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Ginnie Springs: Nestlé will täglich Millionen Liter Wasser in Florida abpumpen – Umweltschützer protestieren

Erneut erntet Nestlé für seine Pläne zur Wassergewinnung scharfe Kritik. Der Konzern will in Florida jeden Tag Millionen Liter aus Lagunen in Florida abpumpen. Umweltschützer sorgen sich um das Ökosystem. 

Ginnie Springs

Die Lagune Ginnie Springs in Florida

Getty Images

Seit Jahren steht das Unternehmen Nestlé schon für seine Geschäftspraktiken in der Kritik. Der Schweizer Konzern verkauft unter anderem Cornflakes, Süßigkeiten und Getränke. Besonders Nestlés Vorgehen bei der Wassergewinnung sorgt immer wieder für Proteste. Seit kurzem machen Umwelt- und Verbraucherschützer gegen Pläne von Nestlé in Florida mobil.

Dort will Nestlé aus den Lagunen und Quellen im Park Ginnie Springs, der nahe des Santa Fe River liegt, täglich mehrere Millionen Liter Wasser abpumpen, um diese dann als Trinkwasser in den Verkauf zu bringen. Wie der "Guardian" berichtet, hat der Konzern einen entsprechenden Antrag beim verantwortlichen Suwannee River Water Management gestellt. Umweltschützer und Anwohner fürchten, dass dadurch das Ökosystem des Santa Fe Rivers schweren Schaden nehmen würde.

Umweltschützer befürchten Schäden für bedrohte Arten

Mehr als vier Millionen Liter möchte Nestlé täglich aus den Quellen abpumpen. Gegner werfen dem Konzern vor, das Wasser zu einem relativ günstigen Preis zu kaufen und es dann in Flaschen teuer an die Gesellschaft zurückverkaufen zu wollen – ohne dabei auf mögliche Auswirkungen auf die Umwelt zu achten. Wieviel Geld Nestlé für die Erlaubnis bietet, ist nicht bekannt. Im Januar hat das Schweizer Unternehmen bereits in einem nahegelegenen Ort eine Fabrik gekauft, in der das Wasser in Flaschen abgefüllt werden soll.

In einer Petition an das Management, das letztlich die Entscheidung über den Nestlé-Antrag entscheidet, legen Umweltschützer dar, dass das Ökosystem im Santa Fe River schwer darunter zu leiden hätte. Die Wasserentnahme würde "höchstwahrscheinlich die bedrohten Arten schädigen" und zudem für Wassertiefstände im Fluss sorgen. Das Unternehmen, das bisher die Lizenz inne hatte, habe nie mehr als eine Million Liter Wasser am Tag abgepumpt, berichtet das US-Magazin "Newsweek".

Nestlé verspricht Nachhaltigkeit

"Jedes bisschen gesundes Süßwasser, das aus unserem Grundwasser fließt, ist notwendig, um unsere Ökosysteme intakt zu halten, damit es eine Fülle von Fischen, Reptilien, Mikroorganismen und Wasservögeln gibt", sagte Umweltschützerin Merrillee Malwitz-Jipson von der Santa Fe River Incorporation, die sich für den Schutz des Flusses einsetzt, zu "Newsweek". "Es ist nicht möglich, Millionen Liter Wasser zu entnehmen und keine Auswirkungen zu haben." 

Nestlé spricht von "Missverständnissen" bezüglich der Pläne. Man bediene sich keineswegs an öffentlichen Wasserbeständen, sondern kaufen von einer privaten Firma die Erlaubnis, das Wasser zu nutzen. Dabei werde sich Nestlé "immer streng an die in der Erlaubnis gesetzten Grenzen" halten, sagte ein Sprecher dem "Guardian". Nachhaltigkeit habe für das Unternehmen einen hohen Stellenwert: "Es würde keinen Sinn ergeben, Millionen von Dollar zu investieren, nur um die natürlich Ressourcen auszubeuten, auf denen unser Geschäftsmodell basiert." Eine Entscheidung soll im November fallen.

Quellen: Petition auf change.org / "Guardian" / "Our Santa Fe River" / "Newsweek"