Die neuen Apple-Handys im Check

11. September 2013, 08:34 Uhr

Apple hat zwei neue Smartphones vorgestellt: Das iPhone 5S und das Plastikmodell iPhone 5C. stern.de konnte die Geräte ausprobieren und sagt, was sie können und wie sie sich anfühlen. Von Christoph Fröhlich

Es war ein turbulentes Jahr für Apple: Im August 2012 knackte der iPhone-Hersteller noch die 600-Milliarden-Dollar-Marke und wurde zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Dann kam das iPhone 5, kurz darauf das iPad Mini - und dann lange Zeit erstmal nichts.

Monatelang warteten die Technikwelt und Anleger auf das nächste große Ding aus Kalifornien. Am Dienstag war es dann so weit: Tim Cook betrat die Apple-Bühne. Und erstmals in der Geschichte zeigte der Konzern gleich zwei neue Smartphones: das neue Flaggschiff iPhone 5S und das bunte iPhone 5C. Wir haben beide Geräte ausprobiert und sagen, was die neuen iPhones können.

Auf den ersten Blick ist das iPhone 5S vom iPhone 5 nicht zu unterscheiden. Wie beim Vorgänger hat das Vier-Zoll-Display auf einer Diagonale von 10,2 Zentimetern eine Retina-Auflösung von 1136 x 640 Pixeln. Dem Trend zu deutlich größeren Bildschirmen, teils mit Full-HD-Auflösung, zeigt Apple also die kalte Schulter. Wie der Namenszusatz S vermuten lässt, hat Apple dem Top-Smartphone stattdessen ein neues Innenleben und ein paar besondere Funktionen spendiert.

Konsole für die Hosentasche

Neues iPhone, neuer Prozessor - das gilt auch in diesem Jahr. Diesmal steckt in dem Gerät ein A7-Prozessor, der als erster Smartphone-Chip überhaupt mit 64-Bit-Technologie arbeitet. "Die anderen reden noch nicht einmal davon", prahlt Apple-Manager Phil Schiller. Der neue Prozessor soll doppelt so viel Rechenpower haben wie der A6 des iPhone 5. Was mit der neuen Hardware möglich ist, demonstrierte Donald Mustard von ChAIR entertainment mit "Infinity Blade III": Die Grafik des Fantasyschnetzlers ist beeindruckend und liegt auf Augenhöhe mit modernen Konsolen. Auch das neue Betriebssystem iOS 7 läuft ohne Ruckler: Nahtlos kann man von der Kamera-App in den Browser und wieder zurück wechseln.

Neben dem Rechen- und Grafikchip gibt es ein weiteres neues Bauteil, den M7-Prozessor. Er wertet ständig Sensordaten vom Beschleunigungsmesser, Gyroskop und Kompass aus und soll dadurch eine neue Generation von Fitness-Apps ermöglichen. So könne das Gerät selbst erkennen, ob jemand steht, geht, läuft oder fährt, schwärmt Phil Schiller. Das App-Angebot dürfte zum Start aber eher mau ausfallen: Mit Nike+ Move steht derzeit nur eine Anwendung zur Verfügung, die diese Funktionen unterstützt. Allerdings dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Anbieter von Fitness-Apps den M7-Chip nutzen werden.

Neue Kamera mit alter Auflösung

Die neue iSight-Kamera auf der Rückseite löst immer noch mit acht Megapixeln auf, allerdings ist sie dank einer Fünf-Elemente-Linse deutlich lichtstärker als vorher (f2.2-Blende statt f2.4). Außerdem erfasst der neue Sensor ein 15 Prozent größeres Gebiet. "Größere Pixel ergeben bessere Bilder", bringt es Tim Cook auf den Punkt und orientiert sich im Wettrennen um die meisten Megapixel an HTC, die mit dem One auch auf größere, so genannte Ultrapixel setzen.

Vor allem bei schlechten Lichtbedingungen soll das neue iPhone 5S punkten: Der Knipse steht nun ein Doppel-LED-Blitz zur Seite, einer erzeugt ein weißes, der andere ein bernsteinfarbenes Licht. Dadurch sollen Hauttöne realistischer wirken und Gelb- und Blaustiche vermieden werden. Wie gut das funktioniert, konnten wir leider nicht testen, da der Raum mit den Testgeräten sehr hell beleuchtet war.

Die Kamera-Software wurde mit iOS 7 ebenfalls überarbeitet: Es gibt nun verschiedene Effekte wie Sepia- und Schwarzweiß-Filter - Instagram lässt grüßen. Mit einem "Burst"-Modus können nun 20 Bilder in zwei Sekunden aufgenommen werden, das iPhone sucht anschließend den gelungensten Schnappschuss heraus. Das kann praktisch sein bei schnellen Motiven wie spielenden Kindern oder rennenden Tieren. Videos nimmt die Kamera in HD-Ready-Auflösung (720p) mit 120 Bildern pro Sekunde auf und ermöglicht so beeindruckende Slow-Motion-Aufnahmen.

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