In Las Vegas trifft sich einmal im Jahr die Szene der Hacker und IT-Experten, um neue Sicherheitslücken aufzuzeigen und Datenschutz-Schocks auszulösen. Fünf Gruselgeschichten aus Hackerland. Von Ralf Sander

Hacker greifen nicht nur fremde Computer an© Frank Rumpenhorst/DPA
Zweimal im Jahr stürmen die Techniknerds Las Vegas: im Januar während der High-Tech-Messe CES und dem zeitgleich stattfindenden Jahreskongress der US-Pornoindustrie. Und im Juli, wenn die Hacker in die Stadt kommen. Direkt nacheinander beherbergt die Spaßmetropole die Konferenzen "Black Hat" und "Defcon". Organisiert werden beide Hackertreffen von Jeff Moss, einem Star der Szene und heutigen Sicherheitsberater. Sein Credo: Die Welt braucht mehr Hacker, um die Welt sicherer zu machen. Da Hacker aber nicht gleich Hacker sind, richten sich die beiden Konferenzen an unterschiedliche Zielgruppen.
Auf der Defcon, die noch bis Sonntag andauert, tummelt sich der Untergrund. Da werden Eintrittskarten ausschließlich am Eingang gekauft und bar bezahlt, um anonym zu bleiben. Pseudonyme sind die Regel und nicht die Ausnahme. Einige tausend Teilnehmer zeigen rund um die Uhr, was sie können. Wenn die Webguerilleros von Anonymous auf eine Konferenz gehen, dann wäre es die Defcon. Da könnten sie noch viel lernen.
Bei der anderen Konferenz geht es professioneller zu. "Black Hat" ist die Leistungsschau der IT-Sicherheitsszene, der Unis, der Unternehmen, der Behörden. Lücken aufdecken, Probleme skizzieren, mit dem Finger in Wunden des Datenschutzes bohren - was die Experten hier zeigen, kann Angst machen. Nicht umsonst mischen sich unter die Konferenzteilnehmer viele Bundesagenten. Wegen der brisanten Informationen, die sie mitnehmen möchten. Und wegen der Spitzenkräfte, die sie rekrutieren wollen.
Von der gerade zu Ende gegangenen "Black Hat"-Konferenz - fünf Geschichten, die für Aufsehen sorgen.