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Die unterschätzte Gefahr

Plötzlich und mit voller Wucht überfällt sie den Körper: In jedem Winter erkranken rund zwei Millionen Menschen an einer Grippe. Zehntausend Deutsche sterben jährlich daran.

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Winzige Erreger ganz groß: Influenzaviren unter dem Rasterelektronen-Mikroskop© CDC/Cynthia Goldsmith/AFP

Eine harmlose Erkältung kennt jeder. Erst kitzelt es in der Nase, dann läuft sie. Es fröstelt einen, man fühlt sich matt und angeschlagen. Die Grippe hingegen äußert sich völlig anders: Von jetzt auf gleich macht sie schwer krank. In nur wenigen Stunden entwickeln sich hohes Fieber, Schüttelfrost, Reizhusten, Kopfschmerzen, Augenbrennen und starke Gliederschmerzen.

Normalerweise heilt die Grippe von allein aus. Bei älteren und geschwächten Menschen kann die Virusinfektion aber lebensgefährlich werden. Jährlich sterben etwa 5000 bis 10.000 Menschen daran. Im Winter 2004/2005 zählte das Robert-Koch-Institut (RKI) sogar 15.000 bis 20.000 Grippetote in Deutschland.

Dass so viele Menschen an der Grippe sterben, müsste nicht sein. Denn gegen Influenzaviren gibt es eine Impfung. Der Impfstoff wird jährlich neu produziert, weil das Virus ständig seine Struktur ändert, es mutiert. Das RKI ruft daher jeden Herbst erneut dazu auf, sich impfen zu lassen.

Küssen im Winter ist gefährlich

Insgesamt stecken sich jedes Jahr etwa 10 bis 20 Prozent der Deutschen an, und zwar quer durch alle Alterschichten. In den meisten Fällen wird die Influenza durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Viren werden beim Niesen, Sprechen, Husten, Küssen weitergegeben. Sie können sich für eine gewisse Zeit aber auch auf Kontaktflächen wie beispielsweise Türklinken halten und werden dann beim Händeschütteln übertragen.

Nachgewiesenermaßen fassen sich Menschen bis zu hundert Mal am Tag in ihr Gesicht, die Finger gelangen dabei an die Augen, die Nase, den Mund. Über die Bindehäute der Augen oder über die Schleimhäute der Nase und des Mundes wandern die Viren in den Mund-Rachen-Raum. Dort besiedeln sie die Zellen der Schleimhaut und vermehren sich in ihnen.

In diesem frühen Moment der Infektion fühlen sich die Betroffenen noch gar nicht krank. Dennoch sind sie schon ansteckend für ihre Mitmenschen. Sie bleiben es noch etwa drei bis fünf Tage lang, dann ist die Gefahr für andere vorüber.

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