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Respektloses Verhalten: Mutter beleidigt Fleischerei-Fachverkäuferin - dem Edeka-Chef platzt auf Facebook der Kragen

Eine Mutter steht mit ihrem Kind an der Edeka-Fleischtheke und zeigt auf die Verkäuferin: "Wenn du weiterhin nichts für die Schule lernst, dann stehst du auch mal dort hinten!" Nun äußerte sich der Chef zu der respektlosen Geste und machte seinem Ärger auf Facebook Luft. Dafür erhielt er viel Zustimmung.

Eine Kundin beleidigte die Fachverkäuferin an der Fleischtheke (Symbolbild)

Eine Kundin beleidigte die Fachverkäuferin an der Fleischtheke (Symbolbild)

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Ob Hotline-Mitarbeiterin oder Kassierer, Schaffner oder Barkeeperin: Wohl jeder Service-Mitarbeiter kann ein Lied davon singen, dass der Kunde zwar König ist, sich aber nicht immer wie einer verhält. Der Ton ist oft rau, schon beim kleinsten Anlass wird gepöbelt und geschimpft. Häufig machen die Angestellten gute Miene zum bösen Spiel und ertragen die Schmach, auch wenn sie gar nichts für die Situation können.

Umso bemerkenswerter ist daher die Reaktion eines Supermarktes aus dem oberfränkischen Lichtenfels. Der Geschäftsführer Christian Werner hatte es satt, dass seine Mitarbeiter beleidigt werden und wendete sich auf Facebook mit einem Statement an eine Kundin: "Dieser Post geht an die junge Mutter, welche heute vor unserer Fleischtheke mit dem Finger auf die Verkäuferin gezeigt hat und zu ihrem Kind sagte: 'Wenn du weiterhin nichts für die Schule lernst, dann stehst du auch mal dort hinten!' Dem können wir nicht zustimmen! Wenn Ihr Kind weiterhin nichts lernt, dann steht es in der Schlange am Arbeitsamt!"

"Einen Abschluss in Menschlichkeit erhält Ihr Kind nicht in der Schule"

Weiter schrieb Werner, dass in den Edeka-Filialen nur "gut ausgebildete Fachkräfte, mit Schulabschluss, und abgeschlossener Berufsausbildung" arbeiten würden, viele mit mittlerer Reife, einige sogar mit Abitur. Dann wurde er wieder direkt: "Solange Menschen wie Sie mit dem Finger auf Menschen wie uns zeigen, macht es auch keinen Sinn, Ihnen zu erklären, dass ein Meistertitel so viel Wert ist wie ein Studium, und eine duale Ausbildung weltweit mehr zählt als ein Abitur."

Zum Schluss gibt er der wenig feinfühligen Kundin noch einen persönlichen Rat: "Einen Abschluss in Empathie und Menschlichkeit, Respekt und Wertschätzung erhält Ihr Kind nicht in der Schule - aber das erledigen wir später gerne für Sie. Falls Ihr Kind doch den Abschluss schafft. Und mit etwas Glück vielleicht dann doch hinter unserer Fleischtheke steht und eine Ausbildung macht. Und Menschen wie Sie dann trotzdem mit einem Lächeln bedient. Da es gelernt hat, dass jeder Mensch Respekt verdient hat. Auch wenn es manchmal etwas schwerer fällt!"

Der Edeka-Chef bekommt viel Lob

In den Kommentaren kommt das unverblümte Statement gut an. "Ein Hoch auf den Chef, der so hinter und für seine Mitarbeiter steht. Da könnten sich andere Chefs eine riesengroße Scheibe abschneiden", heißt es in einem Kommentar. Eine andere Nutzerin schreibt: "Meinen Respekt an alle Verkäuferinnen, die sich jeden Tag für uns alle einsetzen."

Dass Eltern immer das Beste für ihre Kinder wollen, dürfte jeder verstehen. Doch nie sollte aus den Augen verloren werden, worauf es wirklich ankommt: "Die Kinder solcher Eltern können einem nur leidtun. Egal ob mein Kind hinter einer Fleischtheke steht oder in einem Büro sitzt, Hauptsache mein Kind ist glücklich mit dem, was es macht", kommentiert eine Nutzerin.

Edeka-Geschäftsführer Christian Werner erklärte gegenüber dem Portal "inFranken.de", dass es ihm gar nicht um die einzelne Äußerung der Kundin ging. Vielmehr wollte er auf den mangelnden Respekt gegenüber seinen Mitarbeitern aufmerksam machen. "Dass Kunden ausfallend werden nimmt verstärkt zu", erklärte er.

Es ist nicht der erste Fall dieser Art. Erst vor wenigen Tagen kündigte ein Edeka-Markt im Landkreis des niedersächsischen Gifhorn an, unfreundliche Kunden, die Mitarbeiter beleidigen, von nun an des Hauses zu verweisen oder anzuzeigen. Erfahren Sie hier mehr über die Hintergründe.

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