Ältere und chronisch Kranke sollten sich gegen Grippe impfen lassen, empfehlen Experten. Der Impfstoff wird jährlich neu hergestellt: Daher schützt er gegen die Erreger, die gerade im Umlauf sind.

Eine kleine Injektion - und schon sind Sie vor Influenza gefeit© Torsten Silz/DDP/DAPD
Wenn es draußen kalt wird, beginnt auch wieder die Grippesaison. Eine Impfung ist der sicherste Schutz vor Influenza. Die Injektion bewahrt bis zu 90 Prozent der Geimpften vor einer Ansteckung. Mit einem geringeren Impfschutz müssen Menschen rechnen, die unter chronischen Krankheiten leiden oder die über 65 Jahre alt sind.
Erfolg hat das Impfen nur dann, wenn sich der Wirkstoff gegen die aktuell aktiven Virusstämme richtet. Um herauszufinden, welche Erreger das sind, beobachten Experten im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit die Lage und geben den Herstellern Hinweise für die Impfstoffproduktion.
Die Ständige Impfkommission (Stiko), ein Expertengremium am Robert-Koch-Institut (RKI), empfiehlt jedes Jahr, wer sich gegen Grippe impfen lassen sollte. Derzeit (Stand: August 2012) sind das folgende Risikogruppen:
Rund 30 Millionen Menschen in Deutschland gehören nach Angaben des RKI zu den Risikogruppen. Wenn eine intensive Epidemie droht, weiten die Gesundheitsbehörden ihre Impfempfehlungen auf andere Gruppen aus. Für Kinder ist eine Impfung ab sechs Monaten zugelassen.
Bei älteren Menschen ist die Impfung seltener erfolgreich, weil ihr Immunsystem weniger stark auf das Serum reagiert. Dennoch raten Experten zum Pieks: Eine nur teilweise wirksame Impfung ist besser als gar keine. Und wenn ältere Geimpfte erkranken, sind die Symptome milder. Da Menschen über 60 aufgrund schwerer und sogar potenziell tödlicher Komplikationen besonders gefährdet sind, wird gerade ihnen die Impfung empfohlen.
Die Grippe-Impfung ist gut verträglich. Anders ausgedrückt: Das Risiko von Nebenwirkungen ist relativ gering. Es steht in keinem Verhältnis zu den möglichen lebensbedrohlichen Folgen einer Erkrankung. Die meisten Menschen reagieren kaum oder gar nicht auf den kleinen Pieks. Bei jedem Hundertsten bis jedem Zehnten rötet sich die Einstichstelle oder schwillt an. Das ist ein Zeichen dafür, dass die körpereigene Abwehr arbeitet.
Es kann auch sein, dass Geimpfte etwas fiebrig werden oder dass ihnen leicht unwohl wird. Nach ein bis zwei Tagen vergeht das meist wieder. Schwere Nebenwirkungen wie Lähmungen, Krampfanfälle oder Hirnhautentzündungen kommen sehr selten vor, höchstens bei einer von zehntausend Impfungen.
Menschen mit einer schweren Allergie gegen Hühnereiweiß dürfen nicht geimpft werden. Denn die Vakzine wird in Hühnereiern gezüchtet. Auch wer gerade eine fieberhafte Erkrankung durchmacht, sollte sich nicht impfen lassen. Eine leichte Entzündung ist hingegen kein Hinderungsgrund.
Der beste Zeitpunkt für die Spritze sind die Monate Oktober bis Dezember, bei einer drohenden Grippewelle auch noch die Folgemonate. Wichtig ist: Richtig geschützt ist man erst zwei Wochen nach der Impfung. Diese Zeit braucht der Körper, um den Schutz vollständig aufzubauen. Dieser hält dann etwa ein halbes Jahr an.
Alarmierend ist nach Einschätzung der Gesundheitsbehörden, dass sich nur 40 bis 60 Prozent derjenigen, denen zu einer Impfung geraten wird, tatsächlich impfen lassen. Dabei ist die Impfung in der Regel kostenlos für alle über 60-Jährigen und für chronisch Kranke. Sind keine weiteren Untersuchungen erforderlich, fällt auch keine Praxisgebühr an.