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Minimalismus-Selbstversuch: Ich habe mein Leben entrümpelt und dabei gelernt, worauf es wirklich ankommt

Die Dinge, die du besitzt, besitzen irgendwann dich, heißt es im Film "Fight Club". Unser Autor hielt das für Quatsch. Dann zog er um, verkaufte sein Auto und anderen Kram - und merkte, dass vieles leichter ist. Warum besitzen wir so viele Dinge, die wir gar nicht brauchen? Florian Zinnecker hat eine Antwort gefunden.

Von Florian Zinnecker

Getty Images

Der folgende Text stammt aus dem Magazins "Cord", das im Handel erhältlich ist.

Dann bis morgen, sagt der Fahrer, schlägt die Tür zum Laderaum zu und steigt hinters Steuer. , noch früh am Morgen, über eine Stunde haben zwei Umzugshelfer und ich damit verbracht, alles, was ich besitze, in einen Laster zu packen: Schrank, Bett, Sofa, Wäschetruhe, Vertiko, einen kleinen Schreibtisch, Lampen, Geschirr, 15 Regalmeter Bücher, Magazine, Klamotten, ein Klavier. Eine Woche hat es gedauert, das alles zu sortieren und einzupacken, dazu der Kleinkram aus dem Keller, "Fahrrad nicht vergessen!", ruft ein Nachbar, als er sich verabschiedet.

Der Laster biegt um die Ecke, ich laufe durch die Altbauwohnung, in der ich die vergangenen Jahre verbracht habe, die Sonne spiegelt sich auf dem Parkett. Irre, wie groß die Wohnung auf einmal ist. Alles ist weg. Alles außer einer Tasche mit einer Hose, zwei T-Shirts, einem Waschbeutel und zwei Büchern für die Zugfahrt. Über alles andere habe ich soeben die Kontrolle verloren - die Dinge, die mein Leben ausmachen, rollen gerade auf die A9, zumindest vermute ich das, ich habe nur die Handynummer des Fahrers und seine Zusicherung, dass er am nächsten Morgen um 8 Uhr vor der Haustür an der verabredeten Adresse in steht. Bis dahin: nur ich und eine Tasche mit dem Nötigsten. Ein unbeschreibliches Gefühl, unbeschreiblich gut.

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Kommt Zeit, kommt Unrat

Seit ein paar Jahren lernen dieses Gefühl immer mehr Leute kennen, viele haben Sehnsucht danach, einige sind beinahe süchtig. Und hätte ich geahnt, dass ich den Regeln des Minimalismus folgte, als ich in den Monaten vor dem Umzug beschloss, mein zu verkaufen, weil es mich eher beschwerte als beschleunigte, die Wohnzimmerlampe loszuwerden, die ich nur besaß, weil es sich irgendwie so ergeben hatte, meine alten Jeans zu spenden, die ich aufgehoben hatte, falls ich unerwartet extrem stark zu- oder abnehmen würde, und auch die Pastateller in meiner Küche - dann hätte ich die Finger davon gelassen.

, das klang für mich angestrengt und egoistisch, nach freiwilligem Nomadentum, einer falschen, unterkühlten Art von Coolness und diesem Zitat aus dem Film "Fight Club": "Die Dinge, die du besitzt, besitzen irgendwann dich". Was nicht mehr passt, fliegt raus, und zwar nicht nur Dinge, sondern auch Menschen, einfach nur weil man kann - das klang für mich nicht besonders nett. Ist es auch nicht. Es hat aber, und davon ahnte ich lange nichts, auch mit Minimalismus nichts zu tun.

