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26. Oktober 2009, 21:58 Uhr

Impfaktion beginnt schleppend

Nur zögerlich haben in den meisten deutschen Bundesländern die Impfungen gegen die Schweinegrippe begonnen. Auch im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf haben sich einige Mitarbeiter gegen H1N1 immunisieren lassen. stern.de hat sich vor Ort umgesehen. Von Ulrike Schäfer

Schweinegrippe, Impfung, H1N1, Pandemrix, Glaxo-Smith-Kline

Angst vor der Schweinegrippe hat Janusch Wesolowski zwar nicht - doch er will das Virus nicht weitertragen© Ulrike Schäfer

Die Appelle der Behörden fanden nur wenig Gehör: Nur schleppend hat am Montag die Massenimpfung gegen die Schweinegrippe in Deutschland begonnen. Vor allem Beschäftigte im Gesundheitswesen, Polizisten und Feuerwehrleute sollten sich seit dem Morgen impfen lassen. Doch in vielen Gesundheitsämtern blieb der Ansturm auf die Impfung aus. Vor allem in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Bayern meldeten viele Praxen eine geringe Nachfrage nach der Immunisierung.

Auch am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gab es keine Warteschlange vor dem Impfzimmer. Jörg Werner ist der Erste, der sich morgens den Fragen der zahlreichen Medien stellt. Mikrofone und Kameras richten sich auf den Mitarbeiter des UKE. Dabei möchte sich der Stationsleiter eigentlich nur gegen das H1N1-Virus impfen lassen.

Zum Start der größten Impfaktion, die es je in Deutschland gab, haben sich Fernsehteams und Reporter der regionalen Radiosender und Nachrichtenagenturen am UKE eingefunden, um bei den ersten Impfungen gegen H1N1 live dabei zu sein. Auch hier wird seit dem heutigen Montag das so genannte Schlüsselpersonal in Medizin, Feuerwehr und Polizei geimpft. So soll im Fall einer Masseninfektion die medizinische Versorgung und die öffentliche Sicherheit gewährleistet werden. Zudem soll verhindert werden, dass Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern das Virus an Patienten weitergeben. Um das zu vermeiden, hat das UKE seinen Mitarbeitern die Impfung empfohlen, wie Ricarda Klein, Direktorin für Patienten- und Pflegemanagement, berichtet. Klein hofft, dass heute etwa fünf bis zehn Prozent der 4500 Angestellten zur betriebsärztlichen Untersuchungsstelle kommen werden. In den nächsten Wochen werde die Zahl der geimpften Mitarbeiter voraussichtlich auf etwa 50 Prozent steigen, meint sie.

Dreißig lassen sich in den ersten zwei Stunden impfen

In den ersten zwei Stunden seit Impfbeginn waren rund 30 Schwestern, Pfleger und Ärzte bei ihr, schätzt die Leiterin des betriebsärztlichen Dienstes Gabriele Andersen. Darunter auch Jörg Werner: Der 45jährige will sich impfen lassen, "weil ich eine Verantwortung habe für meine Familie und Patienten". Die drei Kinder seines in Kanada lebenden Stiefbruders sind an Schweinegrippe erkrankt. "Das möchte ich meinem persönlichen Umfeld ersparen", sagt Werner. Eine Schwester führt ihn in das Impfzimmer der betriebsärztlichen Untersuchungsstelle. Dort liegt bereits eine Packung mit den Pandemrix-Impfdosen bereit. Die Schwester zieht die Spritze auf und sticht Werner in den Arm. Verwundert schaut er auf: "Haben Sie wirklich schon gespritzt? Ich habe nichts gemerkt." Die Nadeln für die H1N1-Impfung sind extra dünn und kaum zu spüren. Die unangenehmen Nebenwirkungen setzen eventuell später ein: Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle zählen zu den häufigsten Folgen, auch Kopf- und Gliederschmerzen. Bedenken wegen der Nebenwirkungen hat Werner aber nicht.

