Wenn der Arzt bei Ihnen die neue Grippe diagnostiziert hat, sollten Sie zu Hause im Bett bleiben und möglichst viel trinken, am besten Früchte- und Kräutertee oder verdünnten Fruchtsaft. Die Ruhe hilft Ihrer Immunabwehr, gegen die Viren vorzugehen. Wie bei einer Wintergrippe stehen Ihre Chancen gut, mit etwas Geduld die neue Influenza ohne Schaden zu überstehen.
Wenn die Erreger über die Schleimhäute in Ihren Körper eindringen und sich in den Atemwegszellen vermehren, wird Ihr Arzt Ihnen möglicherweise auch Medikamente verschreiben. Die beiden Wirkstoffe Oseltamivir und Zanamivir, besser bekannt unter ihren Handelsnamen Tamiflu und Relenza, greifen genau dort ein: Sie hemmen ein Protein namens Neuraminidase. Viren-Nachkommen benötigen das Protein, um die infizierte Körperzelle wieder zu verlassen. Oseltamivir gibt es als Tabletten, Zanamivir ist ein Pulver zum Inhalieren. Nehmen Infizierte die Mittel ein, kommen die neuen Viren nicht mehr von der Wirtszelle los und bleiben an deren Oberfläche haften. Dort erkennen Zellen des körpereigenen Abwehrsystems die Übeltäter und beseitigen sie.
Meist wirken die Substanzen gut. Manchmal haben sich die Viren jedoch angepasst und die Medikamente bleiben wirkungslos. Das gilt vor allem für Tabletten mit Oseltamivir. Solche Resistenzen sind aber noch nicht weit verbreitet, die WHO geht von Einzelfällen aus. Stellen Ärzte bei Ihrer Virusinfektion fest, dass die Tabletten nicht wirken, können Sie zum Inhalationspulver mit Zanamivir wechseln - bei diesem Wirkstoff sind bislang weniger Resistenzen bekannt.
Richtig eingenommen können die Wirkstoffe die Krankheit um ein bis zwei Tage verkürzen und möglicherweise auch vor Komplikationen schützen. Dafür ist es allerdings wichtig, dass Sie möglichst früh mit der Therapie beginnen. Leiden Sie schon ein paar Tage, können die Medikamente wahrscheinlich nicht mehr viel ausrichten.
Auf eigene Faust sollten Sie sich aber nicht behandeln. Nehmen Sie die Substanzen nur, wenn Ihr Arzt Ihnen dazu rät. Achten Sie auch darauf, die Mittel in der richtigen Dosis und über die vom Arzt vorgeschriebene Zeit einzunehmen. Ansonsten steigt die Gefahr, dass die Viren resistent gegen die Mittel werden.