Schlechte Zahlen Finanzkrise erwischt US-Arbeitsmarkt

Die US-amerikanische Wirtschaftskrise ist auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Im März wurden 80.000 Jobs abgebaut - vor allem im Bausektor und im verarbeitenden Gewerbe. Die Börsen reagierten prompt.

Trübe Zeiten auf dem US-amerikanischen Arbeitsmarkt: Die größte Volkswirtschaft der Welt verlor im März angesichts der Konjunkturflaute 80.000 Jobs, teilte das Arbeitsministerium in Washington mit. Die Arbeitslosenquote stieg auf 5,1 Prozent von 4,8 Prozent im Vormonat. Es ist der dritte Monat mit Jobverlusten in Folge, das hatte es zuletzt im Frühjahr 2003 gegeben. Seit Januar büßten die USA insgesamt 232.000 Arbeitsplätze ein, hieß es weiter.

"Das passt zu anderen Konjunkturdaten, die anzeigen, dass sich die USA vermutlich schon in einer Rezession befinden" sagte Carsten Klude, Chefvolkswirt bei MM Warburg. Die Jobverluste sind härter als erwartet, Ökonomen hatten ein Minus von 50.000 Arbeitsplätzen vorausgesagt. Außerdem revidierte das US-Arbeitsministerium auch noch das Minus des Vormonats nach oben auf 76.000. Die größten Verluste gab es den Angaben zufolge erneut im Bausektor und im verarbeitenden Gewerbe. Im Gesundheitswesen, im Bergbau und in der Nahrungsmittelindustrie habe sich der Aufwärtstrend hingegen fortgesetzt, teilte das Ministerium mit.

"Die US-Unternehmen bauen Beschäftigung ab. Damit ist die Wirtschaftsschwäche am Arbeitsmarkt angekommen. Das ist ein Belastungsfaktor für den Konsum und sollte eine Basis für weitere Zinssenkungen bilden", sagte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist zentral für die Konsumausgaben, die wiederum gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA ausmachen.

Dax und Dow Jones verbuchen Verluste

Nach der Veröffentlichung der US-amerikanischen Zahlen haben die deutschen Aktienindizes einen Teil ihrer Kursgewinne abgegeben. Der Dax ist kurzzeitig in die Verlustzone gerutscht, verlor über ein halbes Prozent und notierte anschließend bei 6746 Punkten. Der Euro stieg um einen halben Cent auf 1,5750 Dollar. Der Dow Jones eröffnete mit 12.568 Punkten, im Vergleich zum Vortagesschluss ein Minus von 0,45 Prozent.

Marktstratege Hans-Jürgen Delp von der Commerzbank stufte die Daten zwar als leichte Enttäuschung ein. «Die Marktreaktion fällt aber angesichts der zuletzt extrem aufgehellten Stimmung nur moderat aus», so der Experte. Zum positiven Umfeld hätten Aussagen des US-Notenbankpräsidenten Ben Bernanke vom Vortag beigetragen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte gerarde erst ein düsteres Bild der US-Wirtschaft gezeichnet. Das Wachstum sei derzeit praktisch zum Stillstand gekommen und werde auch über die kommenden Quartale hinweg angesichts der Immobilien- und Kreditkrise schwach bleiben, sagte IWF-Chefökonom Simon Johnson. Medienberichten zufolge schraubte der Fonds seine US-Wachstumsprognose für 2008 massiv um einen ganzen Prozentpunkt auf 0,5 Prozent zurück.

DPA/Reuters DPA Reuters

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