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1. November 2008, 15:05 Uhr

Google macht mobil

Die Suchmaschine Google hat ihr erstes Handy auf den US-Markt gebracht: Das T-Mobile G1 soll der Erstling einer geplanten Reihe von Mobiltelefonen sein. Doch der große Wurf ist dem Online-Riesen damit noch nicht gelungen. Von Dirk Liedtke

Das Display des G1 lässt sich zur Seite schieben. Darunter erscheint eine vollwertige Tastatur zum Surfen und Mail-Schreiben© Hersteller

Was haben denn Mobiltelefone mit Internetsuche zu tun? Wer sich das Google-Handy G1 ansieht, das diese Woche in den USA auf den Markt kommt, erkennt die Antwort sofort: ziemlich viel! Denn das G1 ist eng mit allem verknüpft, was Google bietet: Wer mit dem Handy im Internet surft, sucht per Google; Termine und Adressen gleichen sich mit dem Onlinekalender und dem Adressverzeichnis von Google ab; Mails ruft das Telefon von einem Google-Mail-Konto ab. Ohne ein Nutzerkonto bei Google lässt sich das G1 gar nicht erst in Betrieb nehmen.

Was das Herz begehrt

Das Rezept kennt man schon von Apple: Eine bekannte Marke, die eigentlich keine Erfahrung mit Handys hat, bringt das Internet in jede Hosentasche. Bei Google scheint das noch besser zu funktionieren: Schon vor dem Verkaufsstart sollen 1,5 Millionen Handys vorbestellt worden sein, dreimal so viel wie erwartet und deutlich mehr, als von Apples iPhone am ersten Wochenende verkauft wurden. Gebaut wird das Google-Handy vom taiwanesischen Hersteller HTC, vertrieben von T-Mobile. Wie schon beim iPhone müssen deutsche Telefonierer aber noch Monate auf das G1 warten: Im ersten Quartal 2009 wird es zu haben sein - mit Vertrag vermutlich schon ab einem Euro.

Das Telefon der Suchmaschine ist sicherlich besser ausgestattet als die meisten der Handys in deutschen Taschen, mit denen man vor allem telefonieren und SMS-Nachrichten senden kann. Selbst wenn die Geräte mehr drauf haben, werden oft nur die Grundfunktionen genutzt.

Das Google-Handy hingegen gehört wie das iPhone zu den "Smartphones": kleine Computer, mit denen man außer telefonieren im Internet surfen, E-Mails abfragen, Youtube-Videos anschauen, Musik abspielen oder per GPS navigieren kann. Damit all das auch Spaß macht, sind im G1 eine schnelle Datenverbindung per UMTS und ein drahtloser Internetzugang per WLAN eingebaut.

Auf dem Bildschirm werden per Druck aufs Display Funktionen aufgerufen und Programme gestartet. Unter dem Touch-Screen befinden sich fünf Tasten und ein Trackball© Hersteller

Das Herz des G1 ist das Handy-Betriebssystem Android, entwickelt von einer mächtigen Firmenallianz, die Google anführt. Das G1 ist das erste einer geplanten Familie von Handys und Minicomputern verschiedener Hersteller, die mit Android laufen sollen. Zahlreiche Zusatzprogramme soll man sich zum Teil kostenlos auf das Handy herunterladen können.

Schwächen in der Umsetzung

Beim Erstling nerven viele Kleinigkeiten, etwa das Fehlen eines Standard-Kopfhöreranschlusses, der arg magere Musik-Player oder der berührungsempfindliche Bildschirm, der beim Kippen des Telefons nicht automatisch von Hoch- auf Querformat wechselt. Auch die separate Tastatur, eigentlich ein Plus für Vielschreiber, ist eher schwergängig. Ein wenig klobig ist das G1 ohnehin. Und so sind sich die US-Fachjournalisten bereits einig, dass das erste Google-Handy niemals so begehrt sein wird wie Apples iPhone. Aber das gibt weiteren Android-Handys umso bessere Chancen.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 44/2008

Von Dirk Liedtke
 
 
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