Warum alle verrückt nach "Twilight" sind

15. Juli 2010, 18:22 Uhr

Mit "Eclipse - Bis(s) zum Abendrot" kommt der dritte "Twilight"-Film in die Kinos. Fans und Medien drehen durch. Aber warum eigentlich? stern.de über den großen Hype und die realen Zahlen. Von Sophie Albers

Eclipse - Bis(s) zum Abendrot, Twilight, Stephenie Meyer, Edward Cullen, Bella Swan, Jacob Black, Robert Pattinson, Kristen Stewart, Taylor Laitner

Bella (Kristen Stewart) und Edward (Robert Pattinson) sind Romeo und Julia für die Facebook-Generation©

Schreiende Teenager, Millionenumsätze und eine umfassende multimediale Dauerbeschallung begleiten auch den Filmstart des dritten Teils der "Twilight"-Saga, "Eclipse - Bis(s) zum Abendrot". Und dann erst die Zahlen: 100 Millionen Mal hat sich die Romanreihe von Stephenie Meyer verkauft. Mehr als 665 Millionen Dollar haben die ersten drei Filme eingespielt, und der dritte Teil ist in Deutschland gerade erst angelaufen. Zählt man die DVD-Verkäufe hinzu, sollen es mehr als eine Milliarde Dollar sein. Zudem ergehen sich Klatschblätter seit Monaten in Mutmaßungen über eine ganz reale Romanze zwischen den beiden Hauptdarstellern Kristen Stewart und Robert Pattinson. Und wir haben gerade Mal gut die Hälfte geschafft: Zwei Filme kommen noch.

Stehen Sie fassungs- und verständnislos mitten drin im Hype-Theater und wurden von ihrer Teenager-Tochter oder -Nichte gerade gefragt, unter welchem Stein Sie eigentlich leben, lesen Sie bitte weiter. Wer schon drin steckt im "Twilight"-Strudel, nimmt bitte diese Abzweigung.

Der Hype

Es gibt diese Hollywood-Legende, die immer wieder einem anderen Regisseur zugeschrieben wird, und die geht so: Ein berühmter Filmemacher träumt regelmäßig von der perfekten Geschichte. Doch wenn er morgens aufwacht, hat er sie vergessen. Also legt er sich Zettel und Stift neben das Bett und nimmt sich vor, das Geträumte noch in der Nacht aufzuschreiben. Am nächsten Morgen greift er ganz aufgeregt nach dem schlaftrunken bekritzelten Zettel. Und darauf steht: "Junge trifft Mädchen."

Eclipse - Bis(s) zum Abendrot, Twilight, Stephenie Meyer, Edward Cullen, Bella Swan, Jacob Black, Robert Pattinson, Kristen Stewart, Taylor Laitner

"Twilight"-Stars Robert Pattinson, Kristen Stewart und Taylor Lautner©

Auch "Twilight" bedient sich der Formel, die neben Krieg und Tod seit Jahrtausenden das größte Thema in Kunst und Literatur ist: Liebe. Von Homer über Dante bis Shakespeare ist es auch bis zu Stephenie Meyer vorgedrungen. Die Mormonin mit drei Kindern aus Connecticut, die vor "Twilight" noch nicht mal eine Kurzgeschichte verfasst haben will, hatte - der Legende nach - eines Tages auch einen Traum, und der ging so: Ein durchschnittliches Mädchen und ein wunderschöner Vampir sitzen in einer Blumenwiese und führen ein intensives Gespräch über die Liebe. Am Morgen fuhr Meyer ihre Kinder zum Schwimmunterricht und fing dann mit dem Schreiben an.

Es entstand die spätestens seit "Romeo und Julia" so beliebte Geschichte der unmöglichen Romanze. Nur waren aus den Kindern zweier verstrittener Häuser eben ein Menschenkind namens Bella und ein Vampir namens Edward geworden, die der Blutdurst des bildschönen Monsters an der Erfüllung ihrer Liebe hindert. Als abgemilderter Tybalt wirft sich ab und an Werwolf Jacob zwischen die Liebenden. Und spielen tut das Ganze nicht im sonnigen Verona, sondern im verregneten Kaff Forks im US-Bundesstaat Washington.

1,3 Millionen Bücher an einem Tag

2005, zwei Jahre nach Meyers Traum, wurde "Twilight" - das erste Buch gab der Serie ihren Namen - mit einer Auflage von 75.000 veröffentlicht und landete innerhalb eines Monats auf Platz fünf der Bestsellerliste für Kinderbücher der "New York Times". Die drei Fortsetzungsbände folgten Jahr auf Jahr: "New Moon - " (2006), "Eclipse" (2007), "Breaking Dawn" (2008). "New Moon" blieb elf Wochen lang auf Platz eins der Bestsellerliste. "Breaking Dawn" verkaufte sich allein in den USA am ersten Tag 1,3 Millionen Mal. Rund 100 Millionen der in 37 Sprachen übersetzten Bücher sollen mittlerweile weltweit verkauft worden sein.