Dem eigentlichen Leben auf der Spur

Der Papst der Minimalismusbewegung hat es als Schriftstel­ler zu einiger Berühmtheit gebracht: Henry David Thoreau, der 1854 für zwei Jahre, zwei Monate und zwei Tage in eine Hütte in einen Wald in Massachusetts zog, um dadurch "dem eigentlichen, wirklichen Leben" auf die Spur zu kommen - "damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte". Was ihm vorschwebte, war ein Leben, so hart und spartanisch wie nötig, ohne unnötig Verzicht zu üben. Danach schrieb er ein Buch, ge­richtet an "die Masse jener Menschen, die unzufrieden sind, die sich vergeblich über die Härte ihres Schicksals beklagen, während sie beides verbessern könnten", die "reiche und doch so unendlich arme Klasse jener Menschen, die Tand auf Tand häufen und nicht wissen, wie sie denselben loswerden können. Sie haben sich ihre eigenen goldenen oder silbernen Fesseln geschmiedet."

Die letzte CORD-Ausgabe erschien am 22. Mai. Hier können Sie alle Einzelhefte bestellen: https://aboshop.cord-magazin.de/einzelheft.html

Die letzte CORD-Ausgabe erschien am 22. Mai. Hier können Sie alle Einzelhefte bestellen: https://aboshop.cord-magazin.de/einzelheft.html

Eines der Probleme, von dem ich die meiste Zeit nichts ahnte, lag in einem Hängeschrank in der Küche, zweite Tür von rechts, mittleres Brett: die Pastateller, sechs Stück, weiß und rund und ein paar Zentimeter zu groß, um prak­tisch zu sein. Wenn man sie aufrecht in die Spülmaschine stellte, blockierten sie den Wasserspritzpropeller, und auch sonst blockierten sie eine Menge. Sie waren viel mehr als Teller, als Teller jedenfalls verwendeten wir sie so gut wie nie – wir, das waren ich und die Frau, mit der ich die Woh­nung, aus der ich nun auszog, lange geteilt hatte.

Die Teller lagen da als Mahnmal: der Abendessen mit Freunden in großer Runde am Küchentisch, zu denen es dann doch nie kam. Gut gekühlter Weißwein, dampfende Spaghetti in großen Schüsseln, eine Fantasie aus dem Ikea-Katalog, so würde es sein, das gute Leben. Machten wir aber nie. Behielten die Teller trotzdem, es gab ja nicht einmal ein "Trotzdem", denn wir waren sicher, bald würde es so einen Abend geben, spätestens beim nächsten Geburtstag.

Der Mini Cooper steht da wie ein Mahnmal meiner Italienreise, die es nie gab. Was soll ich mit einem Auto, das mich eher beschwert als beschleunigt?

Und auch als wir uns nicht mehr sicher waren, hofften wir es noch. Dann hofften wir noch kurz, dass wir es hofften, also: beide hofften. Und dann trennten wir uns. Nicht wegen der Teller, aber schon auch deshalb, weil wir das Leben, das jeder von uns sich erhoffte, nicht hinkriegten. Den Küchentisch nahm sie mit, die Teller behielt ich. Weg damit.

Auch der silberne Mini Cooper, der vor der Haustür stand, war so ein Mahnmal. Ich hatte ihn vor Jahren gebraucht gekauft, weil ich ihn für den Job brauchte, dann behielt ich ihn, weil ich es bequem und irgendwie verwegen fand, morgens im Auto an der roten Ampel zu frühstücken. Jetzt, in München, stand er vor meiner Haustür wie ein schlechtes Gewissen. Kostete Steuern, Versicherung, brauchte nach und nach all die neuen Sachen, die Autos brauchen, wenn sie zu lange stehen: neue Bremsen, neues Schaltgetriebe, neue Batterie, neue Ölwanne, neuen Auspuff. Aber ich wollte noch nach Italien damit, einmal wenigstens, es wäre doch blöd, das nicht gemacht zu haben, wo es doch gar nicht weit ist. Aber was soll ich mit einem Auto, das mich beschwert statt beschleunigt? Weg damit.

Und dann im Wohnzimmer, in der Küche, kleine Papierberge, Zeitungsstapel, Magazinstöße, über jedem hing mein stummes Versprechen an mich selbst: Lese ich noch. Jeder Stapel ein unerledigter Auftrag, ein nicht eingestandenes Scheitern. Einen dieser Stapel sah ich tatsächlich komplett durch, nach einem halben Jahr, es gab nichts, woran ich noch hängen blieb. Das wäre auch einfacher gegangen.

