dollar. Das teilte ein hoher Regierungsbeamter am Freitag in Washington mit. Er sagte, 13,4 Milliarden an Notkrediten würden aus dem 700 Milliarden Dollar Rettungspaket für die Finanzbranche genommen. Die übrigen vier Milliarden kämen später dazu. Es gibt aber eine Bedingung: Die Unternehmen müssten bis Ende März ihr Fortbestehen sicherstellen, so die US-Regierung. Geschieht dies nicht, würden ihnen die Darlehen wieder entzogen.

Die US-Regierung hatte zuvor erwägt, auch einen "geordneten Bankrott" der notleidenden Autokonzernen in Erwägung zu ziehen, um eine Sanierung zu ermöglichen. Finanzminister Henry Paulson sagte in New York, ein solches Verfahren könnte die beste Option sein, die Konzerne vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

General Motors und Chrysler hatten erklärt, sie benötigten noch in diesem Jahr zusammen 14 Milliarden Dollar, um eine Zahlungsunfähigkeit in den nächsten Wochen abzuwenden. Der dritte große US-Autobauer Ford hält seine Finanzierung für 2009 für weitgehend gesichert. Die US-Autokonzerne sind durch massive Absatzeinbrüche in ernste Bedrängnis geraten.

Bei einem geordneten Konkursverfahren, das angesichts der Bedingung, an die die Notkredite gebunden sind, nicht ausgeschlossen ist, würden sich die Autofirmen unter Gläubigerschutz begeben. Sie könnten damit weiterproduzieren und unter gerichtlicher Aufsicht ihre Sanierung angehen. Die Autokonzerne hatten dies in der Vergangenheit stets abgelehnt. Ihr Argument: Die Verbraucher würden keine Autos von Herstellern im Insolvenzverfahren kaufen. Der scheidende US-Präsident George W. Bush nannte einen Konkurs ebenfalls ein möglichen Weg.

Wie die "Washington Post" schrieb, neige das Weiße Haus zu einer Insolvenz-Möglichkeit als Voraussetzung für ein milliardenschweres Notprogramm des Staates. Es gebe aber auch andere Optionen. Finanzminister Paulson suche nach Alternativen, eine solche Insolvenz nach US-Muster zu vermeiden. Zugleich habe Paulson aber betont, Ziel sei es, die längerfristige Überlebensfähigkeit der schwer angeschlagenen Industrie wiederherzustellen.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters