So vermeiden Sie die Prämienerhöhung

8. November 2011, 10:43 Uhr

Kfz-Versicherungen werden bis zu 30 Prozent teurer. Ein Wechsel des Anbieters lohnt sich fast immer. Der Stichtag für die Kündigung ist der 30. November. Was Sie wissen sollten. Von Gernot Kramper

Kfz-Versicherung

Die Beiträge für die Kfz-Versicherung steigen in diesem Jahr stark an©

Im November sollten sich die Autofahrer intensiv mit ihrer Kfz-Versicherung beschäftigen. Denn, um zum 1. Januar eine neue Versicherung abzuschließen zu können, muss die alte Versicherung bis zum 30. November gekündigt werden. In diesem Jahr gibt es eine besondere Motivation zum Wechsel: Erstmals seit Jahren steigen die Versicherungsbeiträge auf breiter Front. Um 15 bis 30 Prozent höhere Prämien sind im Gespräch. Beim Wechsel der Kfz-Versicherung können mehrere hundert Euro gespart werden, aber einige Punkte sollten bedacht werden.

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Vergleichen im Internet

Erst wenn man die neue Beitragsrechnung in den Händen hält, weiß man genau, ob sich ein Wechsel lohnt. Einige Versicherungen verzögern daher den Zeitpunkt, an dem sie die Rechnung verschicken. Um vorbereitet zu sein, kann man bereits vorher Vergleichsangebote einholen. Am einfachsten geht das mit einem Versicherungsvergleich im Internet. Ein seriöser Vergleich arbeitet nicht mit einem Klick. Für einen aussagekräftigen Vergleich benötigen Sie die Herstellernummer (HSN) und die Schlüsselnummer (TSN) des Fahrzeuges. HSN und TSN sind im Fahrzeugschein angegeben – sie übermitteln alle für die Versicherung relevanten Informationen über das Fahrzeug. Zusätzlich werden Angaben zu Zulassungsort, Parkflächen und Alter der Fahrer abgefragt. Notieren Sie sich unbedingt Ihre Angaben. Wer bei Vergleichen unterschiedliche Angaben etwa zu Laufleistung und Eigenanteil macht, bekommt keine vergleichbaren Ergebnisse.

Welche Leistungen sind wichtig?

Überlegen Sie sich vor dem Vergleich, welche Leistungen Sie benötigen. Eine Haftpflichtversicherung ist vorgeschrieben. Sie deckt die Schäden ab, die Ihr Wagen verursacht. Hier sollte auf die Deckungssumme geachtet werden. Die gesetzlichen Mindeststandards von 7,5 Millionen Euro für Personen- und eine Million Euro für Sachschäden sind ungenügend, eine pauschale Deckungssumme von 100 Millionen Euro ist für jeden empfehlenswert. Teil- und Vollkasko sind freiwillige Versicherungen für die Schäden am eigenen Fahrzeug. Sie sind wichtig für teure und hochwertige Fahrzeugen, aber auch dann zu empfehlen, wenn der Halter einen größeren Schaden nicht selbst tragen kann. Bei Teil- und Vollkasko kommt es dagegen auf die persönliche Situation an, ob ein umfassender Schutz wichtig ist, ob eine Basisversicherung ausreicht oder ob man auf den zusätzlichen Schutz ganz verzichtet.

Was bietet die bisherige Versicherung?

Auch ohne Post von der Assekuranz können Sie mit einem Online-Vergleich feststellen, wie hoch Ihre nächste Rechnung ausfällt. Sie müssen nur die Versicherung und Ihren Tarif heraussuchen. Sollte sich dabei herausstellen, dass Ihre bisherige Kfz-Versicherung schon zu den günstigsten Anbietern gehört, können Sie sich getrost zurücklehnen und den Wechsel vergessen, wenn Sie ansonsten mit Ihrer Versicherung zufrieden sind.

Es ist auch möglich, dass Ihre Gesellschaft günstigere Policen anbieten als Ihren bisherigen Tarif. Das ist gar nicht ungewöhnlich, in der Vergangenheit haben Altkunden häufig nicht von besseren Bedingungen profitiert und blieben auf schlechteren Verträgen sitzen. Meist hilft ein Telefonat mit der Versicherung, um in den günstigeren Tarif zu wechseln.

Neue Verträge – neue Bedingungen

In diesem Jahr erhöhen die Versicherer nicht nur die Prämien, bei Neuverträgen ändern sich auch die Staffeln der Schadensfreiheitsklassen. Die Werbung streicht die Vorzüge der Reform heraus. Es ist ein neuer Superrabatt eingeführt worden. Nach 35 schadensfreien Jahren winkt nun ein Rabatt von 80 Prozent. Man zahlt dann nur noch 20 Prozent vom Grundbetrag.

Aber es gibt auch versteckte Nachteile: Meist wird der sogenannte Rabattretter gestrichen. Er ermöglichte den langjährig unfallfrei fahrenden Fahrern einen Unfall ohne Hochstufung. Er wird durch den aufpreispflichtigen Rabattschutz ersetzt. Häufig ist auch die Rückstufung nach einem Unfall bei den Neuverträgen ungünstig. Der neuen Staffelstruktur kann man auf Dauer jedoch kaum entkommen, da immer mehr Neuverträge auf ihr aufbauen. Insgesamt führt die Neuordnung nicht zu mehr Transparenz. Für einen Vergleich ist der Kunde mehr denn je darauf angewiesen, sich konkrete Angebote anzusehen und dann genau Kosten und Leistung zu vergleichen.

Kündigungsfristen und Kündigungsform

Stichtag für die normale Kündigung ist 30. November. Die Schriftform ist vorgeschrieben. Hier finden Sie ein Kündigungsformular zum Herunterladen. Aber Vorsicht: Zu diesem Zeitpunkt muss die Kündigung bei der Versicherung auf dem Tisch liegen – es gilt also das Zustelldatum und nicht der Poststempel. Wer unangenehme Überraschungen vermeiden will, kündigt per Einschreiben, wer ganz sicher gehen will, kündigt per Einschreiben mit Rückschein.

Um der Kündigungswelle zum Ende des Jahres zu entgehen, wechseln Versicherungen zu Verträgen mit freiem Vertragsbeginn. Auch sie gelten für ein Jahr, aber von Beginn des Versicherungszeitraums gerechnet – die Kündigungsfrist orientiert sich an diesem Datum. Neben der regulären Kündigung hat jeder Kunde ein Sonderkündigungsrecht. 30 Tage nach einer Beitragserhöhung, einem Unfall oder bei einem Fahrzeugwechsel kann die Versicherung auch mitten im Jahr gekündigt werden. Denken Sie daran, dass sie Haftpflicht- und Kaskoversicherung kündigen müssen.

Überweisung nicht vergessen

Neukunden dürfen die erste Rechnung ihrer Versicherung nicht liegen lassen. Solange der Beitrag nicht überwiesen wurde, fährt man ohne Versicherungsschutz. Wer mit dem Fahrzeug einen Unfall verschuldet, muss die Kosten am Ende selbst tragen.

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