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Prozess wegen Marktmanipulation: Warum Wendelin Wiedeking die Staatsanwaltschaft angreift

Mit breiter Brust präsentierte sich der ehemalige Porsche-Topmanager Wendelin Wiedeking vor Gericht. Er inszeniert sich als Hauptdarsteller - und attackiert die Staatsanwaltschaft scharf. 

Wendelin Wiedeking (l.) und Holger Härter (r.) vor Gericht. 

Wendelin Wiedeking (l.) und Holger Härter (r.) vor Gericht. 

Als Wendelin Wiedeking um 8.51 Uhr den nüchternen Sitzungssaal 1 des Stuttgarter Landgerichts betritt, versucht er, Selbstsicherheit auszustrahlen: Er schreitet forsch durch die Zuschauer, grüßt mit lauter Stimme in die Runde und strebt schnell zu seinem Platz in der ersten Reihe, direkt vor dem Richtertisch. Fast kann man den Eindruck bekommen, er genieße seinen Auftritt. Auch wenn der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Porsche AG hier als Angeklagter sitzt, auf blauen Standard-Bürostühlen und unter Wasserflecken an der von Neonlicht angestrahlten Decke. Wiedeking ist auf der Suche nach seiner alten Aura.

Es geht laut Anklage um Marktmanipulationen im Zuge der versuchten Übernahme der Volkswagen AG durch Porsche im Jahr 2008. Durch falsche Presseveröffentlichungen sollen die Absichten der Firma verschleiert und Anleger getäuscht worden sein. Das Strafmaß dafür ist überschaubar, vermutlich käme eine Geldstrafe in Frage. Aber etliche Zivilprozesse wegen Schadensersatz laufen gegen Porsche und der Ausgang des Strafprozesses könnte ihren Ausgang ebenfalls beeinflussen.

Das Federn ist verschwunden

Wendelin Wiedeking ist in den sieben Jahren seit 2008 grau geworden. Und etwas fülliger als früher. Der Anzug spannt ein wenig, wenn er sich bewegt und das Federn, dass ihn früher oft begleitete, ist verschwunden. Aber auch aus einiger Entfernung hört man seine Stimme noch deutlich heraus: "Na, habt ihr noch Plätze gefunden", witzelt er mit Holger Härter, als der mit seinen Anwälten eine Reihe hinter ihm Platz nimmt. Es ist klar, wer hier die Hauptrolle beansprucht.

Härter, der ehemalige Finanzvorstand, galt als der Kopf hinter den komplexen Finanztransaktionen, mit denen Porsche versucht hat, sich die Mehrheit an Volkswagen zu sichern. Am Ende scheiterten sie im Zuge der Finanzkrise. Volkswagen kaufte schließlich die Autoproduktion von Porsche und rettete so das Unternehmen vor der Zahlungsunfähigkeit. Die Eigentümerfamilien Porsche und Piech endeten mit gut 50 Prozent an Europas größtem Autobauer.

Der Prozess des Jahres

Der Prozess ist einer der wichtigsten Wirtschaftsprozesse des Jahres. Kamerateams und Fotografen drängen sich an der Absperrung, der Zugang zum Gerichtssaal war beschränkt. Doch ob die 26 angesetzten Verhandlungstage überhaupt gebraucht werden, ist längst nicht sicher, denn die beiden Angeklagten wollen reden: Gleich nach Verlesung der Anklage durch die Staatsanwälte Aniello Ambrosio und Heiko Wagenfeld schildern sie dem Vorsitzenden Richter Frank Maurer ihre Sicht auf die weit zurück liegenden Ereignisse. Es werden lange Statements, angereichert mit vielen Zahlen und Daten.

Doch sofort ist klar, wie sich Wiedeking und Härter verteidigen wollen: Mit einem Frontalangriff auf die Anklageschrift. "Die Vorwürfe treffen ausnahmslos nicht zu", beginnt Wiedeking die Verlesung seines vorbereiteten Statements. Der Vorwurf, es habe früh einen geheimen Plan gegeben, Volkswagen zu übernehmen, sei "abwegig". Die Anklage sei eine "absurde Verschwörungstheorie" und "der verzweifelte Versuch der Staatsanwaltschaft, etwas strafbares zu finden". Er gipfelt in dem Vorwurf, die Verdachtskonstruktion diene dazu, Hedgefonds, die sich einst verzockt hatten, eine Klagemöglichkeit zu eröffnen. Damit leiste die Staatsanwaltschaft Schuldigen der Finanzkrise "Schützenhilfe".

Aufregung bei Staatsanwälten und Verteidigern

Harter Tobak. Als Wiedekings Anwalt Walther Graf die Anwürfe wiederholt, wird es Staatsanwalt Wagenfeld zu bunt. Er unterbricht den Verteidiger mitten im Satz – eher ungewöhnlich für die Staatsanwaltschaft – um klarzustellen, dass die Anklage schließlich angenommen worden sei. Und deswegen sei sie aus seiner Sicht auch nicht so abwegig. Das löste kurze Aufwallungen bei den fünf namhaften Strafverteidigern der beiden Beklagten aus. Doch das blieb der einzige Aufreger des Tages.

Das dürfte auch daran gelegen haben, dass niemand die Interessen von Ferdinand Piech vertrat. Der Porsche Erbe, langjährige Volkswagen-Chef und Multi-Aufsichtsrat hatte in den Aussagen der Angeklagten eine Hauptrolle. Wiedeking und Härter betonten, wie lange dieser sich als Porsche-Aufsichtsrat gegen eine massive Beteiligung an Volkswagen gesträubt hatte. Wiedeking zitierte Piech mit den Worten, er lasse sich sein Lebenswerk (gemeint war Volkswagen) nicht von einem angestellten Manager (gemeint war Wiedeking) kaputt machen. Dieser Satz erzürnt Wiedeking offensichtlich noch heute.

Künftig keine Äußerungen mehr

Noch immer scheint er Piech in herzlicher Abneigung verbunden und lud durch: "Die Staatsanwaltschaft hält es ernsthaft für möglich, dass ich mich trotz seiner öffentlich geäußerten Haltung mit Ferdinand Piech verschworen haben soll. Verschworen VW heimlich zu übernehmen, Vorstands- und Aufsichtsratsprotokolle zu manipulieren und den Kapitalmarkt systematisch zu täuschen! Diese Unterstellung ist für mich eine intellektuelle Zumutung." Das ging vor allem in Richtung Staatsanwaltschaft. Doch Wiedeking fügte hinzu: "Die mir unterstellte Nähe zu Piech schmerzt mich richtig."

Eigentlich schade, dass beide Angeklagte angekündigt haben, sich im weiteren Verfahren nicht mehr äußern zu wollen.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.