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15. Februar 2012, 08:30 Uhr

Jetzt spricht der echte Bodyguard

Traurig, aber nicht überraschend: Whitney Houstons Leibwächter reiht sich ein in eine Reihe von prominenten Amerikanern, die das Unglück kommen sahen. Von Frank Siering, Los Angeles

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"Vor Angreifern kannst du deine Klienten beschützen, aber vor sich selbst haben sie keinen Schutz" - Houstons Ex-Bodyguard über die tote Popdiva© Britta Pedersen/DPA

Alan Jacobs war der echte Bodyguard von Whitney Houston. Sieben Jahre lang, zwischen 1995 und 2002, hat er die Sängerin beschützt. Jetzt meldete er sich erstmals nach dem Tod seiner ehemaligen Klientin zu Wort. Und seine Statements haben es in sich.

"Ich habe sie mehrfach gewarnt, ich habe sogar richtig auf den Putz gehauen", erinnert sich Jacobs laut der US-Klatschseite "Radar Online" an eine Unterhaltung mit Bobby Brown und Whitney Houston. "Vor Angreifern kannst du deine Klienten beschützen, aber vor sich selbst haben sie keinen Schutz", so Jacobs weiter.

Jacobs gab zwar zu, dass er niemals gesehen habe, wie Houston Drogen genommen habe, aber es war für ihn sehr offensichtlich, "dass das Leben von Whitney schon damals immer weiter außer Kontrolle geriet". Houston habe sich demnach jahrelang mit Menschen umgeben, die "erheblich zu ihrer Selbstzerstörung beitrugen", so Jacobs weiter. Er selbst habe versucht, diesen Menschen den Zugang zum Star zu verwehren, aber es habe halt nicht immer geklappt.

Hat Houston die Drogensucht nie besiegt?

In einem legendären TV-Interview von 2009 mit Amerikas einstiger Talkshow-Queen Oprah Winfrey gab Houston zu, lange Zeit kokain- und cracksüchtig gewesen zu sein. Wenn der einstige Bodyguard Jacobs jetzt also von Personen spricht, die zu ihrer Selbstzerstörung beigetragen haben sollen, meint er offenbar Dealer und Drogenbeschaffer.

Jacobs ist nicht der einzige, der dem Gerücht, Houston habe ihre Sucht niemals wirklich besiegt, weiter Flügel verleiht. Auch die kanadische Sängerin Celine Dion nannte in einem TV-Interview Drogen als Todesursache. "Es ist doch traurig", so Dion in "Good Morning America", "dass Drogen, schlechte Menschen und noch schlechterer Einfluss ihre Träume und ihr Leben als Mutter so beeinträchtigt haben", so Dion.

Heftige Vorwürfe gegen Clive Davis

Während Houstons Leichnam am Montag von Los Angeles zurück in ihre Heimat nach New Jersey geflogen wurde, wollten sich die Wogen in Los Angeles auch gestern nicht glätten. Heftig diskutiert wird derzeit die Tatsache, dass Houston-Mentor und Musik-Mogul Clive Davis trotz der schrecklichen Nachricht vom Tode Houstons, seine alljährliche Grammy-Party ohne Verzögerung abhielt. Genau in dem Hotel, in dem Whitney Houston nur einige Stockwerke höher noch immer tot auf dem Fußboden lag.

Am Dienstag kam heraus, dass Davis sich kurz nach der Todesnachricht mit einigen Familienmitgliedern von Houston getroffen hatte. In diesem Gespräch sei er aufgefordert worden, die Party abzusagen. Doch Davis verwarf den Gedanken sofort. Er war nach Informationen von RadarOnline.com sogar schon im Smoking, als er sich mit der Familie der verstorbenen Sängerin traf. Vor allem die Tante von Whitney Houston, Mary Jones, sei demnach total geschockt gewesen, dass Davis die Party trotz der Tragödie abhalten wollte.

Bestattung im kleinen Kreis

Der Mentor von Houston trat stattdessen zu Beginn seiner Pre-Grammy-Fete ans Mikrofon und hielt eine kleine Rede: "Mein Herz ist schwer", sagte er. Und weiter: "Meine Gedanken sind bei ihrer Tochter Bobbi Kristina und ihrer Mutter, Cissy. Whitney war eine wunderbare Frau. Und sie hätte gewollt, dass die Musik weitergespielt wird", so Davis.

Anonyme Familienquellen widersprechen Davis drastisch. Im Gegenteil: Die Familie ­wie auch viele Freunde von Houston ­hielten es für äußerst unsensibel und kaltherzig, Champagner zu schlürfen und auf Sushi herumzulutschen, während zur gleichen Zeit die Gerichtsmediziner den toten Körper von Whitney Houston untersuchten. Eine Quelle gegenüber "Radar Online": "Clive hätte alle sofort nach Hause schicken und das Catering an ein Obdachlosenheim weiterleiten sollen."

Ebenfalls wurde am Dienstag bekanntgegeben, dass der Leichnam von Houston nur deshalb noch stundenlang im Beverly Hills Hotel aufbewahrt wurde, weil dortige Manager nicht wollten, dass der Leichentransport inmitten der schweren Limousinen mit den vielen prominenten Gästen auftaucht.

Die Beerdigung von Whitney Houston ist für Samstag im kleinen Familienrahmen geplant. Es ist noch unklar, ob der langjährige Freund Clive Davis überhaupt eingeladen ist. Ebenso gibt es derzeit auch Querelen um Bobby Brown. Diverse Familienmitglieder hätten dem Ex-Mann von Houston demnach nahegelegt, lieber nicht zur Trauerfeier zu kommen. Brown wird von vielen Kritikern für Houstons Abstieg in den Drogensumpf verantwortlich gemacht.

Von Frank Siering, Los Angeles
 
 
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