Minimalismus: Was nicht glücklich macht, kann weg

Das Genre, das Thoreau unwissentlich mit seinem ersten Minimalismusmanifest begründet hatte, boomt heute. Die Sehnsucht nach dem einfachen Leben ist groß, Aufräumratgeber sind die Schlüssel dazu. Eine der erfolgreichsten Autorinnen ist die japanische Ordnungstrainerin Marie Kondo und ihre Methode mittlerweile so etabliert, dass sich ihr Nachname dafür als Verb durchgesetzt hat – (to) kondo. Das geht so: Alle Gegenstände auf einen Haufen, dann muss sich jeder einzelne der Frage stellen: Macht es mich glück­lich, dieses Ding in der Hand zu haben? Wenn ja, bekommt der Gegenstand einen festen Platz; wenn nein, weg damit. Oder die Schwedin Margareta Magnusson, Erfinderin einer Methode, die klingt wie aus einer schrägen skandina­vischen Komödie: döstädning, Aufräumen für den Tod.

Spätestens mit 50, schreibt Magnusson, soll ich anfangen, mein Leben vom Ende her zu denken – und mich Stück für Stück von allem trennen, was denen, die nach meinem Tod meine Schränke ausräumen werden, das Leben nur unnötig schwer macht. Weil ohne diese Dinge höchstwahr­scheinlich auch mein Leben vor dem Tod leichter und besser wird. Die Botschaft der Ratgeber ist meist die gleiche: Überlege dir, was dir wichtig ist. Glücklich musst du selber sein, es braucht dazu nicht viel.

Wir laufen uns selbst hinterher

"Wir wissen, wer wir sind, wenn wir betrachten, was wir besitzen", schrieb der Existenzialist Jean-Paul Sartre. Aber vor allem sehen wir, wer und was wir gern sein wollen. Belesener Hobbykoch mit guter Plattensammlung. Gut informierter Bastler mit bestens bestücktem Geräteschup­pen. Freizeitsportler mit Angelausrüstung und Partykeller und geerbter Briefmarkensammlung. Wir verzetteln uns, laufen uns selbst hinterher und unseren Ansprüchen an uns selbst. Und werden immer unglücklicher, weil uns die vielen Sachen nicht nur Platz rauben, sondern uns täglich daran erinnern, was wir eigentlich vorhatten.

Und manch­mal kompensieren wir die schlechte Laune damit, dass wir noch mehr Sachen kaufen. So kam ich allmählich selbst darauf: Minimalismus, auch wenn ich es damals nicht so nannte, hat nichts damit zu tun, auszumisten oder mutwillig nur mit 100 Gegenständen zu leben. Nicht möglichst wenig besitzen, sondern das Richtige. Die Idee ist fast schon banal: auf die Dinge zu verzichten, die wir ohnehin nicht brauchen, mit denen wir uns aber trotzdem umgeben. Weil sie nun mal da sind. Nur für den Fall, dass. Könnte ja sein. Warum fällt es uns trotzdem so schwer? Eine mögliche Erklärung lautet: Weil es entlangführt an ein paar harten Fragen - und noch unangenehmeren Antworten.

Besitz wirkt wie Kokain

Eine dieser Fragen, vielleicht die wichtigste, steht auf der ersten Doppelseite des Buchs "Minimalism" von Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus: "Bist du wirklich glücklich?" Millburn und Nicodemus sind zwei Amerikaner Mitte 30, ihre Website theminimalists.com hat mehr als vier Millionen regelmäßige Leser, sie arbeiten als Coaches und Speaker, ihr Mission-Statement ist ihre eigene Geschichte. Es ist die Geschichte zweier bester Freunde Ende 20, beide hohe Tiere in einer Telekommunikationsfirma in Dayton, Ohio, mit sechsstelligem Jahresgehalt, teuren Klamotten und riesigen Häusern mit mehr Toiletten als Be­wohnern. Beide stammen aus zerrütteten Familien und aus einem Milieu, in denen Karrieren wie ihre selten vor­kommen.