Lesen Sie auf Seite 2, wer sagt, dass Stephenie Meyer nicht schreiben kann

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KOMMENTARE (10 von 10)
 
schade77 (16.07.2010, 09:38 Uhr)
Ich wollte rein interessenhalber mal das erste Buch lesen...
dann hat es meine Freundin für mich gemacht und gleich alle Teile gelesen. Mir blieb es dann gott sei dank erspart und in den ersten Film hab ich minutenweise mal reingeschaut, mehr hab ich nicht gesehen.

Aber heute trieft bei mir aus dem TV die unterste Sülze raus, wenn nur allein der Trailer für den neuen Film läuft. Also gaaanz schlimmes Pilcher-Gelaber und LIebesschmerz aus den 60ern...gott sei dank ist dieser Kelch an mir vorübergegangen...
Sardor (16.07.2010, 08:37 Uhr)
Alle?
Ich bin nicht "alle"! Punkt!
BLABLA1985 (15.07.2010, 22:31 Uhr)
Tofu ist eben doch kein Fleisch
Wenn ich mir einen Vampirfilm anschau will ich den Raubtierflair
Interview mit einem Vampir ist meiner Meinung nach einer der Besten denn ich kenne
Im Steakhouse bestell ich mir auch ein blutiges Steak und kein Tofuzeug
Dieser Twilight Kram ist absolut kastriert
Wer auf echte Vampirfilme steht dem Kann ich die Serie True Blood auf Kino.to empfehlen ist die absolute anti Twilightserie
Lazarus09 (15.07.2010, 21:06 Uhr)
Unterhaltung der seichtesten Art...
Aber die " Stars " kassieren 2Stellige Mio Betraege fuer diesen Muell ..warum, wird eines der groessten Geheimnisse bleiben.

Da lob ich mir den "alten" Dracula ... Christoper Lee ueberzeugte fuer weitaus geringere Gage .. sei's drum .


BLABLA1985 (15.07.2010, 20:38 Uhr)

Ja ..wir in 60/70' haben das nicht gebraucht ( LOL ) heute sind die lieben Liebenden zu verkrampft sich anzusprechen ...Realitaetsverlust Scheinwelt .... MoevenpicTiegerenten Waehler Muuuuhahahhaaa
manta (15.07.2010, 21:03 Uhr)
wtf..
Als junger Mensch bin ich sicher nicht weltfremd, habe jetzt (bedingt durch den Artikel) allerdings das erste mal gelesen um was es bei Twillight überhaupt geht. Bereue es jetzt schon, so ein Schwachfug..das ist erschreckend auf was die Masse da abfährt.
Ich hätte gerne mehr Filme wie: Gran Torino, Falling Down oder Taxi Driver. Aber sowas ist wohl schon zu hoch für den Großteil des Publikums
BLABLA1985 (15.07.2010, 20:38 Uhr)
A Sexuelle für die Nacktmullqueen
Der Erfolg von Eclipse liegt daran das dass Fernsehen (Medien) der Partner der sexuellen
Wünsche und Vorstellung geworden ist anstatt verlangen Aktiv zu erleben werden wir darauf gezüchtet bedürfnisse Passiv zu erleben um im System besser zu funktionieren
Greeper (15.07.2010, 20:20 Uhr)
Mormonen
Interessant ist, daß an keiner Stelle erwähnt wird, daß die Handlung des Buches die mormonischen Glaubensprinzipien der "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" wiederspiegelt, in der Stephenie Meyer ein äußert aktives Mitglied ist.
GoGo-King (15.07.2010, 19:55 Uhr)
Nur Hype - sonst eine ganz müde Nummer !
Ich habe mir den 2.Teil angetan, um meiner Freundin einen Gefallen zu tun - diese ~90 Minuten gibt mir keiner mehr zurück. Selten habe ich einen inhaltlich dünneren und gänzlich langweiligeren Film gesehen...und ich habe noch die Zeiten der Fernsehtestbilder mitbekommen, die im Vergleich zu diesem Film ein echter "Thrill" waren. Der 3. teil wird mutmaßlich ebenso ein Schund sein, da die blassen Laiendarsteller wohl nicht ausgewechselt wurden. Dann lieber die alten Dracula-Filme mit Christoper Lee.
F.W. (15.07.2010, 19:25 Uhr)
Plattgewalzt
Der erste Film der Reihe war noch halbwegs brauchbares Popcorn-Kino, auch wenn die triefende Zerissenheit und das Leiden der Liebenden einen schon da anfing zu nerven. Das Ganze dann auf 4 Teile auszuwalzen ... grauenhaft!
facilidad_de_ser (15.07.2010, 18:14 Uhr)
Hmm...
Der Film ist grausam, das sehen auch die Mehrzahl der IMDB User so.
Bei 22.700 Votes hat der Film gerade mal schlappe 4.7 von 10 Punkten erreicht.
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