Ratgeber Ernährung

Schlauer essen

Was in Lebensmitteln steckt, steht nicht immer auf dem Etikett: Die Hersteller müssen längst nicht alles nennen, was sie verwenden. Und was sie angeben, ist oft nur schwer zu verstehen. Eine Gebrauchsanweisung zum Weltgesundheitstag.

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Im Erdbeerjoghurt muss nur wenig Erdbeere stecken©

Ist ein Erdbeerjoghurt ein Joghurt voll mit Erdbeeren? Nur bedingt. Es kommt auf die Details an: So muss ein Becher, auf dem "Erdbeerjoghurt" steht, nur 9 Gramm Früchte enthalten, wenn der gesamte Inhalt 150 Gramm beträgt: Das entspricht etwa einer halben Erdbeere. Spricht die Verpackung von einem "Joghurt mit Fruchtzubereitung", reichen sogar weniger als 6 Gramm, das entspricht einem Drittel einer Beere. Und noch mehr knausern können Hersteller bei einem "Joghurt mit Erdbeergeschmack".

Und der Geschmack? Hat ziemlich sicher wenig mit dem roten Obst zu tun. Erdbeeren verlieren während der industriellen Verarbeitung das Aroma und schmecken nur noch fade. Deshalb helfen viele Hersteller mit Ersatzstoffen aus dem Labor nach. Und sie fügen weitere chemische Helfer hinzu, wie etwa Geschmacksverstärker, Konservierungs- und Verdickungsmittel sowie Farbstoffe.

Hinter den E-Nummern verbergen sich 315 Zusatzstoffe

So genannte Zusatzstoffe müssen gemäß Lebensmittel-Kennzeichnungs-Verordnung bei verpackten Produkten auf der Zutatenliste aufgeführt sein. Diese Substanzen verdicken, säuern, machen länger haltbar oder größer, färben oder verstärken den Geschmack.

Zurzeit sind in der Europäischen Union 315 Stoffe als Lebensmittel-Zusatzstoffe zugelassen. Nicht jede dieser E-Nummern steht jedoch für einen eigenen Wirkstoff. Viele kennzeichnen lediglich verschiedene Varianten einer Substanz.

Nicht giftig, aber umstritten: Amaranth

Auf der Packung müssen Zusatzstoffe wahlweise mit ihrem chemischen Namen oder ihrer E-Nummer erwähnt sein. Das "E" steht für Europa, die Ziffern dahinter beschreiben EU-einheitlich die Stoffe von E 100 - für den Gelbwurzel-Farbstoff Kurkumin - bis E 1520: für das Lösemittel Propylenglycol. Die Substanzen sind prinzipiell keine Schadstoffe, sie sind nicht giftig und nicht gesundheitsschädlich.

Umstritten sind sie aber doch. Einige stehen im Verdacht, hoch dosiert zu Durchfall zu führen oder bei empfindlichen Menschen Allergien oder Pseudoallergien auzulösen. Die Verbraucherzentralen sehen bei etwa 50 Zusatzstoffen Gefahren, vor allem für Menschen mit Allergien oder mit Asthma. Von einigen Stoffen raten sie ganz ab, etwa von Amaranth (E 123), einem künstlich erzeugten, roten Farbstoff, der in einigen Spirituosen zugelassen ist. Er steht unter Krebsverdacht.

 
 
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