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9. November 2010, 22:48 Uhr

Edita Abdieski hat den "X Factor"

Die Zuschauer von "X Factor" haben sich für den Schützling von Till Brönner entschieden: Edita Abdieski gewinnt die erste Staffel der Vox-Sendung. Aber auch die Mädels von Big Soul müssen sich nicht grämen: Verlierer sehen anders aus. Von Gerd Blank

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Sie gewann die erste Staffel von "X Factor": Edita Abdieski© Vox/Ralf Jürgens

Am Ende hat es für Big Soul nicht zum Sieg gereicht. Obwohl alle drei Auftritte in der Finalshow von der Jury hoch gelobt wurden, entschied sich das TV-Publikum für Edita Abdieski.

Bis zum Ende der Show war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Kandidatinnen. Sowohl Edita Abdieski als auch Big Soul galten von der ersten Folge an als Favoriten auf den Sieg. Während Edita die beste Stimme aller Kandidatinnen hat, haben die vier Mädels aus Hamburg die Sympathien vieler Zuschauer auf ihrer Seite. Die Schützlinge von Till Brönner und George Glueck wollten noch einmal zeigen, dass sie zu Recht im Finale stehen.

Jochen Schropp, der sympathische Moderator von "X Factor", hat sich für die Show ordentlich in Schale geworfen. Sein Smoking sitzt so perfekt wie sein Lächeln. Auch die Jury-Mitglieder, namentlich Sarah Connor, Till Brönner und George Glueck, haben sich für die letzte Show der ersten Staffel herausgeputzt. Aber es geht ja auch um was, wenn der Sieger von "X Factor" gekürt wird. Sarah Connor muss ohne eigenen Schützling ins Finale gehen - ihre Jungs wurden in den vergangenen Sendungen von den Zuschauern rausgewählt. Aber die Sängerin gönnt ganz fair auch Edita Abdieski und Big Soul den großen Auftritt.

Mentoren am Piano

Als Einstimmung zur ersten Finalrunde darf man den Hausbesuch von George Glueck bei Big Soul in Hamburg miterleben. Auch beim ersten Auftritt begleitet der Produzent die Mädels, er sitzt beim Klassiker "That's what friends are for" von Dionne Warwick am Klavier. Das kann Till Brönner nicht auf sich sitzen lassen. Auch er begleitet seine Kandidaten an den Tasten. Edita Abdieski singt "Run" von Snow Patrol, einen Song, der bereits Leona Lewis Glück gebracht hat - immerhin die erfolgreichste Castingshow-Gewinnerin der Welt.

Schaut man sich nach der ersten Runde die Kommentare bei Twitter an, liegt Edita in der Gunst vieler Zuschauer vorn. Allerdings nervt viele Microblogger die Mitleidsnummer der Schweizerin. Auch im kurzen Video vor ihrem Auftritt wurden erneut der Tod ihres Vaters und die Geldsorgen strapaziert.

Schwergewichtige Backround-Sängerinnen für Shakira

Beim zweiten Song von Big Soul gesellt sich Shakira zu den schwergewichtigen Hamburgerinnen. Zusammen singen sie "Underneath Your Clothes". Doch statt richtig aufzutrumpfen werden Big Soul zu Backround-Sängerinnen degradiert. Umringt von den Norddeutschen sieht die Südamerikanerin aus wie ein Floh, doch ihre Stimme übertönt die der Kandidatinnen mit Leichtigkeit. Till Brönner findet für den Auftritt dennoch schmeichelhafte Worte: "Ihr habt den Star gut aussehen lassen". So kann man es auch sehen.

Auch Edita Abdieski bekommt für ihren zweiten Song prominente Unterstützung: Xavier Naidoo singt mit ihr "Wo willst Du hin". Auch der 25-Jährigen merkt man den Respekt vor dem Star an, doch sie meistert die schwierige Situation besser als Big Soul. Sie ist im Gegensatz zum Quartett tatsächlich Partnerin und nicht bloßes Beiwerk. Und ein Song auf Deutsch steht Edita gut. Das sehen auch die meisten Twitter-Nutzer so, bei denen liegt Edita nach der zweiten Runde klar vorn.

Und die Moral? Wir sind alle Sieger!

Nach Aerobic-Übungen von Shakira, die ihre Ballermann-Nummer "Loca" aufführen darf, sind noch einmal Big Soul und Edita dran. Doch statt Songs anderer Künstler nachzusingen, interpretieren die Kandidatinnen "I've Come To Live". Der Titel wurde extra für die Show komponiert und wird die erste Single des "X Factor"-Siegers. Big Soul müssen zuerst raus - und sie machen ihre Sache wirklich gut. Doch erst Edita zeigt, dass eine gute Stimme einen schwachen Song retten kann. Das erkennt auch Sarah Connor an: "Edita, du bist ein Star".

"Wer soll ‚X Factor' gewinnen?" fragt Jochen Schropp nach den Auftritten der Kandidatinnen. Dabei hat es George Glueck kurz zuvor bereits gesagt: "Wir alle haben gewonnen". "X Factor" zeigt, dass Castingshows kein Trash sein müssen und dass eine Jury auch ohne niveaulose Kommentare auskommen kann. Man muss angehende Sänger halt nicht auszählen, wenn man sie auch motivieren kann. Dann findet man auch Acts wie Edita und Big Soul. Eigentlich ist es egal, wer die Show gewinnt, denn tatsächlich hätten beide den Sieg verdient. Aber so sind nun einmal die Spielregeln. Edita hat den "X Factor" und Nadine, Martina, Michelle und Alexandra von Big Soul sind die Siegerinnen der Herzen.

Am Ende gibt es ein Wiedersehen mit allen neun Liveshow-Acts. Zusammen singen sie "Back For Good" von Take That. Für "X Factor" ist es aber noch nicht vorbei, im nächsten Jahr geht es weiter. Wenn sich wieder so viel Talent in einer Staffel versammelt, ist das eine Fortsetzung, auf die man sich freuen kann.

Von Gerd Blank
 
 
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