Auch Janusch Wesolowski, Doktorand am Institut für Immunologie, hat sich zur Impfung entschlossen. "Als Immunologe kann ich mir nicht vorstellen, dass die Impfung schadet", so der 32-Jährige. Angst vor dem Virus hat er zwar nicht, doch er will nichts nach draußen tragen. "Die Freundin meines Bruders ist schwanger, für sie wäre es schlimm, sich anzustecken", sagt Wesolowski. Ein angehender Arzt, der nach ihm das Impfzimmer betritt, hat sich mit seinem Oberarzt beraten, ob er sich zu dem Schritt entschließen sollte: "Die Schweinegrippe als solche ist völlig unkompliziert, aber sie zieht häufiger als die gewöhnliche Grippe Komplikationen nach sich, etwa Herzmuskelentzündungen. Davor habe ich schon Angst", sagt er.

Ab nächster Woche sind die Risikogruppen dran

Nach Ärzten, Schwestern, Polizisten und Feuerwehrleuten sollen in den meisten Bundesländern ab der nächsten Woche die Risikogruppen geimpft werden, vor allem chronisch Kranke wie Asthmatiker oder Diabetiker. Schwangeren raten Experten dagegen eher dazu abzuwarten: Die Länder bemühen sich zurzeit für diese Gruppe und für Kinder um einen speziellen Impfstoff ohne die umstrittenen Wirkverstärker.

Ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde, der sich am UKE einen Eindruck vom Impfstart verschafft, stellt fest: "Theoretisch können sich ab nächster Woche auch schon normale Patienten impfen lassen. Es wird nicht kontrolliert, ob jemand zur Risikogruppe zählt oder nicht. Wir appellieren aber an die Bürger, den besonders gefährdeten Personen den Vortritt zu lassen." Jede Woche werden 40.000 bis 60.000 Impfdosen für die Hamburger bereitgestellt, insgesamt sollen es eine Million werden.

Ob überhaupt so viele gebraucht werden, ist noch völlig offen. Die Diskussion um den Impfstoff könnte viele Menschen von einer Impfung mit Pandemrix abhalten - ganz ohne Grund, wie Gerd Burchard, Leiter der Sektion Infektiologie und Tropenmedizin am UKE, versichert. Weltweit herrsche ein breiter Konsens darüber, dass Risikogruppen auf jeden Fall geimpft werden sollten. Eine übertriebene Panikmache sei aber nicht angezeigt. Sein Kollege Ansgar W. Lohse, Leiter der Medizinischen Klinik und Poliklinik, ist dagegen eher besorgt, dass die Deutschen die Schweinegrippe unterschätzen könnten: "Wir sind sicher, dass die Bedrohung durch das H1N1-Virus eine erhebliche ist."

Von Ulrike Schäfer
 
 
KOMMENTARE (10 von 14)
 
Parvis (29.10.2009, 12:17 Uhr)
@kat35
Auch folgender 'Impfschaden', allerdings beobachtet bei Polio, wurde in dem Buch 'Sehr geehrte Herr Firma' dokumentiert:

Eine besorgte Mutter schrieb an das Gesundheitsamt. Der Inhalt des Briefes lautete sinngemäß so 'Sehr geehrte Damen und Herrn..... Ich werde mein Kind nicht gegen Polio impfen lassen. Meine Nachbarin hat ihr Kind impfen lassen und am Tag darauf fiel es aus dem Fenster ....'.
Parvis (29.10.2009, 10:30 Uhr)
@kat35
sie sollten sich aus seriösen Quellen informieren - der Kott Verlag gehört nicht dazu. Und verwunderlich ist weiterhin, dass im Grunde nur eine Zeitung in Schweden über Todesfolgen nach der Impfung schreibt - Expressen. Und die Seriosität dieses Blattes hält sich ebenfalls in Grenzen.
beatesuesser (29.10.2009, 05:06 Uhr)
impfung
ejj jungs nehmt einfach KAMAGRA, hilft gegen schweinegrippe und bringt wieder fun ins leben
kat35 (28.10.2009, 15:37 Uhr)
nicht alle Politiker mit der Pharma verschwägert
Das habe ich bei Impfkritik.de gefunden unter News:
Lassen Sie sich in Deutschland nicht gegen "Schweinegrippe" oder "Neue Grippe" impfen!
29.09.2009: Diese Empfehlung gebe ich als Arzt und Gesundheitspolitiker aus tiefer Sorge um mögliche Nebenwirkung der in Deutschland erhältlichen Impfstoffe, die ohne Not und nur aus Profitgier mit patentierten Zusatzstoff-Kombinationen auf den Markt gebracht werden. Herkömmliche Impfstoffe, die in anderen Ländern sehr wohl mit guter Wirksamkeit existieren, haben die Pharma-Monopolisten mit Hilfe des Paul-Ehrlich-Institutes vom lukrativen Deutschen Markt verdrängt. Hier -zur Kenntniss- eine Mitteilung des unabhängigen Arzneimittel Telegramms, welches die Lage in Deutschland analysiert und, meiner Meinung nach, treffend dargestellt hat. (...) - www.wodarg.de, 29. Sept. 2009



