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Tourismus: ITB 2004 in Berlin öffnet ihre Tore

Die Internationale Tourismus-Börse öffnet in Berlin wieder ihre Tore. Auf der weltgrößten Reisemesse präsentieren sich mehr als 10.000 Aussteller aus 178 Ländern und Regionen.

Die weltgrößte Tourismusmesse ITB beginnt heute (Freitag) in Berlin. An fünf Tagen werben 10.023 Aussteller aus 178 Ländern in den Hallen unter dem Funkturm für ihre Reiseziele rund um den Globus. Die internationale Reisebranche ist nach zwei Jahren mit Buchungsrückgängen erstmals wieder zuversichtlich. So erwarten die deutschen Touristikunternehmen Umsatzzuwächse von bis zu fünf Prozent. Neben einem großen Interesse für Fernreisezielen gibt es nach Branchenangaben gute Buchungszahlen für Ägypten, Mallorca und die Türkei. Die 38. Internationale Tourismus-Börse soll am Abend von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement eröffnet werden. Die Messe Berlin erwartet bis zum 16. März über 65.000 Fachbesucher.

Anschlag überschattet positive Prognosen

Die gebeutelte Tourismusindustrie kann zu Beginn der Reisemesse ITB wieder etwas aufatmen. Die Deutschen sind offenbar bereit, für ihren Urlaub wieder tiefer in die Tasche greifen, wie aus dem ADAC-Reisemonitor hervorgeht. Branchenprimus TUI berichtete erst am Donnerstag über eine teils deutlich bessere Buchungssituation. Überschattet wurden die positive Prognosen allerdings von dem Anschlag in Madrid. An der Frankfurter Börse gerieten TUI und Lufthansa stark unter Druck. Die TUI-Aktie brach bis kurz vor Börsenschluss im elektronischen Handel um fast 7 Prozent ein und war damit Verlierer des Tages. Lufthansa verloren knapp 5 Prozent.

Mallorca und Türkei vor Comeback

TUI berichtete von "beachtlichen Gäste-Zuwächse" für die Ziele Mallorca, Türkei und Ägypten. Die drei Gebiete würden sich zur Zeit mit "einem fulminanten Comeback" zurückmelden. Auch insgesamt verzeichne der weltgrößte Reiseanbieter "anziehende Buchungen", sagte ein Sprecher auf Anfrage, nannte aber keine Zahlen. Mallorca ist laut TUI in der Sommersaison wieder die Nummer 1 für deutsche Urlauber. Im vergangenen Jahr waren die Buchungen für die Insel spürbar zurückgegangen.

Deutsche stecken wieder mehr Geld in Urlaub

Dem ADAC-Reisemonitor zufolge, für den 4.000 Mitglieder des Automobilclubs befragt wurden, kann die Tourismusindustrie mit steigenden Urlauberzahlen und wachsenden Pro-Kopf-Ausgaben pro Reise rechnen. Über 70 Prozent der Deutschen planen demnach einen längeren Urlaub. Das sei seit 2001 erstmals wieder eine positive Entwicklung. Bei den Ausgaben sei gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 3 Milliarden Euro auf rund 55 Milliarden Euro zu erwarten.

Urlaub in Balkonien weiter beliebt

Spanien hat laut ADAC-Reisemonitor seine langjährige Spitzenposition zurückerobert. Demnach planen fast zwölf Prozent der Deutschen ihren Urlaub in dem iberischen Land. Deutschland bleibe aber weiterhin das beliebteste Urlaubsziel: Rund 28 Prozent der Befragten wollten ihren Haupturlaub im eigenen Land verbringen. Auf der Länder-Hitliste für 2004 folgen nach Deutschland und Spanien dann Italien, Österreich, Frankreich, Griechenland, Türkei, Skandinavien, Großbritannien und die Benelux-Staaten.