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26. Dezember 2009, 13:22 Uhr

Passagier wollte Airbus in die Luft sprengen

Angst an Bord eines US-Flugzeugs: Kurz vor der Landung in Detroit hat ein Nigerianer versucht, den Airbus mit knapp 300 Menschen an Bord in die Luft zu sprengen. Die USA vermuten einen Terrorakt.

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Die Maschine der Fluggesellschaft Delta Airlines wurde sofort nach der Landung evakuiert© Reuters

In den USA ist ein versuchter Terroranschlag auf ein Flugzeug verhindert worden. Ein 23-jähriger Nigerianer habe an Bord einer Airbus-Maschine von Delta-Northwest Airlines versucht, kurz vor der Landung in Detroit eine Art Sprengkörper an seinem Bein zu entzünden, teilten US-Regierungsbeamte mit. Der Täter, der Verbindungen zur Extremisten-Organisation el Kaida haben soll, sei von Passagieren und der Crew überwältigt worden. Die in Amsterdam mit 278 Passagieren gestartete Maschine habe sicher in Detroit landen können.

"Wir glauben, dies war ein versuchter Terrorakt", sagte ein Regierungsmitarbeiter, der anonym bleiben wollte. US-Präsident Barack Obama ordnete verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für Flugreisen an. Der Präsident werde weiter auf dem Laufenden gehalten, versicherte sein Sprecher Bill Burton. Obama befindet sich derzeit auf Hawaii im Weihnachtsurlaub.

Spritze sollte Sprengpulver zünden

Dem Täter war es gelungen, offenbar ein leicht entflammbares Pulver an seinem Bein versteckt an Bord zu schmuggeln. Er habe im Verhör gestanden, das Pulvergemisch mittels einer mit Chemikalien gefüllten Spritze zur Explosion bringen zu wollen, sagte der Regierungsmitarbeiter. Der Mann habe an seinem Bein Verbrennungen dritten Grades erlitten. Zwei Passagiere wurden nach Angaben der Fluggesellschaft leicht verletzt.

Nach der Landung in Detroit wurde das gesamte Gepäck der Maschine nochmals kontrolliert. Fluggäste müssten sich auf "zusätzliche Überprüfungsmaßnahmen" einstellen, um die Sicherheit auf nationalen und internationalen Flügen zu gewährleisten, erklärte das Heimatschutzministerium.

Rätsel über mögliche Hintermänner

Nach Angaben des Republikaners Peter King, der Mitglied des Heimatschutzauschusses im Repräsentantenhaus ist, war der Anschlag ziemlich ausgeklügelt. "Der Sprengsatz scheint anders gewesen zu sein als das, was wir bisher kennengelernt haben", sagte King dem Fernsehsender "Fox News". Der Nigerianer habe den Flug bereits in seiner Heimat Nigeria angetreten. Der Name des Täters, der nach Zeitungsberichten Abdul Farouk Abdulmutallab lauten soll, stand zwar nicht auf einer Flugverbotsliste. Bei der Suche in anderen Geheimdienst-Datenbanken sei der Name aber schnell aufgetaucht. Jetzt müsse herausgefunden werden, ob der Vorfall Teil eines größeren Plans gewesen sei und noch weitere Anschläge drohen könnten, sagte King.

Über die Hintergründe der Tat kursierten in amerikanischen Medien verschiedene Versionen: Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf US-Regierungsmitarbeiter, der Nigerianer habe im Verhör erklärt, dass el-Kaida-Kommandeure aus dem Jemen ihm den Sprengsatz gegeben und erläutert hätten. Der Sender NBC meldete dagegen, der Täter habe im Verhör behauptet, den Anschlag ohne Hintermänner geplant zu haben. Nach US-Fernsehberichten soll der Täter an einer Universität in London Ingenieurswissenschaften studiert haben.

Der vereitelte Anschlag weckte Erinnerungen an den sogenannten Schuhbomber Richard Reid, der vor acht Jahren bei einem Flug über dem Atlantik mit einem ähnlichen Plot gescheitert war. Der in Großbritannien geborene Reid, der sich selbst als Anhänger von el-Kaida-Chef Osama bin Laden bezeichnet hat, sitzt eine lebenslange Haftstrafe in den USA ab.

APD
 
 
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