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5. Januar 2012, 16:00 Uhr

Die Guten und der Bohlen

Bei "The Voice of Germany" beginnen die Liveshows. Und die Konkurrenz kommt mit ihren Castingshows. Jetzt wird sich zeigen, ob der Hype um die Show trägt. Von Carsten Heidböhmer

Voice of Germany, Nena, Xavier Naidoo, Castingshow, ProSieben, Sat.1, RTL, DSDS, Supertalent

Die Jury umd Xavier Naidoo, The BossHoss, Nena und Rea Garvey (v.l.) wird ein Stück entmachtet: Jetzt redet der Zuschauer mit© SAT.1/ProSieben/Richard Hübner/DPA

Die umjubelte Castingshow "The Voice of Germany" geht in die finale Phase - und droht auf den letzten Metern gewöhnlich zu werden. Ab sofort müssen die Kandidaten in Livesendungen gegeneinander antreten - und sich damit auch dem Zuschauervotum stellen. Jeder Juror schickt sechs Kandidaten ins Rennen, von denen vier weiterkommen. Jeweils zwei werden von den Juroren ausgewählt, und zwei weitere werden von den Zuschauern per Telefonvoting in die nächste Runde gewählt.

Damit droht die Show aber ihr Alleinstellungsmerkmal zu verlieren. Konnten die ersten beiden Runden mit den "Blind Auditions" und den "Battles" dem abgenutzten Genre neuen Schwung geben, so unterscheidet sich "The Voice", zumindest vom Konzept her, jetzt kaum noch von den anderen Castingshows.

Darüber hinaus kommt starke Konkurrenz ins Fernsehen. Am Samstag beginnt die neue Staffel von "Deutschland sucht den Superstar", dem Gegenmodell von "The Voice of Germany". Und vom nächsten Donnerstag an suchen ARD und ProSieben "Unseren Star für Baku". Jurypräsident Thomas D. hat schon vor dem Start Pfeile in Richtung "Voice of Germany" geschossen. Er kritisierte das hohe Alter vieler "Voice"-Teilnehmer: "Wer 20 Jahre in Coverbands singt und den Durchbruch nicht schafft, der kriegt es auch in einer Castingshow nicht hin", sagte er im "Spiegel"-Interview.

Mehr als die Hälfte der Kandidaten ist über 30

Keine Frage, die Alleinherrschaft der Show ist vorbei. Gerade im direkten Vergleich zeigen sich umso deutlicher Stärken, aber auch Schwächen des Konzepts. Thomas D. hat einen wunden Punkt angesprochen: 13 der 24 Finalisten sind 30 oder älter, zwei sogar über 40. Anstatt ausschließlich junge Talente zu entdecken und zu fördern, kommen hier viele erfahrene Musiker zu einer späten Ehre. Hier ist "Unser Star von Baku" klar im Vorteil: Die Sendung bedient die Fantasie, echte Rohdiamanten bergen zu können - immerhin wurde bei der Vorläufersendung Lena Meyer-Landrut entdeckt. Gleichzeitig hat Thomas D. betont, dass "The Voice" bei weitem nicht die einzige Show ist, die mit den Kandidaten einen menschenwürdigen Umgang pflegt.

"The Voice of Germany" wird aber auch von einer anderen Seite in die Mangel genommen: Am Samstagabend startet auf RTL die neue Staffel von "DSDS". Die Sendung mit Chefjuror Dieter Bohlen ist der größtmögliche Kontrast zu der "weichgespülten" Variante um Nena, Naidoo und Co. Im Vorfeld hat Bohlen bereits klargemacht, dass er sich von dem Hype um "The Voice" nicht beeinflussen lässt und nicht gewillt ist, an seinem derben Umgangston auch nur irgendetwas zu ändern. Gleichzeitig steht ihm mit Bruce Darnell ein extrem unterhaltsamer Co-Juror zur Seite.

Schön fürs Publikum. Die Zuschauer haben nun den direkten Vergleich: Welches Format ist das unterhaltsamste? Wo gibt es die besten Talente? Welche Show hat das gewisse Etwas?

Von Carsten Heidböhmer
 
 
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