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Abzocken mit der Krise: Masken statt Penisverlängerung: Die neuen Spam-Maschen der Cyber-Kriminellen

Betrüger machen sich die Angst vor dem Corona-Virus zu nutze, indem sie massenhaft Spam-Nachrichten mit Covid-19-Bezug verschicken. Eine Masche ist derzeit besonders populär.

Mit Spam-Mails versuchen Kriminelle, ihre Opfer auf dubiose Seiten zu lotsen (Symbolbild)

Mit Spam-Mails versuchen Kriminelle, ihre Opfer auf dubiose Seiten zu lotsen (Symbolbild)

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Wer in den vergangenen Wochen etwas online bestellt hat, dürfte es bemerkt haben: Die Post hat in der Corona-Krise alle Hände voll zu tun. Mitunter dauert es ein paar Tage länger, bis ein Paket zugestellt wird. Genau diesen Umstand machen sich Kriminelle zunutze, wie das Sicherheitsunternehmen Kaspersky warnt: Die Betrüger geben sich in E-Mails als Mitarbeiter des jeweiligen Dienstleisters aus, der jedoch noch die Bestätigung einiger Informationen benötigt, um die Lieferung auszuhändigen. Diese befänden sich in einer Datei im Anhang, bei der es sich - Sie ahnen es - um Schadsoftware handelt. Landet diese auf dem Rechner, können die Kriminellen Dateien abgreifen und weitere Schadsoftware nachladen.

Die Paket-Masche ist nicht der einzige Versuch, an sensible Daten zu gelangen. So kursieren auch E-Mails, die Nutzer auf täuschend echt wirkende Webseiten bekannter Paketzusteller lotsen wollen. Dort sollen die Opfer ihre E-Mail-Adresse samt Passwort eingeben, um den angeblichen Sendungsverlauf einsehen zu können. In anderen Nachrichten geben sich die Betrüger als Wohltätigkeitsorganisation aus, die um Spenden im Kampf gegen das Coronavirus bittet.

40 Prozent höhere Mail-Nutzung in Deutschland

Wie sehr die Corona-Krise das Geschäft der Cyber-Kriminellen verändert, zeigt eine Untersuchung von Google. Der Suchmaschinen-Riese betreibt mit Gmail zugleich einen der populärsten Mail-Provider. Dem Konzern zufolge wurden Mitte April rund 18 Millionen Phishing-Emails mit Malware-Anhängen gestoppt - pro Tag. Dazu kamen täglich 240 Millionen Spam-Mails mit Corona-Bezug.

Auch der deutsche Anbieter 1&1, der mit web.de und GMX hinter zwei der größten Mail-Anbieter hierzulande steckt, vermeldet einen Anstieg der Corona-Phishing-Mails. Tagesaktuelle Zahlen könne das Unternehmen zwar nicht liefern, jedoch werde seit Beginn der Corona-Krise ein "rund 40-prozentiger Anstieg an E-Mail-Nutzung insgesamt" registriert, wie 1&1 auf Anfrage des stern bestätigt. Und damit verbunden natürlich auch ein Anstieg Corona-bezogener Phishing-Mails. "Die Menge dieser von uns erkannten und entschärften Schadmails liegt pro Woche im zweistelligen Millionenbereich", so ein Sprecher.

Inhaltlich habe man mehrere Phasen beobachtet, so 1&1: Zu Beginn der Krise dominierten "dubiose Shop-Angebote für Atemschutzmasken", es folgten Corona-Fake-News mit angeblichen Informationen von Behörden und wissenschaftlichen Institutionen oder persönliche Hilferufe von angeblichen Freunden und Bekannten, die im Corona-Chaos auf der Heimreise aus dem Urlaub gestrandet sein und jetzt Geld brauchen sollen. "Neu seit ungefähr vierzehn Tagen ist das Paketdienste-Phishing, bei dem Sendungsbenachrichtigungen der großen Logistiker nachgeahmt und mit Phishing-Links versehen werden", erklärt 1&1-Sprecher Christian Friemel.

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cf