Jede E-Mail wird jetzt mitgelesen

3. Juni 2013, 12:30 Uhr

Ab heute werden alle E-Mail-Konten von Yahoo-Nutzern auf ein neues Design umgestellt. Die neuen Geschäftsbedingungen erlauben es dem Konzern, alle ein- und ausgehenden E-Mails mitzulesen.

Yahoo, E-Mail, mitlesen, Big Brother, Marissa Mayer, Umstellung, Nutzerbedingungen, AGB,

Mit neuen Nutzungsbedingungen erhält Yahoo ab sofort das Recht, alle ein- und ausgehenden Nachrichten der Nutzer zu analysieren und die Daten für Werbeeinblendungen zu verwenden.©

Marissa Mayer lässt bei Yahoo keinen Stein auf dem anderen. Mit millionenschweren Übernahmen und kreativen Pressemitteilungen will die Konzernchefin die betagte Internetplattform wieder hip machen. Nachdem vor wenigen Tagen der Bilderdienst Flickr ein neues Layout verpasst bekommen hat, ist nun auch der E-Mail-Dienst an der Reihe: Seit heute bekommen alle Nutzer eine neue Benutzeroberfläche in ihrem Webmailkonto zu sehen, die vom Stil her an Googles Mail-Dienst erinnert. Bislang konnten Nutzer wählen, ob sie das alte oder das neue Design nutzen wollten.

Yahoo liest ab sofort mit

Wer den Dienst weiter nutzen möchte und bislang noch nicht auf das neue Layout gewechselt hat, muss beim ersten Start den neuen Benutzungsbedingungen zustimmen. Die aber haben es in sich: Wer Yahoo sein Okay gibt, erlaubt dem Konzern, alle ein- und ausgehenden E-Mails zu analysieren. So heißt es in den neuen Nutzungsbedingungen: "Durch Nutzung des Services erklären Sie sich damit einverstanden und gestatten es Yahoo! mittels automatischer Systeme alle eingehenden und ausgehenden Kommunikationsinhalte, die von Ihrem Account gesendet und empfangen werden […] einschließlich solcher Inhalte, die in Ihrem Account gespeichert sind, zu scannen und zu analysieren." Die so gewonnenen Daten will der Konzern künftig zum Einblenden von auf den Nutzer abgestimmten Werbebannern und Inhalten nutzen, schreibt Yahoo.

Auch Nutzer eines kostenpflichtigen Pro-Mail-Kontos müssen den neuen Nutzungsbedingungen zustimmen. Wer nicht einverstanden ist, erhält anteilig sein Geld zurück, schreibt Yahoo in einer Erklärung.

Marissa Mayer unzufrieden mit Microsoft

Bereits im Februar dieses Jahres hat Yahoo angekündigt, dass der Konzern Werbung von Google auf seinen Webseiten ausliefern werde. Dabei soll es sich um kontextbezogene Werbung aus Googles AdSense-Netzwerk handeln, die sich auf Sucheingaben und Aktivitäten der Nutzer bezieht, schreibt das "IT-Portal golem.de". Auch Google blendet in seinem Maildienst auf Inhalte bezogene Werbeanzeigen ein. Nutzer von Smartphones und Tablets sollen künftig ebenfalls entsprechende Werbung zu sehen bekommen.

Derzeit übernimmt Microsoft die Vermarktung der Suchmaschinenwerbung. Allerdings erklärte Yahoo-Chefin Marissa Mayer bereits vor einigen Monaten, dass sie mit der Entwicklung der Microsoft-Partnerschaft unzufrieden sei.

Hier können Sie dem Verfasser auch auf Twitter folgen.

Der Autor Christoph Fröhlich auf Google+

Lesen Sie auch
Digital
Extra: Leben im Internet der Dinge Extra Leben im Internet der Dinge
Vergleichsrechner
Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Unser kostenloser DSL-Vergleich zeigt Ihnen die DSL-Tarife, die am besten zu Ihnen passen. Zum Tarifvergleich
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity