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12. April 2006, 13:39 Uhr

Liebe auf Italienisch

Die Liebe hat viele Gesichter, "Handbuch der Liebe" zeigt vier davon. Vier Paare durchlaufen dabei Stationen von der ersten Verliebtheit bis zum Verlust. Normal und ungewöhnlich, charmant und tragisch, humorvoll - und sehr tröstlich. Von Karin Spitra

Am Anfang ist's noch schön: Tommaso und Giulia, frisch verliebt© Constantin Film

Ein Tonstudio, ein Mikrofon und eine warme Frauenstimme, die vorliest: "Der Mensch weiß nicht, warum er sich verliebt. Er wird davon nur überwältigt, und das ist alles." Tja, und schon ist man mittendrin, im Film. Vier Paare, vier Episoden, viermal Liebe - oder das, was davon noch übrig geblieben ist. Viel Komödie, viel Tragödie, sehr viel Drama - italienisch eben. Und ja - das Thema ist nicht neu. Es gibt sicher schon tausende Filme über die Liebe. Aber das hat auch seinen Grund, nichts trifft so, wie die Liebe - oder ihr Fehlen. Nichts beschäftigt, inspiriert und vernichtet so. Kurz: Die Liebe geht alle an. Denn jeder ist ein Täter - und oft genug auch Opfer.

So eine Täter-Opfer-Geschichte wollte Giovanni Veronesi, Co-Autor und Regisseur des Films, erzählen. Gott sei Dank tut er es mit Ironie und Sarkasmus. Und so handelt der Film von uns allen: Davon, wie lächerlich wir uns manchmal machen, wenn wir verliebt sind. Aber auch davon, wie naiv, süß und verletzlich wir sein können.

Die Sehnsucht nach klaren Anweisungen

Ach wie schön wäre es, wenn es das gäbe: Ein richtiges "Handbuch der Liebe", eine Gebrauchsanleitung mit Erfolgsgarantie - es wäre sicher sofort ein Bestseller. Auch ich würde zugreifen. Auch ich hätte gerne so etwas wie Ariadnes Faden in Schriftform. Etwas, das einen durch das geheimnisvolle Labyrinth der Liebe bringt. Jetzt, wo ich über vierzig bin, bin ich außerdem durch alle Phasen gegangen, die der Film zeigt. Ob es sich um die hoffnungslose Verliebtheit handelt, die einen taub macht gegen alles und jeden, gegen Vernunft und Realität, mahnende Freunde und gute Sitten. Oder um die erste große Krise, tragische Momente, Schmerz und Betrug, eine lebenslange Beziehung oder eine Romanze, der eine Nacht genügt - all das prägt. Kann tiefe Wund und unauslöschliche Narben hinterlassen. Denn natürlich habe auch ich mich im Film wiedergefunden, bin selbst Opfer und Täterin.

Was für einen schweren, bewegenden Film hätte man aus diesem Stoff machen können. Gott sei Dank hat Veronesi daraus eine Komödie gemacht - einen berührenden, tiefen Film, aber eben eine Komödie. Allein aus diesem Grund wird sich die Hälfte meiner Freunde den Film nicht ansehen - Komödien sind ihnen zu seicht. Zu unblutig. Zu banal. Natürlich wissen sie, dass es viel schwerer ist, die Menschen zum Lachen zu bringen als zum Weinen. Aber eine Komödie? Über die Liebe? Aus Italien? Dann schon lieber der x-te japanische Horror-Splatter. Dabei sind die Wunden, die den Protagonisten zugefügt werden, mindestens genauso tief. Sie bluten nicht - oberflächlich betrachtet. Innerlich könnte man daran durchaus sterben. Denn in "Handbuch der Liebe" leidet jeder.

Verliebt, verheiratet, verlassen, verloren

In der Rahmenhandlung spricht eine junge Frau im Tonstudio Lektion für Lektion eines Hörbuchs, das den Käufer durch die Wirrnisse seines Gefühlslebens steuern soll. Währenddessen ereignen sich die verschiedenen Geschichten. In Lektion eins erlebt Tommaso die Liebe auf den ersten Blick. Allerdings ohne eine solche Gegenreaktion auszulösen. Fortan stellt er Giulia mit unglaublicher Hartnäckigkeit nach - und treibt dabei seinen WG-Genossen Dante fast in den Wahnsinn. Erst recht, als er endlich bei Giulia Erfolg hat und diese bei ihnen einzieht.

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