ullameyko.hawaii (27.10.2009, 17:26 Uhr)
die Macht der Medien
wird hier aufs anschaulichste missbraucht.Keiner will zum impfen gehen? Also wird mal schnell ein putziger Artikel lanciert, der dem Stimmvieh signalisiert, dass das Impfen doch eine super Sache ist. Daselbe mit der Lobhudelei auf Super Mutti Merkel - mein Gott waren das noch Zeiten, als die Zeitungen noch die Wahrheit schreiben konnten. Die Impfung ist ein Riesengeschäft für die Pharmaindustrie, die Regierung unterstützt die Pharmaindustrie und die willfährigen Schreiberlinge unterstützen das noch. Ein Schelm der Böses dabei denkt...
Administrator (27.10.2009, 14:12 Uhr)
@SirDidimus
Ihre Kommentare sind noch da. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser und unterlassen Sie die Behauptung, wir würden kritische Kommentare löschen. Das stimmt nicht. Sofern die Kommentare sachlich verfasst sind, bleiben sie auf der Seite - gelöscht werden nur regelwidrige Beiträge und die sich darauf beziehenden Antworten.
SirDidimus (27.10.2009, 12:40 Uhr)
werden wieder
kommentare gelöscht, die nicht in den antiimpfkanon hineinpassen? soeben war er noch da. dann sperrt doch die kommentarfunktion!!!
SirDidimus (27.10.2009, 12:28 Uhr)
warum?
medikamente haben risiken. alle. viele nehmen kopfschmerztabletten, ohne vorher den beipackzettel durchzulesen und bei der neuen grippe sind die nebenwirkungen plötzlich DAS problem. auch was die leute in schweden angeht: sind die wirklich an der impfung gestorben? jede impfung hat seine risiken diese sind aber weniger gefählich als die risiken dieser grippe. der stern hat seines dazu beigetragen, dass angst statt information verbreitet wird (jetzt, wo die negativstimmung da ist, wird das versucht nachzuholen). im übrigen ist auch auto fahren und über die grüne ampel gehen gefährlich und auch der himmel kann uns auf den kopf fallen.
kat35 (27.10.2009, 08:47 Uhr)
Impfung begann in Schweden eher...schon die ersten Toten und schwere Impfreaktionen
Während man in Deutschland die Todesfälle durch die sogenannte »Schweinegrippe« zählt, zählt man in Schweden die Toten nach der Impfung. Und tatsächlich scheinen mindestens ebenso viele Menschen nach der Impfung zu sterben, wie hierzulande durch die angebliche »Schweinegrippe«. Kaum ein Tag vergeht in Schweden, an dem nicht neue Todesfälle nach der Schweinegrippe-Impfung öffentlich werden. Nun kam heraus: Außer einem 53-jährigen Mann und einer 65-jährigen Frau starben auch noch eine 74- und eine 90-Jährige. Doch die deutschen Medien schweigen die Todesfälle tot. Quelle: info.kopp-verlag.de
n8g8 (27.10.2009, 00:00 Uhr)
@dido09
Das ist bei ihm vermutlich weniger Heroentum, sondern eher mangelnde Vorstellungskraft.
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