Reisen zum Discount-Preis

4. April 2013, 14:00 Uhr

Seit Januar machen Busse Deutschlandtrips billig. Nun tritt der Discounter Aldi mit eigener Busflotte und Schnäppchenpreisen an. Das Netz entwickelt sich zu einer echten Konkurrenz für die Bahn.

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Freie Fahrt für Fernbusse: Seit Januar wächst das Busnetz.©

Deutschland kommt unter die Räder: Seit dem 1. Januar ist der Markt für Fernbuslinien in Deutschland freigeben. Seitdem rollen die Busse. Das Streckenangebot hat sich mittlerweile mehr als verdoppelt. Nun schickt ein mächtiger Anbieter seine Busse ins Rennen: Aldi-Reisen. Neben dem europäischen Marktführer National Express mit city2city ist Aldi der zweite Gigant, der den deutschen Markt erobern will. Zum Marktstart an diesem Donnerstag hat Aldi laut "Busfahrermagazin" zehn Strecken im Angebot. Die Buchung erfolgt am Telefon oder über das Internet unter www.aldi-reisen.de und www.aldi-fernbus.de. Die Preise starten bei knapp zehn Euro. Aldi bietet einen weiteren Bonus: Teilweise ist die kostenfreie Anreise mit den Verkehrsverbünden zu den Ein- und Ausstiegspunkten inklusive.

Netz wird weiter wachsen

Gebucht werden kann ab jetzt, die Busse fahren ab dem 19. April. Das bisherige Streckennetz ist nur ein Anfang, zügig sollen alle deutschen Großstädte miteinander verbunden werden. Ähnliche Ankündigungen gibt es von city2city. Außerdem werden in Zukunft die internationalen Linien, die Deutschland schon jetzt durchqueren, hier auch Passagiere aufnehmen und wieder absetzen dürfen. Das Busnetz wird also weiter rasant wachsen und dürfte sich zu einem echten Konkurrenten für die Bahn entwickeln.

Diese Grafik zeigt das Netz der Fernbuslinien (funktioniert leider nicht auf mobilen Geräten).

Allerdings besitzt Reisen mit dem Bus nicht das beste Image. Als Langzeitstrategie wollen die großen Anbieter mit nagelneuen Busflotten und großzügigem Sitzabstand Vorurteile beseitigen. Kurzfristig lotsen Knallerpreise die Kunden in den Bus: Schon die Grundtarife unterbieten die Angebote der Bahn deutlich, hinzukommen weit gestreute Sondertarife, die den Basispreis halbieren. Und natürlich gibt es auch Super-Schnapper: Für neun oder nur einen Euro geht es dann durch die Republik.

Flut von Sonderangeboten

Schnäppchen haben andere auch. Bei den Buslinien scheint es jedoch mehr Sonderangebote als reguläre Tickets zu geben. Hier ist es nicht notwendig, zuerst eine teure Bahnkarte zu erwerben, um billige Tickets zu ergattern. Bei der Deutschen Touring/Eurolines Germany reicht es, die gewünschte Strecke und den Reisemonat anzuwählen, die Balkenfärbung auf der Website signalisiert den günstigen Promo-Tarif. Bei der Strecke Hamburg Frankfurt beträgt der Normalpreis von Eurolines 54 Euro. Ein Sondertarif von 25 Euro ist für fast jeden Tag noch erhältlich, wenn man eine Woche im Voraus bucht. Für viele Tage gibt es Tickets für neun Euro. Auch city2city lockt nach dem Start in Deutschland mit Sonderangeboten: Derzeit geht es für fünf Euro von München nach Frankfurt. Ähnlich sieht es bei Flixbus aus: Die Strecke Hamburg-Köln kostet regulär 34 Euro, aber meist lässt sich ein Angebot für 17 Euro buchen.

Unbestreitbar ist, dass Busfahrten immer länger dauern als eine Fahrt mit dem ICE. Kein Wunder, dass Langstrecken wie Hamburg-München bisher nicht angeboten werden. Auf mittleren Entfernungen macht sich der Zeitverlust nicht so quälend bemerkbar. Hier konzentrieren sich die Linien. Außerdem sind Strecken im Visier, bei denen man mit der Bahn umsteigen müsste. Mehrere Anbieter versüßen ihren Gästen die längere Fahrzeit mit kostenfreiem W-Lan an Bord. Außerdem haben Busreisende auch Vorteile gegenüber der Bahn. Jeder Passagier bekommt im Bus einen Sitzplatz, ohne ihn vorher reservieren zu müssen. Während der Fahrgast in einer vollbesetzten Bahn häufig nicht weiß, wohin mit dem Gepäck, kann jeder in einem Bus einen großen Koffer in den Stauräumen unterbringen. Ökologische Bedenken muss niemand beim Thema Fernbus haben: Bei C02-Ausstoß und Energieverbrauch unterbietet der Bus die Konkurrenz auf der Schiene.

Unabhängiges Vergleichsportal

Doch noch steckt die Busbranche in den Kinderschuhen. Das wird schon auf den sogenannten Busbahnhöfen deutlich. Meist sind das reine Parkstationen ohne jedes Komfortangebot. Und noch gibt es keine offizielle gemeinsame Buchungsseite. Die beste Übersicht bietet das unabhängige Portal "Busliniensuche.de". Das studentische Start-up sucht alle Anbieter für die gesuchte Strecke heraus und zeigt die jeweiligen Preise mit Link zu einer Buchungsmöglichkeit an. Ein Beispiel: Am 19. April werden für die Strecke Hamburg-Berlin 18 Verbindungen mit Preisen von neun bis zu 27 Euro angeboten.

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