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19. Juli 2006, 12:29 Uhr

Wenn Eiskaffee in der Tastatur landet

Wer im Sommer bei brütender Hitze vor dem Computer sitzen muss, sehnt sich hin und wieder nach einer kleinen Erfrischung. Doch Eiskaffee oder Cola neben der Tastatur sind gefährlich. Tipps für Lebensmittelunfälle am PC.

Die Geschirrspülmaschine macht jede Tastatur sauber - und kaputt© Schierenbeck/dpa

Die Tasse oder das Glas auf dem Schreibtisch, schnell wird eine unbedachte Bewegung gemacht, und das Getränk landet in der Tastatur. In den meisten Fällen ist diese anschließend nicht mehr zu gebrauchen. Anders sieht es bei Krümeln aus: Sie können leicht aus der Tastatur gesaugt werden.

Wird trotz aller Vorsicht Flüssigkeit über die Tastatur geschüttet, gilt es, Ruhe zu bewahren. "Zuerst einmal sollte man den Computer herunterfahren", rät Andreas Helmiss, Redakteur bei der Zeitschrift "PC-Welt". Ist der Rechner aus, wird die Tastatur abgesteckt und umgedreht auf ein Tuch gelegt. Keinesfalls sollte versucht werden, sie zu öffnen. "Im Inneren sind hauchdünne Leiterbahnen auf einer Platine aufgebracht. Sind diese Leiterbahnen noch intakt, würde man sie mit einem Tuch zerstören."

Ralf Diekmann vom TÜV Rheinland warnt davor, die Tastatur mit einem Fön zu reinigen. Auch sollte sie nicht auf die Heizung gelegt werden. "Am besten man lässt die Tastatur einfach liegen, bis sie trocken ist. Bei Wasser kann das bereits zum Erfolg führen."

Meistens nicht mehr zu retten

Solchen Rettungsaktionen räumt Andreas Helmiss keine großen Chancen ein: "In den meisten Fällen ist die Tastatur kaputt, wenn Flüssigkeit hineinläuft." Bastlern, die nicht aufgeben möchten, rät er, nur die mechanischen Teile zu säubern: "Wer die Tastatur selbst sauber machen möchte, sollte einen weichen Lappen und auf jeden Fall destilliertes Wasser benutzen."

Generell sollten Wassergläser vom Schreibtisch verbannt werden. Allerdings gibt es auch Hilfsmittel, die eine Tastatur schützen. "Der Hersteller Cherry bietet einen Gummiüberzug für Tastaturen an", sagt Helmiss. Die Hüllen werden über die Tastatur gestülpt und sind beim Tippen fast nicht zu spüren.

Daneben werden wasserfeste Tastaturen angeboten. So hat die Firma Genius aus Langenfeld (Nordrhein-Westfalen) eine Tastatur im Programm, bei der das Eindringen der Flüssigkeit ins Innere verhindert werden soll. "Zwischen Tastenfeld und Elektronik ist eine Membran eingelegt. Die eindringende Flüssigkeit wird dadurch von der empfindlichen Elektronik ferngehalten und über kleine Auslässe am Boden aus der Tastatur geleitet", sagt Sven Weiss von Genius.

Mit dem Sauger gegen Krümel

Die Tastatur nur von Staub oder Krümeln zu befreien, ist wesentlich einfacher. "Wenn man die Tastatur sauber machen möchte, genügt es, sie mit dem Staubsauger auf niedrigster Stufe abzusaugen", rät Helmiss. Laut Sven Weiss kann die Tastatur auch umgedreht und ausgeschüttelt werden. Wer die Oberfläche reinigen möchte, sollte das mit einem feuchten Lappen machen. "Keinesfalls darf man scharfe Lösungsmittel verwenden, da sonst die Beschriftung auf den Tasten beschädigt werden könnte."

Notebooks besonders empfindlich

Gerät Flüssigkeit in eine Notebook-Tastatur, ist das Problem größer. In diesem Fall wird das Missgeschick teuer: "Bei einem Notebook ist sehr viel Technik auf engstem Raum eingebaut. Läuft Flüssigkeit hinein, kann es einen Kurzschluss geben. Das kann das Aus für die eine oder andere Komponente bedeuten", sagt Helmiss.

Kommt es trotzdem zu dem Missgeschick, sollte das Notebook sofort ausgeschaltet werden. Dabei genügt es nicht, den Stecker zu ziehen, auch der Akku sollte entnommen werden. Danach muss das Gerät getrocknet werden. Ist eine klebrige Flüssigkeit in das Notebook gelaufen, muss ein Fachmann ran. "Man sollte keinesfalls selbst Hand anlegen", warnt Helmiss. Die Geräte seien sehr kompliziert aufgebaut.

In der Werkstatt wird das Gerät gereinigt. Die Tastatur selbst wird allerdings meist ausgetauscht. "Eine Tastatur besteht aus so vielen Einzelteilen, dass man es gar nicht bezahlen könnte, wenn jedes davon einzeln gereinigt würde", sagt der Experte.

Keine Gummiüberzüge für Laptops

Von Überzügen aus Gummi rät Helmiss ab. "Bei solch kleinen Geräten wie Notebooks ist eine effiziente Kühlung erforderlich." Durch Schutzhüllen könne es zu einem Hitzestau im Gerät kommen. Das würde in kürzester Zeit das Aus für das Notebook bedeuten.

Wer bei der Arbeit viel mit Feuchtigkeit zu tun hat, sollte ein spezielles Notebook kaufen. "Es gibt mittlerweile Geräte mit spezieller Kapselung gegen Flüssigkeit», erklärt Ralf Diekmann vom TÜV Rheinland. Diese Geräte seien gut geeignet für den Einsatz auf Baustellen oder in Industrieanlagen. "Solche Geräte bieten bereits ab Werk einen ganz guten Nässeschutz."

Michael Thieroff/DPA
 
 
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