Arno und die Trümmerfrauen

21. Januar 2013, 06:35 Uhr

Arno verlässt das Camp. Allegra und Iris streiten über ihre Plautzen. Und Joey verliert nach der Dschungelprüfung das Bewusstsein. Aus Zuschauersicht ein durchaus beneidenswerter Zustand. Von Ingo Scheel

Dschungelcamp, Dschungelcamp 2013, Ich bin ein Star, Olivia Jones, Georgina Fleur

Bye, bye, Bombenleger: Arno Funke wurde aus dem Camp gewählt.©

Bummelig 22.20 Uhr bei RTL: Fiona reißt die Augen auf. Olivia dreht sich von links nach rechts. Patrick pennt, Arno argwöhnt und Klaus macht die Biege. Moment mal, das hier sollen zum Auftakt die kompilierten Höhepunkte sein? Jener Kurzclip, bei dem uns vor gefühlten Dekaden solch bacchantische Festspiele wie Jays Tümpelknutscherei mit Indira, Costas Cordalis' fakäler Fehltritt oder Lorielle Londons bebendes Kinn versprochen und schließlich geboten wurden? Pustekuchen. Schon bei diesem Best-of-Appetizer, dem Heißmacher, dem Vorspiel, dem Prolog, beim Cliffhanger in reverse wird klar: Besser wird es wohl nicht werden.

Wie sagte es Kevin Spacey noch so schön in seinem Monolog in "American Beauty"? "Mein Höhepunkt des Tages: Morgens unter der Dusche onanieren. So gut wird es danach nicht wieder". Im Falle des Dschungelcamps anno 2013 ist es die Affäre Watergate vom ersten Abend: Wie Helmut Berger leicht schwankend am Gebüsch steht, zwecks Pitstop an der Palme am lose sitzenden Schlüpfer nestelt, das Gemächt befreit und sich kurz erleichtert. Nun ja - so gut wurde es danach nicht wieder.

Ein Schlüpfer zum Abschied

Helmut Berger ist längst Geschichte, selbst sein Nachfolger - der unseligste Tausch seit Lazenby für Connery - ist es nun auch. Mäßig emotional wurde der dicke Klaus verabschiedet. Am Vortage hatte sein Kreislauf schon arg geschwächelt, ab sofort kann Baumgarts Klausi sich an der Hotelbar regenieren. Kann Cocktailkarten für deutsche Touristen signieren, am Pool seinen Vertrag absitzen und nach vorne - oder wohin auch immer - schauen. Oder einfach nur genüßlich einen fahren lassen und weiterpennen. Es wird kaum einen Unterschied machen. Ein Andenken ließ Klaus natürlich auch noch da. Sein zerschossener Schlüpfer ziert fortan die Camp-Hecke. Immerhin lockt das die Fliegen weg von Patrick Nuo, den man aufgrund seines "Bewegungsradius" vielleicht mal obduzieren sollte.

Derweil sind die Trümmerfrauen des Lagers sogar zu faul, einander richtig die Augen auszukratzen. Fiona und Claudelle tratschten ein wenig über Olivia ("Ich find sie megalustig und lieb, aber sie macht eigentlich gar nichts"). Der machte das natürlich gar nichts aus, im Gegenteil - kurz den Finger in den Wunde gelegt, und dann schon wieder Piep-piep-piep, wir haben uns alle usw. - Pippi Langmut mit den schiefen Zöpfen und der noch schieferen Schminke steht über den Dingen. Selbst wenn sie liegt.

"Ich fange jetzt mit Sport an"

Fünkchen schlug es schließlich noch zwischen der Katzenmama und der Tony-Tochter. Iris fabulierte vom Fett-Absaugen und mokierte sich über Allegras Bauchbereich. Die konterte kryptisch: "Ich fange jetzt mit Sport an, dann hab ich bald wieder einen Waschbrettbauch." Vielleicht sollte Dr. Bob auch hier mal einen Gesundheitscheck durchführen. Zum Einsatz kam der Mann mit der Baseballcap diesmal an anderer Stelle. Joey holte erst in der "Dschungelkloake" sieben Sterne, dann sah er selbst welche - das Bürschlein erlitt einen leichten Kreislaufzusammenbruch. Dr. Bob zückte die Atemmaske - und Joey berappelte sich zügig.

War sonst noch was? Ach ja: Rauswurf. Abwahl. Entlassung. Diesmal traf es Arno Funke. Der nahm es gelassen, lächelte sein Mon-Chi-Chi-Lächeln und trollte sich. Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss im Camp - daran ändert auch der Exodus des Ex-Knackis nichts. Was vom Tage übrigbleibt? Was, würde man ein Halbzeitfazit ziehen? Es wächst die Erkenntnis, dass jene Resterampe, die da im Jahr eins nach Dirk Bach zusammengekarrt wurde, schon zu Beginn der zweiten Woche, so scheint‘s, das Pulver verschossen hat. Alles Erzählbare ist erzählt, Sex wohl kaum zu erwarten und für Handgreiflichkeiten sind die Insassen zu müde. Zu dick. Zu dünn. Schade eigentlich.

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