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Milliarden-Bewertung: Software-Riese Teamviewer: Weltmarktführer aus der Provinz

Das Silicon Valley hat Facebook, Google und viele weitere IT-Größen. Göppingen hat Teamviewer. Damit spielt die schwäbische Kleinstadt vielleicht nicht direkt in der gleichen Liga, die Softwarefirma Teamviewer allerdings kann sich mit den großen Playern messen.  

Wo früher Sparverträge abgeschlossen wurden, sitzt heute einer der größten Softwarehersteller der Republik - im ehemaligen Sitz der Kreissparkasse Göppingen. Die Fernwartungssoftware "Teamviewer" ist nach Unternehmensangaben in über 30 Sprachen verfügbar und auf 400 Millionen Geräten aktiv. Das Unternehmen wird mittlerweile mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet.

Mit Teamviewer können sich EDV-Experten oder Kollegen auf einen fremden Computer schalten und Probleme beheben. Die schwäbische Software ist weltweiter Standard in der Fernwartung geworden. Damit lassen sich nach Angaben des Konzerns auch Schneekanonen fernsteuern, Fischfarmen oder Windräder.

Mehr als eine Milliarde Mal installiert

Geschäftsführer Andreas König ist ein Zahlenfan - und strotzt vor Selbstbewusstsein. "Wo andere über Tausende reden, reden wir gleich von Millionen", sagt er. Weit mehr als eine Milliarde Mal installiert, 10 Millionen Downloads pro Monat, täglich 750 000 neue Lizenzen, rattert er die Bilanz herunter. "Wir sind ein brutal von Zahlen getriebenes Unternehmen. "Brutal", das Wort nutzt König gern. Genauso wie Usability, Geschwindigkeit, Innovation. "Wir haben Zahlen, dass einem schwindlig wird", sagt er.

Sonst tummeln sich die Einhörner der Software-Branche wie Google in den USA. König betrachtet seine Firma aber als ebenbürtiges Mitglied im Milliarden-Club. "Wir spielen in der Größenordnung von Twitter und Ähnlichem", sagt König. Er fühlt sich wohl im ehemaligen Sparkassengebäude in Göppingen. "Es hat ein spezielles Flair", sagt er. Auf seinem Schreibtisch steht ein kleines Hirnmodell aus Plastik, auf dem Tisch liegt eine schwäbische Butterbrezel.

Teamviewer wuchs abseits der Start Up-Städte

Hier testen sie Alpha- und Beta-Versionen der Software, betreuen die Kunden. Knallbunte Wände trennen die Arbeitsplätze, Konferenzräume sind im Stil von Hipsterkneipen mit Sesseln und Tapeten geschmückt oder ganz im Stil des Actionfilms Matrix gestaltet. Auf dem "Sales Floor" sprechen aufgeregte Stimmen in verschiedenen Sprachen in Telefonhörer. An jedem Tisch hängt eine Flagge. 50 verschiedene Nationalitäten sind bei Teamviewer zuhause.

Das Geschäft der deutschen Softwareanbieter wuchs nach Angaben des Branchenverbands Bitkom 2016 um 6,2 Prozent auf 21,6 Milliarden Euro. Neben SAP, der Software AG und Teamviewer gebe es viele kleine, die man nicht sehe. Besonders der Kampf um Talente sei ein Problem der Branche. In Städten wie Hamburg oder München kämen viele Start-ups, Programmierer und Kapitalgeber auf einem Fleck zusammen. Umso bemerkenswerter sei das Wachstum von Teamviewer in der Provinz. "Das war nicht die hippe Berlin-Gründung, sondern eher ein in Standort, der nicht so im Fokus steht", sagt Bitkom-Experte Christian Rietz.

Gründer Tilo Rossmanith wollte sich Wege sparen

Vielleicht gerade durch die schwäbische Abgeschiedenheit wurde aus Teamviewer ein "Hidden Champion". Inhaber Tilo Rossmanith gründete die Firma 2005, weil er sich mit der Software weite Wege zu Kunden sparen wollte. "Er musste jedes Mal zum Installieren der Software hin, das war zu teuer", erklärt König. Dann setzte sich ein "unglaublicher viraler Effekt" in Gang. König kam im Mai 2015 mit der Übernahme von Teamviewer durch den Finanzinvestor Permira an Bord.

Im Frühjahr setzten dem Konzern indes Berichte zu, dass Hacker Computer über Teamviewer übernehmen und so Konten beim Zahldienst Paypal leerräumen. "Jede Fernwartungssoftware bringt auch ein Risiko mit sich", erklärt Experte Raj Samani vom Sicherheitsdienst Intel Security. "Wir haben viele Angriffe gesehen, wo Leute den Schirm kontrollieren wollten." Die Passwörter stammten damals aber aus einem anderen Datenleck. Geschäftsführer König bestreitet eine Sicherheitslücke. Nutzer seien sorglos mit Kontozugangsdaten umgegangen, sagt er.

Vor kurzem kam die zwölfte Version der Software in einer Beta-Version heraus. Sie soll auf mehr Plattformen und Betriebssystemen einsetzbar sein. Administratoren können nun mit einem Mausklick Teamviewer auf tausenden Rechnern gleichzeitig installieren. Besonders die Nutzung mobiler Endgeräte beflügelt das Geschäft. Und was hat das Beteiligungsunternehmen Permira vor? Börsengang? Verkauf? "Sie haben eine Verpflichtung, die Firma langfristig zu entwickeln", sagt König.

sve / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.