Samsungs Mega-Messe

14. März 2013, 16:48 Uhr

3000 Journalisten, Live-Übertragung am Times Square: Samsungs Präsentation des Galaxy S4 wird eine Show der Superlative. Erzrivale Apple könnte sie kaum besser inszenieren. Von Christoph Fröhlich

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Samsung wird in der Nacht zum Freitag eine große Show zum Galaxy S4 auf dem Times Square feiern©

Bescheidenheit geht anders: "Das wird eine der erstaunlichsten Produkteinführungen, seit es das Farbfernsehen gibt", behauptet Samsung großspurig in einem Werbespot für das kommende Super-Smartphone Galaxy S4. Heute Nacht wird der südkoreanische Elektronikkonzern, der innerhalb weniger Jahre zum weltgrößten Smartphone-Hersteller avancierte, den von Fans langerwarteten Nachfolger des Galaxy S3 aus dem Hut zaubern. Und dafür hätten sie kaum eine größere Bühne finden können: Vor rund 3000 Journalisten wird Samsung in der Radio City Music Hall, wo sonst die MTV Video Music Awards an Stars wie Lady Gaga oder Eminem vergeben werden, sein neues Alleskönner-Telefon vorstellen. Zusätzlich wird das Event live auf dem Times Square im Herzen Manhattans auf riesigen Leinwänden übertragen. Es wird eine Mega-Show, die der Konkurrenz zeigen soll, wer der Platzhirsch ist.

Seit Wochen schürt Samsung die Erwartungen der Fans. Angefangen von Flyern mit kurzen Infohäppchen über mehrere Teaser-Videos auf Youtube bis hin zu riesigen Plakaten hat Samsung nichts ausgelassen, um die Werbetrommel zu rühren. Selbst einen Flashmob mit einigen Künstlern hat Samsung an jenem Ort veranstaltet, an dem heute Nacht Tausende Menschen die Präsentation des neuen Telefons live verfolgen werden. Der Ort ist kein Zufall: Nur wenige Blöcke entfernt befindet sich Apples Flaggschiff-Laden in der Fifth Avenue. Es ist eine Kampfansage an den Erzfeind aus Cupertino. Wie der große Widersacher legt Samsung Wert auf Geheimniskrämerei, Details zur Show sind nicht durchgesickert. Erste im Netz kursierende Bilder zeigen, dass Samsung mitten auf dem Times Square eine Art Bühne aufbaut.

Bloß ein Highend-Telefon?

Das Samsung Galaxy S4 wird dem iPhone 5 technisch weit überlegen sein, daran zweifelt in der Branche niemand. Angeblich gut informierte Quellen zeichnen bereits ein ziemlich genaues Bild des Galaxy S4, obwohl Samsung noch kein einziges Wort darüber verloren hat. Nicht einmal der Name ist bestätigt. Ein fünf Zoll großes Display mit Full-HD-Auflösung wird das Smartphone demnach besitzen, der Vorgänger hatte einen 4,8 Zoll-Bildschirm. Mit dem vermuteten 1,8-Gigahertz-Achtkernprozessor könnte Samsung das bislang schnellste Telefon bauen, dass Apples iPhone 5 dagegen alt aussieht.

Um die vollmundigen Versprechungen zu erfüllen, muss Samsung aber weit mehr auffahren, als ein rechenstarkes Innenleben unter ein riesiges Display zu bauen. Dafür bräuchte Samsung echte Innovationen, die der Konzern bislang vermissen ließ. Zwar bot bereits das Galaxy S3 neuartige Funktionen wie Gesten-Steuerung und die drahtlose Übertragung via S Beam, wirklich herausragend aber war keines der Features. Selbst der Sprachassistent S Voice war nur eine billige Kopie von Apples Siri.

Nun könnte Samsung tatsächlich die erhofften Innovationen liefern: Angeblich soll das Galaxy S4 mit Augenbewegungen gesteuert werden können, wie die renommierte "New York Times" vor wenigen Tagen meldete. Beim Lesen von Texten sollen keine Wischgesten mehr erforderlich sein, um weiterzuscrollen. Stattdessen erkenne das Gerät mit der Frontkamera, wenn die Augen des Nutzers in Richtung des unteren Display-Randes blicken und blättert daraufhin automatisch weiter, heißt es in dem Bericht. Die neue Funktion soll "Eye Scroll" heißen, die Markenrechte hat sich Samsung dem Bericht zufolge bereits in den USA und in Europa gesichert.

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Viel Geheimniskrämerei um das Samsung-Event©

Klotzen statt kleckern

Die Taktik der Südkoreaner ist nicht neu: Bereits beim Galaxy S3 setzten sie bei der Präsentation auf viel Pomp. Sie präsentierten ihr Flaggschiff nicht wie andere Hersteller auf dem Mobile World Congress in Barcelona, sondern im Herzen von London, wo wenige Monate später die Olympischen Spiele stattfanden. Zugleich wurde man einer der Hauptsponsoren des Mega-Events.

Auch die eigentliche Präsentation folgte dem Motto "Klotzen statt kleckern": Statt die Musik über Lautsprecher wiederzugeben, buchte Samsung das London Metropolitan Orchester und ließ den Soundtrack live einspielen. Mehr Pathos ging nicht. Nicht wenige der Anwesenden erwarteten ein Weltwunder, am Ende war es doch nur ein Telefon.

In den ersten 100 Tagen verkaufte Samsung mehr als 20 Millionen Galaxy S3, nach sechs Monaten knackte es die 40-Millionen-Marke. Rund 190.000 Exemplare des Flaggschiffs verkaufen die Südkoreaner Tag für Tag. Insgesamt gingen in den letzten Jahren mehr als 100 Millionen Galaxy-Geräte über den Ladentisch. Offenbar reicht es heutzutage nicht, Super-Telefone zu bauen, um neunstellige Verkaufszahlen zu erreichen. Man braucht auch eine Super-Show.

Vieles spricht dafür, dass Samsung mit dem Galaxy S4 den Erfolg wiederholen wird. Sollten die Südkoreaner sich treu bleiben, dürfte das Gerät bereits in wenigen Wochen im Handel sein und die Vorherrschaft weiter zementieren. Eine schnelle Reaktion von Apple hat Samsung nicht zu befürchten: Branchenkenner vermuten, dass der iPhone-5-Nachfolger frühestens im Juni kommt.

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