Plötzlich und mit voller Wucht überfällt sie den Körper: In jedem Winter plagt die Grippe rund zwei Millionen Menschen. Zehntausend Deutsche sterben jährlich daran.

Echte Grippe ganz nah: Influenza-Viren unter dem Rasterelektronen-Mikroskop© Manfred P. Kage/Okapia/Picture-Alliance
Eine harmlose Erkältung kennt jeder: Erst kitzelt es in der Nase, dann läuft sie. Uns fröstelt, wir fühlen uns matt und angegriffen. Die Influenzagrippe kommt ganz anders daher: Von jetzt auf gleich macht sie schwer krank. In nur wenigen Stunden entwickeln sich hohes Fieber, Frösteln, Reizhusten, Kopfschmerzen, Augenbrennen und starke Gliederschmerzen.
Normalerweise heilt die Grippe von allein aus. Bei älteren und geschwächten Menschen kann die Virusinfektion aber lebensgefährlich werden. Jährlich sterben etwa 10.000 Menschen daran. Im Winter 2004/2005 zählte das Robert-Koch-Institut (RKI) sogar 15.000 bis 20.000 Grippe-Tote in Deutschland.
Dass so viele Menschen an der Grippe sterben, müsste nicht sein. Denn gegen Influenzaviren gibt es eine Impfung. Der Impfstoff wird jährlich neu produziert, weil das Virus ständig seine Struktur ändert, es mutiert. Das Robert-Koch-Institut ruft daher jeden Herbst erneut dazu auf, sich impfen zu lassen.
Küssen im Winter ist gefährlich
Insgesamt stecken sich jedes Jahr etwa 10 bis 20 Prozent der Deutschen an, und zwar quer durch alle Alterschichten. In den meisten Fällen wird die Influenza-Grippe durch Tröpfchen-Infektion übertragen. Die Viren werden beim Niesen, Sprechen, Husten, Küssen weitergegeben. Sie können sich für eine gewisse Zeit aber auch auf Kontaktflächen wie beispielsweise Türklinken halten und werden dann beim Händeschütteln übertragen.
Nachgewiesenermaßen fassen sich Menschen bis zu hundert mal am Tag in ihr Gesicht, die Finger gelangen dabei an die Augen, die Nase, den Mund. Über die Bindehäute der Augen oder über die Schleimhäute der Nase und des Mundes wandern die Viren in den Mund-Rachenraum. Dort besiedeln sie die Zellen der Schleimhaut und vermehren sich in ihnen.
In diesem frühen Moment der Infektion fühlen sich die Betroffenen noch gar nicht krank. Dennoch sind sie schon ansteckend für andere. Sie bleiben es noch etwa drei bis fünf Tage lang, dann ist die Gefahr für andere vorüber.
Beate Wagner