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2. Juni 2011, 10:57 Uhr

Ein atemloses Meisterwerk

Es gibt Filme, über die sollte man nichts wissen, bis man sie sieht. "Source Code" ist ein Blick durchs immer wieder geschüttelte Kaleidoskop. Regisseur Duncan Jones ist ein kleines Meisterwerk des Genremix' gelungen. Und Jake Gyllenhaal ist auch dabei. Von Sophie Albers

Source Code, Jake Gyllenhaal, Vera Fermiga, Duncan Jones, David Bowie, Moon, Sam Rockwell

Ein Mann trifft eine Frau - und er hat nur acht Minuten© Kinowelt

David Bowie hat einmal gesagt, er könne über alles einen Song schreiben. Auch über einen Keks. Wenn man sich nicht für die einfache, sondern die kompliziertere Erklärung dieser Aussage entscheidet, meint der Rockstar damit nicht, dass das Thema egal ist, sondern dass dem Künstler alle Möglichkeiten offen stehen. Unter eben dieser Prämisse hat Bowies Sohn Duncan Jones nun ein kleines Kino-Meisterwerk abgeliefert: "Source Code".

Ein Mann (Jake Gyllenhaal) erwacht in einem Pendlerzug nach Chicago, ihm gegenüber sitzt eine hübsche Frau (Michelle Monaghan) und plaudert auf ihn ein. Der Mann weiß weder, wie er in diesen Zug gekommen ist, noch wer die Frau ist. Seines Wissens ist er US-Soldat in Afghanistan und heißt Colter Stevens. Dann explodiert der Zug in einem Feuerball. Der Mann erwacht in einer düsteren Kammer und erfährt, dass er gleich zurück muss in den Zug - acht Minuten vor der Explosion. Colter Stevens soll die Vergangenheit durchsuchen.

So spannend wie "24"

Jedes weitere Wort über den Inhalt dieses Films grenzt an Körperverletzung. Zu groß ist der Genuss, "Source Code" beim Entfalten einer unglaublichen Geschichte zuzusehen. Spielerisch leicht greifen Thriller, Liebesgeschichte und Science-Fiction ineinander, bis ein dichter, dicker Zopf entsteht.

"Source Code" ist so spannend wie "24", so emotional wie "Avatar" und regt so sehr zum Grübeln an wie "Inception". Der Film taugt für den Film-Aficionado zum drei Mal hintereinander gucken, um die Plotlinien bis ins Letzte zu verstehen, aber er taugt auch für das erste Date.

Source Code, Jake Gyllenhaal, Vera Fermiga, Duncan Jones, David Bowie, Moon, Sam Rockwell

Nach acht Minuten explodiert die Bombe - immer wieder© Kinowelt

Nach "Moon"

Regisseur Duncan Jones hat alles richtig gemacht, indem er sich wunderbar angstfrei vom Kino genommen hat, was er für seine Geschichte gebrauchen konnte. Trotzdem ist etwas ganz Eigenes daraus geworden. In Zeiten von nicht enden wollenden Fortsetzungen und Remakes ist man geradezu verblüfft, eine völlig neue, ganz eigene Gedankenwelt auf der Leinwand zu sehen.

Die gab es auch schon in Jones' großartigem Regiedebüt "Moon" (2009) zu sehen. Auch da konnte ein Mann dem, was er sieht, nicht trauen, und musste ganz allein die Wahrheit finden. Ebenso frei schwebend wirkt - zumindest zu Beginn - der von Gyllenhaal perfekt verkörperte Colter Stevens.

Es ist alles eine Frage der Sicht auf den Keks.

"Source Code" kommt am 2. Juni ins Kino

Von Sophie Albers
 
 
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