US-Autoindustrie Chrysler und General Motors zu Fusion bereit


Wie schlimm ist die Lage bei den amerikanischen Autobauern wirklich? Offenbar sehr schlimm, denn Chrysler und General Motors sind wieder zu einer Fusion bereit, nachdem die Pläne im Oktober bereits auf Eis gelegt worden waren. Mit der Fusion wollen die Autobauer an Gelder aus dem staatlichen Hilfspaket kommen.

Die US-Autobauer General Motors (GM) und Chrysler würden auf Wunsch des US-Kongresses fusionieren. Man würde dem Zusammenschluss mit GM zustimmen, wenn man im Gegenzug staatliche Finanzhilfen bekomme, sagte Chrysler-Chef Robert Nardelli am Donnerstag in der Anhörung vor dem Kongress in Washington.

GM-Chef Rick Wagoner erklärte, durch eine Übernahme seien "signifikante Kosteneinsparungen" zu erzielen. Nardelli bezifferte das Einsparpotenzial auf acht bis zehn Milliarden und kündigte an, im Fall einer Fusion seinen Hut zu nehmen.

Zuvor hatte der republikanische Senator Robert Bennett erklärt, eine Hochzeit der beiden Unternehmen wäre sinnvoll. Beide Unternehmen hatten im September und Oktober über einen Zusammenschluss gesprochen. Ende Oktober seien die Pläne wegen Finanzierungsengpässen auf Eis gelegt worden, sagte Wagoner.

Die Gewerkschaften sprachen sich in der Anhörung gegen eine Fusion aus. Er glaube nicht an hohe Einsparpotenziale und rechne mit massiven Stellenstreichungen, sagte Ron Gettelfinger, Chef der Gewerkschaft UAW. Chrysler solle Allianzen eingehen statt sich einem anderen Konzern anzuschließen, erklärte Gettelfinger.

Die Chefs von GM, Chrysler und Ford baten den Kongress um Finanzhilfen von bis zu 34 Milliarden Dollar. GM und Chrysler stehen nach eigenen Angaben ohne Finanzspritzen bis Jahresende vor dem Aus. Vor zwei Wochen ließ der Kongress die Firmenchefs abblitzen, da sie in den Augen der Abgeordneten keine geeigneten Sanierungskonzepte vorgelegt hatten.

Reuters Reuters

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