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9. April 2009, 11:03 Uhr

Vier Piraten gegen US-Kriegsschiff

Machtprobe vor der Küste Somalias. Nachdem Piraten den Frachter "Maersk Alabama" angegriffen und den Kapitän in einem Beiboot verschleppt haben, ist ein US-Zerstörer der Crew zu Hilfe geeilt. Die Besatzung der "USS Bainbridge" verhandelt mit den Seeräubern über die Freilassung der Geisel.

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Der Frachter "Maersk Alabama", hier ein Archivfoto: Die Besatzung konnte die Piraten von Bord vertreiben© Maersk

Unbeeindruckt von einem amerikanischen Kriegsschiff halten Piraten vor der Küste Somalias weiter den US-Kapitän des Containerschiffes "Maersk Alabama" in einem kleinen Rettungsboot als Geisel. Die Piraten hatten den Frachter am Mittwoch zunächst in ihre Gewalt gebracht, waren dann aber nach mehreren Stunden von der amerikanischen Besatzung von Bord vertrieben worden. Dabei gelang es den Seeräubern allerdings, Kapitän Richard Phillips in ihre Gewalt bringen und in ein Beiboot zu verschleppen.

Am frühen Donnerstag traf dann das Kriegsschiff "USS Bainbridge" ein und bezog in der Nähe des Containerschiffs und des Rettungsboots Position. Die vier Seeräuber verlangten Lösegeld für den Schiffsführer, berichtete der Zweite Maat der "Maersk Alabama" in einem Telefongespräch mit dem Nachrichtensender CNN. Ein Sprecher der Reederei Maersk betonte, nun, da der Zerstörer vor Ort sei, sei die Navy für die Verhandlungen mit den Piraten zuständig. Zuvor hatte der Maat erklärt, die Besatzung stehe mit dem Kapitän und den Seeräubern per Funk in Verbindung. "Wir bieten ihnen an, was wir können. Aber es läuft nicht so gut."

Ein Sprecher der 5. Flotte der US-Marine in Bahrain teilte mit, die "Maersk Alabama" sei um 7.30 Uhr angegriffen worden. Die Piraten hätten sie nach dem Überfall an die Küste von Eyl in Somalia manövriert. Eyl gilt als Hochburg der Seeräuber, wo mehrere gekaperte Schiffe ankern. Ein Seemann berichtete der Nachrichtenagentur AP über Satellitentelefon, die gesamte zwanzigköpfige Besatzung sei zunächst als Geisel genommen worden. Es sei ihnen aber gelungen, einen der Piraten zu überwältigen. Mit diesem Druckmittel hätten sie in Verhandlungen mit den Seeräubern schließlich erfolgreich ihre Freiheit erringen können. Offenbar gelang es ihnen aber nicht, auch die Freilassung des Kapitäns auszuhandeln.

Die Entführung des 155 Meter langen Containerschiffes war der sechste Überfall von Piraten innerhalb einer Woche vor der somalischen Küste - ungeachtet aller Sicherheitsvorkehrungen und Patrouillen internationaler Marineeinheiten. Der Vorfall habe sich 400 Meilen vor der Küste der somalischen Hauptstadt Mogadischu ereignet.

Die "Maersk Alabama" ist ein 17.000-Tonnen-Schiff. Es gehört der weltgrößten dänischen Containerschiff-Reederei Maersk. Der Reederei zufolge hatte der Frachter 400 Container mit Nahrungsmitteln an Bord, unter anderem für das UN-Welternährungsprogramm WFP. Das Schiff war im Liniendienst auf dem Weg in den kenianischen Hafen Mombasa.

Unklarheit über Lage der entführten deutschen Seeleute

Weiter ungewiss ist das Schicksal der fünf deutschen Seeleute auf dem in Hamburg registrierten Containerschiff "Hansa Stavanger". Piraten hatten das Schiff am vergangenen Samstag im Indischen Ozean, etwa 400 Seemeilen vor Somalia, in ihre Gewalt gebracht. Insgesamt befinden sich 24 Seeleute aus mehreren Nationen an Bord.

