Illegale Produkte
EU verhängt 200-Millionen-Strafe gegen Onlinehändler Temu

Die EU-Kommission sagt: Temu verstößt gegen EU-Recht. (Symbolbild) Foto: Hannes P Albert/dpa
Die Onlineplattform Temu verstößt gegen EU-Recht, sagt die Kommission in Brüssel 
© Hannes P Albert / DPA

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Babyspielzeug, Kleider, Elektronik – auf Temu können Kunden alles Mögliche günstig kaufen. Allerdings mit Risiken, wie Testkäufe zeigen. Jetzt greift die EU durch.

Die EU-Kommission hat wegen illegaler Produkte eine Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro gegen den chinesischen Online-Marktplatz Temu verhängt. Das Unternehmen habe die Risiken und Schäden für Verbraucher nicht ordnungsgemäß bewertet, teilte die Brüsseler Behörde mit. Es handle sich um einen besonders schwerwiegenden Verstoß gegen das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act - DSA). Verbraucher in der EU stießen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Temu auf illegale Artikel. 

„Die Risikobewertung von Temu unterschätzt konkrete Risiken, ist zu unspezifisch, stützt sich nicht auf solide Beweise und ist nicht umfassend“, prangerte die zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission, Henna Virkkunen, an. Sie zeige nicht „das tatsächliche Ausmaß des potenziellen Schadens“, den über Temu verkaufte illegale Produkte verursachen. Temu habe mittlerweile 130 Millionen Kunden in Europa, so dass illegale Produkte viele EU-Bürger erreichten, sagte Virkkunen.

Risikoabwägung laut Temu nicht aktuell genug

Temu kritisierte die Strafe in einem Statement als unverhältnismäßig. Zudem beziehe sich die Entscheidung auf die Risikoabwägung von 2024 und spiegle nicht den aktuellen Stand der Systeme wider. Das Unternehmen werde weiter konstruktiv mit der EU-Kommission zusammenarbeiten. 

Temu gebe europäischen Verbrauchern „Zugang zu einer breiten Palette erschwinglicher Produkte“ und helfe auch europäischen Unternehmen, mehr Kunden zu erreichen. Die EU-Kommission hatte bei der Beurteilung nach eigenen Angaben sowohl Temus Risikobewertung von 2024 als auch jüngere Antworten auf Auskunftsersuche der Prüfer einbezogen.

Gefährliches Babyspielzeug und Ladegeräte

Die Behörde verwies unter anderem auf Testkäufe im vergangenen Jahr, bei denen viele Produkte durchgefallen seien. Ein „sehr hoher Prozentsatz der ausgewählten Ladegeräte“ habe dabei „grundlegende Sicherheitstests nicht bestanden“. Ein „hoher Prozentsatz der getesteten Babyspielzeuge“ habe die Chemikalien-Grenzwerte überschritten oder es habe Erstickungsgefahr wegen abnehmbarer Teile bestanden.

Temu ist ein Online-Marktplatz, auf dem zahlreiche Unternehmen verschiedene Waren verkaufen. Das chinesische Unternehmen ist seit Frühjahr 2023 in Deutschland aktiv und sorgt immer wieder mit Minipreisen und hohen Rabatten für Aufsehen. Produkte werden häufig direkt vom Hersteller zum Kunden geliefert. Der Anbieter ist umstritten. Politiker, Handelsvertreter und Verbraucherschützer monieren unter anderem Produktqualität, mangelnde Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen.

DPA
nik

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