Und sie erinnern sich an einen Satz, den Millburn zu Nicodemus sagte: "Wenn wir's schaffen, 50.000 Dollar im Jahr zu machen, haben wir's geschafft." Der Satz wurde ihr Motor. Als sie merkten, dass 50.000 nicht reichten, um glücklich zu sein, korrigierten sie die Zahl nach oben: 60.000. 100.000. Nichts half. Mit jeder Beförderung und jeder Prämie kam zwar eine kleine Portion Freude oder Glück, verschwand aber auch immer schneller wieder, was sie mit noch mehr Arbeit und noch mehr Belohnung kom­pensierten. War es das, worauf sie die ganze Zeit gewartet hatten? Sie brauchten mehr Stoff. "Das war wie ein Cocaine High", schreiben die beiden, immer mehr, immer stärker, immer kürzer der Effekt. Was blieb, waren Niedergeschla­genheit, Unzufriedenheit, ein Haufen Schulden. Und die Einsicht: So geht es nicht weiter.

Im Jahr 2009 stirbt Millburns Mutter an Lungenkrebs, im selben Monat verlässt ihn seine Frau, er bricht zusammen. Dann trifft er eine Entscheidung. Seine Mutter lebte 1000 Meilen entfernt in Florida, und als er ihre Wohnung ausräumen muss, beginnt er die Ausmaße des Themas, das ihn die nächsten Jahre beschäftigen wird, zu ahnen. Was braucht man für ein gutes Leben? Braucht man wirklich so viel?

Was er in der Wohnung seiner Mutter vorfand, war mehr als genug für zwei oder drei Wohnungen, die Reste von 64 Jahren Leben, geschmackvolle Möbel, Bilder, Kleinkram, aufgeladen mit Erinnerungen. "Also tat ich das, was jeder gute Sohn tun würde", schreibt Millburn. "Ich wollte alles behalten. Ich beauftragte einen Spediteur und mietete eine kleine Lagerfläche in Ohio. Jeder, der einen geliebten Men­schen verloren hat, weiß, wie hart es ist, irgendetwas wegzugeben. Ich wollte die Sachen bei mir haben, falls ich irgendwas brauchte, nur für den Fall." Für welchen Fall genau: keine Ahnung. Millburn begann, alles in Kisten zu packen, jeden Bilderrahmen, jede Porzellanfigur.

Wird das noch was? Mache ich das wirklich? Wem mache ich hier was vor? Alle Pläne, alle Träume im Stand-by-Modus zu halten frisst zu viel Energie

Dann schaute er unter ihr Bett. Und fand dort, säuberlich in Kisten verpackt, seine alten Schulsachen. Jedes einzelne Heft, jede Schreibübung aus der ersten bis vierten Klasse - sie hatte all das all die Jahre aufgehoben, um ein Stück Vergangenheit zu konservieren, aber offenbar kein einziges Mal angerührt. "In diesem Moment erkannte ich: Ich machte dasselbe, und es war ebenso zwecklos. Sie brauchte, um sich an mich zu erinnern, keine 25 Jahre alten Schulhefte, und ich brauche keine Selfstorage-Box voller Sachen, um mich an sie zu erinnern." Also bestellte Millburn den Spediteur wieder ab, spendete die Sachen und schrieb die Lektion, die er dabei gelernt hatte, auf: "Wir sind nicht der Kram, den wir besitzen. Unsere Erinnerun­gen liegen in uns und nicht in irgendwelchen Sachen. Die belasten uns nur, auch mental und emotional, und es ist befreiend, sie gehen zu lassen."

