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20. August 2010, 16:01 Uhr

Motorräder mit Power aus der Steckdose

Zweiräder sind bei der Fortbewegung ohne Emissionen sehr viel weiter als Pkw. Sie kann man sofort kaufen und für den Tagesbetrieb reicht ihre Leistung vollkommen aus. Von Walter Hasselbring

Zero Motorcycles, Elektromatorrad

In der Stadt sind die Zero-Bikes flott unterwegs© Walter Hasselbring

Elektromobilität und Autos – hier wird viel geträumt und dabei funktioniert - noch - wenig. Zweiräder sind bei der Fortbewegung ohne Emissionen sehr viel weiter als Pkw. Sie kann man kaufen, sie funktionieren klaglos und für den Tagesbetrieb reicht ihre Leistung aus.

Wir waren mit Motorrädern der Marke "Zero Motorcycles" auf der Piste. Die Amerikaner sind bislang mit vier verschiedenen Modellen auf dem Markt. Zwei sind Straßenmotorräder die anderen sind Enduros, also geländegängige Maschinen.

Die Bedienelemente der E-Bikes sind für den an den Motorradstandard gewöhnten Biker gewöhnungsbedürftig. Dort, wo normalerweise der Kupplungshebel sitzt, greift man ins Leere, und der Fußschalthebel fehlt ebenfalls. Schlüssel umdrehen, Strom mit einem Kipphebel einschalten, Gasgeben und schon geht es los.

Zero Motorcycles, Elektromatorrad

Der Akku wiegt fast 50 Kilogramm© Walter Hasselbring

Mit der Straßenmaschine machen wir gleich einen gehörigen Satz nach vorne, denn bei einem Elektromotor steht das volle Drehmoment von Anfang an zur Verfügung. Wer mit lauten Motor- oder Auspuffgeräuschen glänzen will, sitzt auf dem E-Bike falsch. Nur ein leises Summen und das Abrollgeräusch der Reifen signalisieren die Vorbeifahrt des E-Bikers. Der Motor entwickelt einen ansehnlichen Schub, der zwar nicht für einen unfreiwilligen "Wheelie" reicht, aber allemal für den normalen Straßenverkehr. Die Fahrwerte entsprechen etwa denen eines flotten 125er-Motorrollers. Knapp 110 Stundenkilometer sind in der Spitze drin. Mann kann also mehr als nur im Stadtverkehr mitschwimmen. Die Reichweite ist allerdings wie bei allen Elektrofahrzeugen limitiert. Mehr als 50 Kilometer sind nicht drin. Das könnte in größeren Städten schon eng werden.

Vielleicht sind die Enduro-Modelle Erfolg versprechender. Annähernd geräuschlos und emissionsfrei, jedenfalls am Auspuff, kann man mit ihnen durchs Gelände pflügen. Dabei können sogar verschiedene Fahrmodi bei stehendem Fahrzeug programmiert werden. Einmal kann man die Maschine auf „langsam und sensibel" einstellen, wenn man Geschicklichkeitsfahrten, auch Trial genant, bevorzugt. Für die schnelle Fahrt über Stock und Stein gibt es noch zwei gesonderte Fahrstufen mit unterschiedlichen Höchstgeschwindigkeiten und wählbarem Durchzugvermögen. Die „Zero X" dürfte momentan mit 23 PS das leistungsstärkste kaufbare Elektro-Motorrad sein. Rund 67 Newtonmeter stehen als Drehmoment zur Verfügung. Die Maschine ist mit 73 Kilogramm extrem leicht. Der Stromverbrauch wird mit 0,01 Euro pro Kilometer angegeben. Das Schwestermodell ’"Zero MX" zeichnet ein im Ansprechverhalten besseres Fahrwerk aus. Die beiden Sportmodelle kosten zwischen 7495 und 9950 Euro. Eines muss man allerdings deutlich sagen: Mit modernen 125er Benzin Sportlern kann die" Zero" nicht mithalten. Das S- und das DS- Modell sind wie schon erwähnt eher für den Straßenverkehr gedacht. Sie sind trotz ihres relativ hohen Gewichts von gut 123 (125) Kilogramm sehr handlich und leicht zu manövrieren. 43 Kilogramm wiegt allein der Lithium-Ionen -Akku. Dagegen ist der komplette Rahmen mit gut acht Kilogramm geradezu ein Leichtgewicht. Bei der Sitzhöhe von 86 und 89 Zentimetern sitzen selbst große Fahrer sehr kommod. Diese beiden Motorräder kosten jeweils 9995 Euro. Alle Maschinen sind über das Internet zu bestellen.

Von Walter Hasselbring
 
 
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