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Großes Wohlstandsgefälle: Sehen Sie, wo Deutschland am reichsten ist - und wo am ärmsten

Deutschland ist ein "Ungleichland". Wie eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung verrät, hängt der Wohlstand einer Person stark von der Region ab, in der sie lebt. Dieses riesige Wohlstandsgefälle macht sich vor allem in Ostdeutschland und im Ruhrgebiet bemerkbar. 

Wohlstandsgefälle: Gelsenkirchen und Starnberg

Schlusslicht und Spitzenreiter beim Einkommen: Gelsenkirchen (unten links) und der Landkreis Starnberg

DPA

Nach wie vor gibt es in Deutschland ein riesiges Wohlstandsgefälle zwischen verschiedenen Regionen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung. Große Überraschungen gibt die Studie nicht preis, erschreckend sind sie trotzdem. Wer im Landkreis Starnberg bei München lebt, verdient im Durchschnitt mehr als doppelt so viel wie in Gelsenkirchen. Mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von 16.203 Euro ist die Stadt im Ruhrgebiet das Schlusslicht im bundesweiten Ranking. 

Städte und Kreise mit besonders niedrigem Einkommen waren demnach in Teilen des Ruhrgebiets, des Saarlands und Niedersachsens zu finden. Doch vor allem Ostdeutschland liege auch 30 Jahre nach der Wende weiterhin deutlich hinter dem restlichen Bundesgebiet, berichteten die Forscher. In nur 6 von 77 Ost-Kreisen und kreisfreien Städten überschritt das Einkommen pro Kopf die Marke von 20 000 Euro, während im Westen 284 von 324 Kreisen und Städten darüber lagen.

Grafik: Reicher Süden, armer Osten

Wohlstand Studie Grafik

Die Grafik zeigt das Wohlstandsgefälle deutlich. In Bayern und Baden-Württemberg gibt es kaum einen Landkreis, der unter der 20.000-Euro-Grenze liegt.

Wer im Süden lebt, verdient am meisten

Ein Trend, der sich durch die ganze Studie zieht. Wer im Süden lebt, verdient mehr als im Rest der Republik. Über die höchsten Pro-Kopf-Einkommen verfügten demnach die privaten Haushalte im Landkreis Starnberg bei München, in der Stadt Heilbronn und im Hochtaunuskreis bei Frankfurt - mit jeweils deutlich mehr als 30.000 Euro.

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Zwischen Süddeutschland und dem Ruhrgebiet sowie den ostdeutschen Bundesländern klafft eine riesige Lücke, die Schlusslichter im Einkommens-Ranking waren neben Gelsenkirchen Duisburg und Halle an der Saale, wo das Pro-Kopf-Einkommen bei weniger als 18 000 Euro lag. Bei ihrer Auswertung stützten sich die Forscher auf die jüngsten Daten der Statistischen Ämter der Länder und des Bundes. Sie betreffen das Jahr 2016.

Wohlstandsgefälle auch in den Großstädten bemerkbar

Insgesamt lagen die Einkommen in den 15 größten Städten nach Angaben der Forscher nach wie vor etwas über dem Bundesdurchschnitt. Das Wachstum fiel in den Jahren zwischen 2000 und 2016 dort allerdings deutlich schwächer aus als in der Bundesrepublik insgesamt. In Essen und Nürnberg sei das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen sogar gesunken. Insgesamt beobachteten die Forscher eine negative Einkommensentwicklung in 33 der 401 untersuchten Kreise und Städte.

Die reichste Großstadt war der Studie zufolge nach wie vor München mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 29.685 Euro. Mit deutlichem Abstand folgten Stuttgart (25.012 Euro), Düsseldorf (24.882 Euro) und Hamburg (24.421 Euro). Deutlich schlechter schnitten Berlin (19.719 Euro), vor allem aber Leipzig (17 770 Euro) und Duisburg (16.881 Euro) ab. 

Fanny H. 
fk / DPA