In der Hand somalischer Piraten befindet sich ferner ein französisches Paar mit einem dreijährigen Kind. Die Familie sei mit ihrer Segeljacht "Tanit" auf dem Weg nach Sansibar den Seeräubern in die Hände gefallen, berichtete das französische Fernsehen. An Bord befand sich nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Ecoterra offenbar auch ein unterwegs zugestiegenes weiteres Paar. Am vergangenen Montag wurden außerdem ein britisches und ein taiwanesisches Schiff vor der somalischen Küste entführt.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
chatahootchee (09.04.2009, 16:15 Uhr)
ODER MAN HAT
Stacheldraht um die Railing sowie, wie schon oft gesagt, ferngesteuerte Wasserkanonen. Resultat: Shark food und keine weiteren Uebergriffe. Das kostet natuerlich Geld, ist aber wesentlich weniger als ein Sack mit Loesegeld.
Blacky007 (09.04.2009, 15:59 Uhr)
@Johann58
Wenn Sie meinen Kommentar richtig gelsen hätten, hätte Ihnen auffallen müssen, dass ich extra "bewaffnete SOLDATEN" direkt auf den Handelsschiffen fordere. Dort sind sie direkt beim Geschehen. Was nützt denn die sündhaft teure Marine, wenn sie 100 Seemeilen entfernt ist? Bis die vor Ort sind, ist das Schiff zehnmal gekapert.
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Anstelle diese enormen Kosten für Marineschiffe -alleine die tausende Tonnen Diesel kosten ein Vermögen- aus Steuermitteln zu finanzieren, sollte man lieber gleich Soldaten auf jedem Schiff haben. Dies wäre für die Reedereien und für die Versicherungen, die dsieses Lösegeld bezahlen müssen, weit günstiger und vorallem effektiver.
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Wenn jeder Angriff auf ein Schiff für die Piraten nur noch tödlich endet, wird sicher bald Ruhe einkehren. Über die träge Marine lachen die Piraten doch nur, zumal die Schiffe per GPS zu orten sind und die Piraten dann ja weit genug entfernt zuschlagen können. Mit ihren kleinen Booten sind sie nun mal viel beweglicher.
Johann58 (09.04.2009, 15:47 Uhr)
@blacky007
Bewaffnet die Schiffe!? Noch mehr Waffen unter die Menschheit als gaebe es nicht schon genug. Fuer jeden Scheiss ist Geld da und wenn sich die Welt mal ausnahmsweise einigermassen einig waere, dann wuerden die Schiffe durch ausreichendes internationales Militaer geschuetzt. Wozu hat die Bundesmarine Kriegsschiffe in der Region? Um sich den Allerwertesten zu sonnen?
chatahootchee (09.04.2009, 15:24 Uhr)
SHARK FOOD
Ich hoffe -und komme mir hier Keiner mit 'ach die Armen'-, dass der Kapitaen freikommt, die "Piraten" aber nicht zu ihrem Mutterschiff zurueckkommen. Alles Hoffen nuetzt aber nicht viel, denn die Gangster sind in einer aussichtslosen Situation und haben nicht viel zu verlieren: Sitzen im Rettungsboot ohne Kraftstoff und duempeln nahe dem Kriegsschiff herum. Ich moechte hier keine Entscheidung treffen muessen, solange der Kapitaen nicht frei ist. Danach ist eine andere Story, siehe Ueberschrift.
Blacky007 (09.04.2009, 13:22 Uhr)
Bewaffnet endlich die Schiffe
ICh bin wiederholt dafür, dass man die Handelsschiffe mit bewaffneten Soldaten bestückt, die bei jeder Annäherung eines Priatenschiffes ohne Warnung das fuer eröffnen. Eine 10 köpfige Soldatentruppe auf den Schiffsreisen ist sicher allemal billiger als jedes Lösegeld.
Grautvornix1311 (09.04.2009, 12:56 Uhr)
Die Ueberschrift ...
suggeriert ein voellig falsches Bild. Nicht die boesen (weil US) Soldaten gehen gegen die guten Piraten vor, sondern die USA wehren sich gegen einen kriminellen Akt der Piraterie mit einem Werkzeug der Exekutive.
Manchmal finde ich die Artikel der - wie Herbert Wehner sich ausdrueckte - "Jurnaille" einfach zum speien
grafbyte (09.04.2009, 12:48 Uhr)
eine kuh melkt man solange es geht...
das ist wohl ein der besten geschäfte die die "piraten" da machen können in den letzten jahren.. über 80 schiffe die entführt wurde und fast alle mit geld freigekauft. .. das ist ein weites pflaster um seiner kriminelen energie freien lauf zu lassen. egal wie das nach aussen aussehen soll.
ich sehe das so dass ein neuer feind erschaffen wird.. und die leute die auf die schiffe springen und geisel nehmen sind nicht die köpfe des ganzen!
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