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8. Oktober 2009, 12:26 Uhr

Mehr Sicherheit für elektronische Post

Die E-Mail soll sicherer werden und auch für die Korrespondenz mit Behörden genutzt werden. Mit einer E-Mail an den Gründungsvater des deutschen Internets wurde das Pilotprojekt gestartet. Doch noch können nicht alle Bundesbürger den Service nutzen.

De-Mail, Bitkom, E-Mail, Datenschutz

Mit einer De-Mail soll der elektronische Schriftverkehr sicherer werden© AP Photo/Frank Augstein

Eine besonders sichere Form der E-Mail wird künftig das Versenden rechtsverbindlicher Dokumente ermöglichen. Den Startschuss für ein sechsmonatiges Pilotprojekt gaben am Donnerstag in Berlin Innenstaatssekretär Hans Bernhard Beus und der Präsident des Hightech-Verbandes Bitkom, Bernhard Rohleder. Vertrauliche Daten sollen in Deutschland künftig genauso sicher über E-Mail versendet werden können wie mit der Post. Rohleder schickte die erste De-Mail an Professor Werner Zorn, einen der Gründerväter des deutschen Internets.

De-Mail ist eine Weiterentwicklung der einfachen E-Mail. Sie besteht Beus zufolge darin, dass Bürgerinnen, Bürger, Unternehmen und auch die Verwaltung "eine einfach zu nutzende Technologie an die Hand bekommen, mit der sie sicher, rechtsverbindlich und vertraulich im Internet miteinander kommunizieren können". Geschäftliche Angelegenheiten oder Behördenkommunikation, für die bisher der Postweg oder sogar persönliches Erscheinen nötig gewesen seien, könnten mit De-Mail einfacher, schneller und von jedem Ort aus vollständig elektronisch erledigt werden. De-Mail sei damit so einfach wie die E-Mail und so sicher wie die Papierpost. Das sechsmonatige Pilotprojekt soll am 9. Oktober in Friedrichshafen gestartet werden. Im Lauf des kommenden Jahres soll De-Mail bundesweit eingeführt werden.

Wichtig ist das zum Beispiel für die Versicherungswirtschaft oder für Verkehr mit Behörden. Dabei werden die Anbieter durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) akkreditiert. "Bürgerinnen und Bürger, die De-Mail nutzen wollen, können sich auf die von den Providern bereitgestellte Sicherungsinfrastruktur verlassen. Denn die Anbieter müssen vorab definierte Anforderungen an die Sicherheit im Rahmen einer sorgfältigen Überprüfung durch das BSI nachweisen, und zwar bevor sie in Betrieb gehen", erläuterte der Abteilungspräsident im BSI, Hartmut Isselhorst, auf der Pressekonferenz. Abgesicherte Anmeldeverfahren und Verbindungen zu dem Provider sowie verschlüsselte Transportwege sorgen dabei für einen rechtsverbindlichen De-Mail-Versand und -Empfang.

Nach Angaben von Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder gibt es weltweit kein vergleichbares, sicheres Verfahren. Bevor die De-Mail aber bundesweit eingeführt werden kann, muss das Bürgerportal-Gesetz in Kraft treten. Der Gesetzentwurf war aus Zeitgründen nicht mehr im Bundestag verabschiedet worden. Nach Angaben von Innenstaatssekretär Hans Bernhard Beus macht De-Mail das Internet sicherer - hundertprozentige Sicherheit gebe es aber auch weiterhin nicht. "Wir müssen an vielen Stellen arbeiten", sagte er.

AP/DPA
 
 
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