25. Januar 2013, 12:20 Uhr

Kriminelle fluten Nachrichten-App mit Erotik-Spam

Neuer Ärger für Whatsapp-Nutzer: Spammer nutzen die beliebte Nachrichten-App, um Links für kostenpflichtige Erotik-Portale zu verschicken. Einen Schutz gibt es nicht. Von Christoph Fröhlich

Whatsapp, Nachrichten, Spam, Spammer, Erotik, Link, Messenger

Wird Opfer von Spammern: der Messengerdienst Whatsapp.©

Spammer haben einen neuen Weg gefunden, ihre unerwünschten Nachrichten an den Mann zu bringen: Wie das IT-Portal "Heise" berichtet, nutzen immer mehr Kriminelle die beliebte Nachrichten-App Whatsapp als Transportmittel für ihre dubiosen Meldungen. Die Nachrichten stammen meist von unbekannten Absendern und sollen die Empfänger auf kostenpflichtige Erotikportale oder Seiten von Abofallenbetreibern locken. Eine typische Spam-Mitteilung sieht etwa so aus: " Hallo hab was ganz irres gefunden! Achtung reine Spezial-Versionen, ( um die Nachricht zu entschlüsseln einfach die Links öffnen die im Profil versteckt sind, siehe Foto oben links…. ) L. G. und schickt die Nachricht mal weiter! In einigen Nachrichten heißt es vertrauensvoll: "P.S.: Habe alles auf Viren überprüft, kennst mich doch…."

Fieser Trick

Damit die Spam-Botschaften nicht von den Whatsapp-Machern entdeckt werden, nutzen die Kriminellen einen simplen Trick: Um die Filter des Betreibers zu umgehen, packen die Spammer die Links nicht in die eigentliche Nachricht, sondern in das Profilbild des Absenders. Um keinen Verdacht zu erregen, sind die Webadressen mit einem speziellen Tool verkürzt worden, sodass der dahinterliegende Inhalt verborgen bleibt.

Tippt der Nutzer die Links in die Browserzeile, bekommt er zunächst etwas nackte Haut zu sehen, bevor er aufgefordert wird, ein kostenpflichtiges Erotik-Abo zu bestellen. Doch wie kommt die Spam-Mitteilung eigentlich auf das Handy, obwohl der Absender unbekannt ist?

Computer erraten Telefonnummern

Ähnlich wie bei E-Mails und SMS müssen Spammer nur die Zieladresse kennen, um Nachrichten zu verschicken. Bei Whatsapp reicht es, die Telefonnummer des Empfängers zu wissen. Das machen sich die Kriminellen zunutze, indem sie automatisiert Nummern erraten. Landen Sie einen Treffer, können Nachrichten sofort verschickt werden, da Whatsapp im Gegensatz zu anderen Messengerdiensten nicht prüft, ob sich die beiden Gesprächspartner überhaupt kennen.

Schützen kann man sich gegen Whatsapp-Spam nicht. Die einzige Möglichkeit besteht darin, den Absender zu blockieren. Eine Funktion zum Melden von Spam-Mitteilungen existiert bislang nicht.

Hier können Sie dem Verfasser auch auf Twitter folgen.

 
 
Jetzt bewerten
17 Bewertungen
MEHR ZUM ARTIKEL
Facebook Messenger wird aktualisiert Angriff auf Whatsapp

Whatsapp ist der Platzhirsch unter den SMS-Alternativen. Zehn Milliarden Nachrichten werden pro Tag mit dem Tool verschickt. Nun greift Facebook an - und bringt seinen Messenger auf Vordermann.

Neue Sicherheitslücke entdeckt Whatsapp macht es Betrügern leicht

Neue Kritik am Messengerdienst Whatsapp: Wieder lassen sich Accounts mit geringem Aufwand übernehmen und Nachrichten in fremden Namen verschicken. Das Unternehmen schweigt zu den Vorwürfen.

SMS-Alternative Whatsapp wird auf Android-Geräten kostenpflichtig

Der Messengerdienst Whatsapp ist eine der beliebtesten Apps auf Smartphones. Bislang war die SMS-Alternative für Android-Nutzer kostenlos, seit Kurzem verlangen die Macher eine Jahresgebühr.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (25/2013)
Lust auf Rezept