HOME

Panne: Sixt eckt erneut mit Werbung an

Deutschlands größter Autovermieter Sixt hat ein neues Werbemotiv zurückgezogen, das auf den Personal- und Materialmangel der Bundeswehr anspielt. Nicht zum ersten Mal: Seit Jahren ist es Firmen-Strategie, mit provokanter Werbung aufzufallen.

"Nachdem die Nachricht von den toten Soldaten in Afghanistan aufkam, haben wir entschieden, dass im Moment die falsche Zeit für eine solche Anzeigenserie ist", sagte ein Sixt-Sprecher. Für den "Spiegel" und die "Welt am Sonntag" kam dieser Entschluss zu spät. In deren aktuellen Ausgaben ist die Sixt-Bundeswehranzeige erschienen. Entworfen hatte das Bundeswehrmotiv die Hamburger Agentur Jung von Matt, eine der größten und bekanntesten Werbeschmieden Deutschlands.

"Es gibt bestimmte Themengebiete, bei denen geht man zwangsläufig ein hohes Risiko ein", sagte Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft und Marketing an der Fachhochschule Gelsenkirchen. "Dazu gehört auch die Bundeswehr." Es bestehe in diesem Fall immer die Gefahr, dass durch Ereignisse wie etwa den Tod von Soldaten Werbung makaber und geschmacklos werde. "Die Unternehmen stehen jedes Mal vor der Frage, ob sie sichere und mitunter langweilige Pfade gehen, oder das Risiko auf sich nehmen, ins Fettnäpfchen zu treten", sagte Dudenhöffer. "Sixt ist bekannt dafür, dass der Konzern sehr aggressiv wirbt."

"Guerillastrategie"

Marketingexperten bezeichnen die Werbeaktionen des Münchner Autovermieters als "Guerillastrategie". Gemeint sind damit provokante, unkonventionelle Kampagnen, die mit geringem Mitteleinsatz eine möglichst hohe Wirkung erzielen. Abmahnungen werden dabei nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern sind teils sogar erwünscht, um noch mehr ins öffentliche Blickfeld zu rücken.

Der Sixt-Konzern greift bei seinen Kampagnen gerne auf Politiker zurück. "Den höchsten Grad an Aufmerksamkeit hatten wir wohl mit dem Angela-Merkel-Motiv", sagte der Sixt-Sprecher. 2002 hatte die Agentur Jung von Matt der CDU-Politikerin für eine Cabriowerbung eine Sturmfrisur verpasst. Mittlerweile zahlen Fans des Motivs bei Ebay bis zu 400 Euro für ein Plakat.

Werbung mit Merkel und Lafontaine

Zu den bekanntesten Kampagnen des Konzerns zählt auch die Anzeige mit Oscar Lafontaine aus dem Jahr 1999 - vor allem deshalb, weil der damalige Finanzminister gegen den Autovermieter vor Gericht zog und 100.000 Euro Schadensersatz verlangte. Er sah seine Persönlichkeitsrechte verletzt. Auf der Sixt-Werbung waren Portraitaufnahmen der Mitglieder des damaligen rot-grünen Kabinetts zu sehen - das Foto Lafontaines war durchgestrichen. Darunter stand: "Sixt verleast auch Autos für Mitarbeiter in der Probezeit". 2004 wurde Sixt zwar vom Oberlandesgericht Hamburg verurteilt, zwei Jahre später hob der Bundesgerichtshof das Urteil jedoch wieder auf und wies die Klage des Politikers zurück.

"Sixt orientiert sich an einem sehr klaren und einfachen Konzept", sagte Dudenhöffer. "Man sieht ein Auto und einen frechen Spruch. Damit erreicht das Unternehmen einen sehr hohen Erinnerungswert." Das wirke auf die Verbraucher. Da könne man den Tritt ins Fettnäpfchen, wie im Falle des Bundeswehrmotivs, schon einmal verkraften.

Von Katrin Elger und Gerhard Hegmann / FTD
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.