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Einzelhandel: Schock für Fotohandel: Passfotos soll es nur noch in Ämtern geben

Aus Sicherheitsgründen sollen Passfotos in Zukunft nur noch in den Behörden selbst gemacht werden dürfen. Für viele Geschäfte im Einzelhandel könnte das der Ruin sein.

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Der Einzelhandel fürchtet wegen der Passfoto-Pläne der Bundesregierung um die Existenz der Fotofachgeschäfte. Die geplante Änderung der Passbildregelung sei ein Beitrag "zum Sterben des Fachhandels und der Verödung unserer Innenstädte", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes HDE, Stefan Genth, der "Passauer Neuen Presse" von Donnerstag. Laut einem Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums müssen Passfotos künftig direkt bei der ausstellenden Behörde angefertigt werden, nicht mehr beim Fotografen.

Sicherheit ist auch beim Fotografen möglich

"Wenn für den Fotohandel die Erstellung von Passfotos als Einnahmequelle wegfällt, wird es für viele Fachhändler schwierig", warnte Genth. "Das kann am Ende auch den einen oder anderen Fotofachhändler so in Schieflage bringen, dass er aufgeben muss. Da stehen Arbeitsplätze und ein Stück Heimat für viele Menschen auf dem Spiel."

Genth hob hervor, auch im Handel könnten Passfotos erstellt und anschließend elektronisch sicher an die Ämter übermittelt werden. An entsprechenden Lösungen werde bereits zusammen mit Technologieanbietern und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gearbeitet. Es gehe darum, die hohen Sicherheitsansprüche an Ausweisdokumente über eine technische Lösung umzusetzen. Der Fotofachhandel könne "diese hohen Erwartungen erfüllen".

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Entscheidung noch nicht final

Der parlamentarische Innen-Staatssekretär Stephan Mayer (CSU) wies angesichts der scharfen Kritik darauf hin, dass sich der Gesetzentwurf noch in der Länder- und Verbändebeteiligung befindet. "In diesem Rahmen können auch Fotografen- und Handelsverbände ihre Position einbringen", sagte Mayer der "Passauer Neuen Presse".

Klar sei aber auch, die Beantragung von Personalausweis und Reisepass solle "bürgerfreundlicher, zukunftsfest und manipulationssicher" gemacht werden. Dies solle "idealerweise mit einer kostengünstigen und ohne Mehraufwand verbundenen Lichtbildaufnahme vor Ort, in der lokalen Behörde" geschehen, fügte der Staatssekretär hinzu.

Es geht um Sicherheit

Ziel des neuen Gesetzes ist es, die Manipulation von Passfotos zu verhindern. Das bisherige Verfahren, bei dem Antragsteller ein mitgebrachtes Passbild bei der Behörde abgeben, sei "nicht mehr zeitgemäß", da diese Fotos manipuliert sein könnten, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Mittwoch.

Als Beispiel nannte er das so genannte Morphing - dabei werden Fotos von zwei oder mehr Menschen "so miteinander vereinigt, dass man mit bloßem Auge nicht mehr erkennen kann, ob es die eine oder andere Person ist", sagte der Sprecher. "Daraus ergibt sich ein Sicherheitsrisiko bei der Identifizierung von Personen bei der Passvorführung."

Die Passbeantragung mit analogem Lichtbild sei zudem "überholt" und werde als bürokratisch empfunden, argumentierte das Innenministerium weiter. Wenn künftig ein Passfoto vor Ort in einer Behörde erstellt werde, trage dies zur Entbürokratisierung bei. Für den Bürger bedeute es zudem, dass er künftig nur einen Gang zum Bürgeramt benötige, um einen neuen Ausweis zu beantragen. Das bislang erforderliche Erstellen von Passfotos an anderer Stelle entfalle.

Bis zum 28. Januar können Fotografenverbände und andere im Rahmen der Länder- und Verbändebeteiligung noch ihre Stellungnahme abgeben. Für die Neuregelung soll es nach Angaben des Innenministeriums eine zweijährige Übergangsfrist geben.

mma / AFP