Praktisch, schön und verdammt teuer

15. November 2012, 16:16 Uhr

Der neue A3 Sportback ist der Star in der Kompaktklasse. Die gelungene Kombination aus Komfort und Eleganz hat aber ihren Preis.

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Audi A3 Sportback

Der längere Radstand macht den Sportback komfortabler als den Dreitürer

Kontinuität kommt an. Mit dem A3 gelang Audi erneut ein großer Wurf. Seit August ist das Kompaktmodell auf dem Markt, brilliert mit hoher Qualität, agilem Handling, kräftigen Motoren und sparsamen Verbrauch.

Lohn der Mühe: die Auszeichnung "Das Goldene Lenkrad". In Fachzeitschriften gewinnt der schicke Ingolstädter zudem fast alle Vergleichstests. Und wenn er einmal nicht siegt, liegt es meist am Preis oder den fehlenden hinteren Türen. Letzteres ist nun passé. Ab sofort gibt es den A3 wieder als Fünftürer. Auch trägt er den Beinamen "Sportback".

Für das Basismodell mit dem 1.2-TFSI-Benziner und 77 kW/105 PS Leistung verlangt Audi 22.500 Euro. Das entspricht einem Aufpreis von 900 Euro gegenüber dem Dreitürer. Als Diesel – ebenfalls 77 kW/105 PS stark – startet der A3 Sportback bei 25.400 Euro. Die Markteinführung plant Audi für Februar, bestellt werden kann er ab sofort.

Minikombi durch längeren Radstand

Der A3 Sportback soll an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen, der seit 2004 im Programm ist. Der wurde deutlich mehr als der Dreitürer nachgefragt, sein Anteil betrug über 60 Prozent. Was nicht wundert. Die hinteren Türen erhöhen die Funktionalität im Alltag ganz enorm und man fragt sich schnell, warum überhaupt Kunden zur dreitürigen Version greifen. Der Zugang in den Fond ist umständlich und kurz eine Jacke oder eine Tasche auf die Rücksitze schmeißen, gestaltet sich nicht weniger einfach. Mit den beiden zusätzlichen Türen streckten die Entwickler des A3 gleichzeitig den Radstand. Er ist sechs Zentimeter länger als beim Dreitürer. So steigt es sich in den Sportback nicht nur bequemer ein und aus, sondern die Knie haben auch spürbar mehr Luft.

Gleiches gilt fürs Gepäck. Der Kofferraum schluckt mit 380 Litern jetzt 15 Liter mehr Gepäck. Liegen die geteilten Rücksitzlehnen flach, passen bis zu 1220 Liter in den Laderaum. Das ist weniger als bei einem Kombi, aber zwei Insassen doch eine Menge Stauraum. Und dass Audis Liebe zum Detail nicht vorn beim schnieken Cockpit aufhört, zeigen die beiden sogenannten "Rasternasen" im Kofferraum. Sie halten den aufstellbaren Ladeboden perfekt in Position und leuchten mit ihren LEDs prima das Kellergeschoss des Kofferraumes aus.

Motoren wie beim Dreitürer

Bei den Antrieben unterscheidet sich der Sportback nicht von seinem dreitürigen Kollegen. Die Benziner decken einen Leistungsbogen von 77 kW/105 PS bis 132 kW/180 PS, die Diesel von 77 kW/105 PS bis 135 kW/184 PS ab. Der Verbrauch konnte gegenüber dem Vorgängermodell um bis zu 17 Prozent reduziert werden. Als Rekordhalter in der A3 Sportback-Palette gilt der 1,6-TDI mit 3,8 Litern (99 g/km CO2). Nicht ganz unschuldig daran ist das um 90 Kilogramm geringere Gewicht.

Der Sportback ist Audis zweites Modell, das auf der neuen Baukasten-Architektur MQB basiert. Beides zusammen sorgt für ein agiles wie handliches Fahrverhalten. Die Lenkung im A3 gehört zum Besten, was die Kompaktklasse derzeit zu bieten hat. Ob Diesel oder Benziner, die Motoren sind laufruhig und durchzugsstark. Besonders gefällt hier die 110 kW/150 PS-Variante des 2-Liter-TDI, zumal sie auch preislich nicht aus dem Rahmen fällt.

Wer will, bekommt Oberklasse-Extras

Über die exzellente Verarbeitungsqualität und die hochwertigen Materialien muss eigentlich kein Wort mehr verloren werden. Audi definiert sich darüber. Und auch im Sportback sitzt jede Naht auf den zehntel Millimeter genau. Die Serienausstattung glänzt zwar nicht durch Opulenz, doch immerhin sind Klimaanlage, Radio und höhenverstellbare Vordersitze aufpreisfrei an Bord. Üppig dagegen ist die Liste der Optionen, inklusive einer Reihe von Assistenzsystemen. Was einst der automobilen Oberklasse vorbehalten war, kann nun auch für den A3 geordert werden.

Gleichzeitig hält eine komplett neue Generation von "Audi connect" Einzug. Über das Touchpad auf der Mittelkonsole lassen sich nicht nur viele Funktionen wie Navigation, Musik und Telefon steuern. Integriert sind auch Google Earth und Street View in nie zuvor da gewesener Auflösung sowie eine Vielzahl spezieller Apps, darunter beispielsweise die günstigsten Tankstellen. Über eine neue Sprachsteuerung lassen sich zudem SMS diktieren, vorlesen und versenden. Die gesamte Bedienung von Audi connect ist so einfach aufgebaut, dass sie nahezu intuitiv erfolgen kann.

Erdgas- vor Hybridantrieb

Noch 2013 erweitert Audi den A3 Sportback um die Erdgasversion TCNG 81 kW/110 PS. Erstmals überhaupt setzen die Ingolstädter auf diesen sauberen Antrieb. Etwas später folgen dann die Sport-Derivate S3 mit 220 kW/300 PS sowie RS3 mit 250 kW/340 PS. In die politisch andere Richtung fährt Audi ab 2014 mit seinem ersten Plug-in-Hybrid, dem A3 e-tron. Schon in Verbindung mit einem Benzinmotor soll der Sportback dann weniger als zwei Liter pro 100 Kilometer verbrauchen.

Michael Specht/MID
 
 
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