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Von EnBW-Affäre verfolgt Mappus schmeißt bei Merck hin


Im September angeheuert, am Ende des Jahres ist schon wieder Schluss: Baden-Württembergs früherer Ministerpräsident Stefan Mappus bläst seinen Wechsel in die Wirtschaft überraschend wieder ab. Er fühlt sich als Opfer von Diffamierung und Verleumdung.

Es war nur ein kurzes Zwischenspiel in der Pharmabranche: Baden-Württembergs früherer Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) gibt schon nach wenigen Monaten beim Darmstädter Arzneimittelhersteller und Spezialchemiekonzern Merck auf. "Herr Mappus hat um die Auflösung seines Vertrages bis zum Ende des Jahres gebeten. Wir bedauern dies sehr", sagte ein Sprecher des Traditionsunternehmens am Montag.

Der CDU-Politiker begründete den Schritt mit der anhaltenden Kritik am 2010 von ihm eingefädelten milliardenschweren Wiedereinstieg des Landes Baden-Württemberg beim Energiekonzern EnBW. "Die zumeist diffamierenden Angriffe und Verleumdungen gegen meine Person und die von mir geführte Landesregierung im Zusammenhang mit dem Einstieg des Landes bei der EnBW erfordern eine angemessene Reaktions- und Wehrfähigkeit meinerseits", sagte Mappus den "Stuttgarter Nachrichten". Er bedaure den Schritt sehr und danke Merck für Vertrauen und Verständnis.

Deal am Landtag vorbei eingefädelt

Im Oktober hatte der Staatsgerichtshof in Stuttgart entschieden, dass die schwarz-gelbe Landesregierung unter Mappus bei dem 4,7 Milliarden Euro teuren Aktienkauf den Landtag widerrechtlich umgangen habe. Dem höchstrichterlichen Urteil zufolge verstieß der Rückkauf gegen die Landesverfassung. Mappus hatte den Kauf am 6. Dezember 2010 bekanntgegeben. Der Landtag hatte aber erst Tage später zugestimmt. Mappus hatte sich auf einen Notstand berufen. Seiner Ansicht nach hätte eine Information des Parlaments das Geschäft gefährdet.

Der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg hatte erst im September bei Merck angefangen. Ab März 2012 sollte der Industriekaufmann und Diplom-Ökonom mit Brasilien die größte Landesgesellschaft des Unternehmens in Lateinamerika leiten.

fw/Reuters/DPA DPA Reuters

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