Weg mit dem ungelebten Leben

Minimalismus funktioniert nur unter einer Bedingung: dem Vertrauen darauf, nur mit den nötigsten Dingen auszukommen, und alles auszublenden, was passieren könnte oder hätte passieren sollen, aber nicht passiert ist. Dafür gibt es ein Wort: Sorglosigkeit. Nicht im Sinne von Leicht­sinn, sondern als begründetes Vertrauen darauf, dass alles schon irgendwie gut werden wird, anders gesagt: Selbstvertrauen. Wer sich von überflüssigen Dingen trennt, trennt sich in allererster Linie vom "Hätte", "Wäre" und "Wenn". Wird das noch was? Mache ich das wirklich? Wem mache ich hier was vor? Alle Gegenstände, alle Pläne, alle Träume auf Stand-by zu halten, das frisst zu viel Energie. Es gibt ein Gedicht von Erich Fried, das von genau diesem Gedanken handelt. "Kleines Beispiel" heißt es, und als ich es las, fühlte ich mich seltsam ertappt.

Auch ungelebtes Leben geht zu Ende

Zwar vielleicht langsamer wie eine Batterie

in einer Taschenlampe die keiner benutzt

Aber das hilft nicht viel:

Wenn man (sagen wir einmal)

diese Taschenlampe

nach soundso vielen Jahren anknipsen will

kommt kein Atemzug Licht mehr heraus

und wenn du sie aufmachst

findest du nur deine Knochen

und falls du Pech hast auch diese

schon ganz zerfressen

Da hättest du genauso gut

leuchten können.

Es gibt eben nur diese zwei Möglichkeiten: Leuchten oder nicht leuchten. Jetzt nur ein bisschen, dann vielleicht später irgendwann richtig, und das immer im irrsinnigen Glauben, man könnte ja jederzeit: Das sät Frust. Und Frust ist nur ein anderes Wort für Unglück. "Minimalismus ist ein Mittel, um Freiheit zu gewinnen", schreiben Millburn und Nicodemus. "Ein Minimalist kann ein Auto besitzen und ein Haus und kann Kinder haben und Karriere machen. Minimalismus sieht bei jedem Menschen anders aus, denn es geht darum, herauszufinden: Was ist wesentlich für dich?" Jeder Gegen­stand, der dein Leben nicht bereichert, ist Platz-und Geld­verschwendung, ein Fehler, der sich aber korrigieren lässt. "Minimalismus ist ein Werkzeug. Es gibt keine Regeln, es geht nur darum, die unnötigen Dinge in deinem Leben wegzulas­sen und sich darauf zu konzentrieren, was wirklich zählt."

Die große Freiheit zur Miete

Am nächsten Morgen um 8 Uhr steht der Umzugslaster vor der neuen Wohnung in Hamburg. Ein grauer Tag, in der Nacht hat es geregnet, die Luft riecht wie neu. Ich hole Kaffee vom Bäcker um die Ecke, dann laden wir aus: Bett, Schrank, Wäschetruhe, den kleinen Schreibtisch. Eine alte Weinkiste als Bücherregal. Klamotten. Ende. Ach ja, das Fahrrad. Den Rest schafft die Spedition in eine Selfstorage-Kammer in einer Lagerhalle in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs.

Meine neue Freiheit ist erst mal eine Freiheit auf Probe - und nur gemietet, sie kostet 119 Euro pro Monat - für 6 Quadratmeter, 3 Meter hohe Wände. 18 Kubikmeter Platz für das Gestern und das Vielleicht-Morgen. Das Klavier, das Sofa, die Bücher, das Vertiko. Die Kammer ist etwa halb voll. Was ich mit den Sachen mache, die hier lagern, überlege ich mir später. Jetzt will ich zunächst einmal ausprobie­ren, was ich ohne sie alles machen kann.

Nach einer knappen Stunde ist alles ausgeladen, ich gebe dem Fahrer Trinkgeld, danke, sagt er, und setzt an zu einer Frage, von der er nicht ahnt, dass es die entscheidende ist. Haben Sie alles, was Sie brauchen?

Ich nicke und sage: Ja, danke. Jetzt schon.

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