VG-Wort Pixel

Abzockmasche Warum Sie bei unbekannten Anrufern unbedingt das Wort "ja" vermeiden sollten

Kriminelle warten am Telefon auf ein bestimmtes Wort (Symbolbild)
Kriminelle warten am Telefon auf ein bestimmtes Wort (Symbolbild)
© Getty Images
Die Verbraucherzentrale warnt vor einer Abzockmasche: Unbekannte Anrufer versuchen einem mit banalen Fragen das Wort "ja" zu entlocken. Ist es ausgesprochen, folgt kurz darauf die Rechnung.

Wenn das Telefon klingelt und auf dem Display steht eine unbekannte Nummer, sollte man vorsichtig sein - dazu raten Verbraucherzentralen. Hintergrund dieser Warnung ist eine Abzockmasche, die bei Kriminellen an Popularität gewinnt. Die geht so: Eine unbekannte Person ruft an und versucht Sie unter einem Vorwand in ein Gespräch zu verwickeln. Manchmal gibt sich der Anrufer als jemand aus, der eine Telefonumfrage durchführt oder einem zum Thema Energiekosten berät, um viel Geld zu sparen.

Dann folgt beiläufig eine harmlos wirkende Frage, etwa "Hören Sie mich gut?" oder "Sind Sie damit einverstanden, dass das Gespräch zur Verbesserung der Beratungsqualität aufgezeichnet wird?". Wer auf diese Frage mit "Ja" antwortet, ist in die Falle getappt. "Das aufgezeichnete Gespräch wird nämlich von Betrügern so geschickt zusammengeschnitten, dass der Eindruck entsteht, dass die angerufene Person telefonisch einen Vertrag abgeschlossen und zum Beispiel ein teures Produkt oder ein Abo abgeschlossen hat", warnt etwa die Verbraucherzentrale Hessen.

Wer Opfer einer solchen Masche wurde, erhält kurz nach dem Telefonat Rechnungen oder Vertragsunterlagen, obwohl man eigentlich nichts bestellt hat.

Das sind alternative Formulierungen

Die Expertinnen und Experten raten deshalb, bei Telefonaten mit Fremden unbedingt das Wort "Ja" zu vermeiden und stattdessen Formulierungen wie "Ich bin mit der Aufnahme des Gesprächs einverstanden", "ich höre Sie klar und deutlich", "Ich bin am Apparat" oder  "Das ist in Ordnung" zu wählen, um einem Vorgang zuzustimmen.

Selbstverständlich hat es nicht jeder unbekannte Anrufer auf einen Betrug abgesehen. Doch wenn häufig zwischendurch Fragen gestellt werden, die eine "Ja"-Antwort provozieren, sollten die Alarmglocken schrillen. Dann sollte man dem Anrufer mit bestimmtem Ton darauf hinweisen, dass kein Interesse an einem Gespräch besteht. Im Zweifel sollte man einfach auflegen.

Die Verbraucherzentrale rät Namen und Unternehmen des Anrufers sowie Datum, Uhrzeit und Telefonnummer sowie den Inhalt des Gesprächs zu notieren. Unerlaubte Werbeanrufe können Sie der Verbraucherzentrale und der Bundesnetzagentur melden, welche die Nummern dann sperren lassen kann.

So verhält man sich im Betrugsfall

Wurde man Opfer dieser Abzockmasche, sollte man die Rechnung auf keinen Fall bezahlen. "Sie sollten sie jedoch nicht einfach ignorieren, sondern sich dagegen wehren", schreibt die Verbraucherzentrale. Dafür gibt es diverse Vorlagen, etwa hier zur Abwehr einer unberechtigten Forderung eines Abonnements, hier finden Sie einen Musterbrief zur Abwehr einer unberechtigten Forderung eines Inkassobüros.

Quelle: Verbraucherzentrale

Lesen Sie auch:

Ihre Payback-Punkte sind weg? Dahinter könnte eine neue Abzockmasche stecken

Weltweites Problem: Amazon versucht, Betrugsmasche mit mysteriösen Samenpaketen einzudämmen

19 Millionen US-Dollar: Wie vier Brüder Amazon mit 7000 Zahnbürsten abzockten


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker