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19. Juni 2011, 17:31 Uhr

Polizei beschlagnahmt mehrere Millionen Euro

Fahnder haben Konten und Luxusautos der Betreiber der Filmplattform "Kino.to" konfisziert. Der Kopf der Bande, die mit Raubkopien im Internet Geld verdiente, schweigt. Doch von weiteren Beschuldigten gibt es inzwischen Teilgeständnisse.

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Die Internetseite "Kino.to" ist inzwischen gesperrt - versehen mit einem Hinweis der Kriminalpolizei© Tobias Kleinschmidt/DPA

Gut eine Woche nach der Razzia gegen das gesperrte illegale Internet-Filmportal "Kino.to" haben die Fahnder erste Konten und Luxusautos beschlagnahmt. Auf Konten in Spanien, die dem Hauptbeschuldigten aus Leipzig zugeordnet werden, wurden rund 2,5 Millionen Euro sichergestellt, sagte der Sprecher der Dresdner Generalstaatsanwaltschaft, Wolfgang Klein. Er bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus".

Der Mann und weitere 20 Verdächtige sollen als sogenannte Streaming-Hoster illegale Kopien von Filmen, darunter auch aktuelle Blockbuster, für Internetnutzer bereitgestellt haben. Ihnen werden die Bildung einer kriminellen Vereinigung und gewerbsmäßige Verletzung des Urheberrechts vorgeworfen.

Die Ermittler gingen davon aus, dass der Leipziger als Kopf der Bande das Modell des Gratiskinos entwickelt und perfektioniert habe, sagte Klein. Der Mann schweige bislang zu den Vorwürfen, andere Beschuldigte hätten teilweise gestanden. Die Plattform "Kino.to" sei ein "hochkriminelles und profitorientiertes System", sagte Klein. Von der illegalen Filmbeschaffung bis zur Bereitstellung der Links auf der Internetseite sei alles penibel organisiert worden.

Profit aus Internetwerbung

Die von der Polizei gesperrte Plattform "Kino.to" bot Links zu Streaming-Servern an, die zahllose Filme bereitstellten. Sie soll zuletzt von hunderttausenden Menschen täglich genutzt worden sein. Die Betreiber erzielten hohe Einnahmen aus Internetwerbung. Der Schaden für die Filmindustrie wird laut Klein auf eine zweistellige Millionenhöhe geschätzt. Nach einer Strafanzeige der Gesellschaft zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) war im April ein Verfahren eingeleitet worden. Wegen der außergewöhnlichen Komplexität und des Umfangs übernahm die Generalstaatsanwaltschaft den Fall.

"Es gibt insgesamt 21 Beschuldigte, alles deutsche Staatsbürger", sagte Oberstaatsanwalt Klein. Nach den Durchsuchungen im In- und Ausland zu Monatsbeginn seien auch drei Luxusautos in Deutschland und auf Mallorca sowie weitere 200.000 Euro auf dem deutschen Konto eines führenden "Kino.to"-Mitarbeiters sichergestellt worden. Bei einem in Spanien verhafteten Mann werde die Auslieferung betrieben. "Die Ermittlungen stehen aber noch relativ am Anfang", sagte Klein. "Wir müssen Beschuldigte und Zeugen vernehmen, die Spur des Geldes verfolgen und eine gigantische Menge von Computer- und Serverdaten sichten." Das Verfahren werde daher noch Monate dauern.

seh/DPA
 
 
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