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Pendler: Dieser Mann hat einen täglichen Arbeitsweg von 1200 Kilometern - und er ist kein Pilot

600 Kilometer hin, 600 Kilometer zurück - jeden Tag. Curt von Badinski ist der vielleicht extremste Pendler der Welt. Warum tut er sich das an?

Curt von Badinski ist der vielleicht extremste Pendler der Welt

Curt von Badinski ist der vielleicht extremste Pendler der Welt

Wie sieht Ihr aus? Vom Dorf in die nächste Großstadt, eine Stunde Autofahrt hin, eine zurück? Oder eine Viertelstunde mit der U-Bahn in einen anderen Stadtteil? Nach Zahlen des Bundesinistituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung pendeln in Deutschland über 18 Millionen Menschen berufsbedingt, verlassen also für den ihre Wohngemeinde. Im Durchschnitt beträgt die einfache Strecke rund 17 Kilometer.

Doch selbst wer zum Beispiel jeden Tag mit dem ICE zwischen Berlin und Hamburg pendelt (etwa 100 Minuten für rund 280 Kilometer) und hierzulande als Extrembeispiel gilt, wird von einem Mann in den Schatten gestellt: von Curt von Badinski, dem vielleicht extremsten der Welt. Sein Arbeitsweg: über 600 Kilometer, einfacher Weg. Mit dem Flugzeug. Jeden Tag.

Der vielleicht extremste Pendler der Welt

Der britischen BBC erklärte der Maschinenbauingenieur aus den USA wie er seine außergewöhnliche Anreise zur Arbeit meistert:

Gegen fünf Uhr bricht er mit seinem Sportwagen jeden Morgen auf und fährt eine Viertelstunde zum Regionalflughafen Burbank in der Nähe von . Dort setzt er sich in ein Maschine der "Surf Air". Das Unternehmen bietet gegen eine monatliche Gebühr Flüge in einer einmotorigen Propellermaschine an, umgerechnet etwa 2000 Euro kostet der Service in diesem Fall. In der Regel seien etwa acht Menschen an Bord, erzählt von Badinski. So könne er die Zeit für Gespräche, aber auch zum Arbeiten nutzen. Der Flug dauert rund anderthalb Stunden, bis die Maschine 570 Kilometer weiter nördlich in der Nähe von San Francisco landet. Dann noch eine kurze Autofahrt - und der Ingenieur ist gegen halb neun im Büro. Etwa um 17 Uhr geht's für ihn dann auf umgekehrten Weg zurück, Ankunft: etwa um 21 Uhr. Nach ein paar Stunden Schlaf sitzt von Badinski wieder im Auto Richtung Flughafen. Fünf mal die Woche.

Dass es für ihn überhaupt so "schnell" von Los Angeles nach geht, verdankt der Gründer einer Technologiefirma dem Umstand, dass er am Flughafen die aufwendigen Sicherheistkontrollen umgehen dürfe, weil er einen umfangreichen Hintergrundcheck über sich habe ergehen lassen. Zudem könne er seine Autos dicht am Terminal parken. Dennoch dauere der Arbeitsweg manchmal länger, etwa bei Stau auf dem Weg zum oder vom Flughafen oder bei schlechten Wetterbedingungen.

Warum dieser Aufwand?

Überhaupt das Wetter: "In den ersten Monaten, in denen ich diese Strecke zurücklegte, wurde ich immer wieder überrascht", sagte von Badinski der BBC. "Dann war es in Los Angeles sonnig und in San Francisco neblig oder umgekehrt."


Bleibt die Frage: Warum dieser immense Aufwand? Auch dafür hat der Gründer eine Antwort: Er habe seine Firma "Motiv", die unter anderem Fitnesstracker entwickelt, in San Francisco aufgebaut, denn dort gebe es die besten Fachkräfte - ein Firmenumzug nach Los Angeles komme nicht in Frage.

Er selbst könne den Wohnort hingegen nicht nach San Francisco verlegen, wegen seiner Familie. "Durchs Pendeln kann ich alles haben, was ich will: Job und Familie, sagt Curt von Badinski‏. Und: "Ich freue mich immer darauf, den Tag zu beginnen."

Gehören oder gehörten Sie auch zu den 18 Millionen Pendlern? Was haben Sie schon alles auf sich genommen, um zur Arbeit zu kommen? Schreiben Sie uns ihre extremsten, spannendsten, lustigsten Pendler-Episoden: leseraufruf@stern.de. Die Besten wollen wir veröffentlichen.


wue