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18. September 2007, 10:15 Uhr

Eltern dürfen in der Heimat aussagen

Die Eltern der verschwundenen Madeleine werden nicht in Portugal vernommen. Der zuständige portugiesische Richter sagte, dies könne die britische Polizei übernehmen - ein äußerst ungewöhnlicher Vorgang.

Gerry and Kate McCann in ihrem Heimatort Rothley in England.© Roy Kilcullen/AP

Eine Anklage gegen die Eltern der seit viereinhalb Monaten verschwundenen Madeleine wird nach britischen Medienberichten immer unwahrscheinlicher. Der zuständige portugiesische Richter habe es jetzt abgelehnt, Kate und Gerry McCann (beide 39) für weitere Vernehmungen zurück nach Portugal zu beordern, berichtete die britische Presseagentur PA. Es würde genügen, wenn noch offene Fragen durch die britische Polizei gestellt werden, habe Richter Pedro Daniel dos Anjos Frias erklärt.

Premierminister Brown lässt sich über den Fortgang unterrichten

Die McCanns waren am vorletzten Wochenende nach England zurückgekehrt. Kurz zuvor hatten portugiesische Ermittler sie offiziell zu Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Verschwinden ihrer dreijährigen Tochter aus der Ferienwohnung der Familie in der Algarve erklärt. Der britische Premierminister Gordon Brown sei über die Entwicklung des Falls Madeleine informiert worden, berichtete PA. Allerdings erwarteten die McCanns nicht, dass er sich einschalte.

Ein Anwalt des Ärzteehepaares erklärte, es sei bislang nicht über eventuelle Wünsche der portugiesischen Polizei nach weiteren Befragungen informiert worden. Bei der britischen Polizei hieß es nach PA-Informationen inoffiziell, es sei "sehr unüblich", dass britische Beamte Befragungen im Namen ausländischer Ermittler vornehmen. Allerdings könnten diese unter bestimmten Umständen in Großbritannien Personen im Beisein örtlicher Polizisten befragen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Casihasi (18.09.2007, 18:12 Uhr)
wenn sie die mal gemacht hätten
@mannes
wenn sie ihre Arbeit ordentlich gemacht hätten, so bestünde die Möglichkeit die Kleine zu finden.Nicht für umsonst ist der Verantwortliche jetzt daran gescheitert. alles viel zu spät veranlasst, zeugenaussagen und zwar wichtigen!!!keinen Wert beigemessen, vor Jahren schon an genau den selben Punkten versagt.Ich hoffe Maddie wird gefunden, obwohl ich behaupte, dass niemand sie erkennen würde, selbst wenn sie bei mir auf dem Schoß sitzen würde - ich kann nicht sagen:"ich erkenne sie auf jeden Fall", von daher glaube ich auch nicht, dass sie für Entführer "unbrauchbar" ist. Die Eltern haben nichts gemacht, was nicht Millionen anderer sehr guter Eltern auch schon getan haben.
Mannes (18.09.2007, 13:19 Uhr)
entschuldigen?
Wofür?dass er seinen Job gemacht hat?
Anemone (18.09.2007, 12:37 Uhr)
Es ist an der Zeit,
daß der zustaendige portugiesische Richter sich bei der Familie McCann entschuldigt! Das ist das das Wenigste, das er tun sollte!
sachsenwini (18.09.2007, 12:36 Uhr)
Es gleicht sich gegenseitig aus
Das gleicht sich ja wieder dadurch aus, dass die Türkei eine Nachrichtensperre verhängt während uns Portugal mit Nachrichten überhäuft.
Zum anderen kerkert die Türkei einen Verdächtigen erst einmal ein und sucht dann krampfhaft nach Beweisen, die für seine Schuld sprechen.
Portugal dagegen erwähnt jeden Tag neue Beweise und lässt die Verdächtigen ausreisen.
Euridike (18.09.2007, 12:06 Uhr)
Si tacuisses philosophus mansisses...
Populistische Gerichtsschelte führt nicht weiter. Man sollte - im Interesse der Wahrheitsfindung - aber besser die Berichterstattung einengen.
sachsenwini (18.09.2007, 11:47 Uhr)
Quod licet Iovi, non licet bovi

Während einem deutschen Angeklagten in der Türkei die primitivsten Rechte verwehrt sind, werden den britischen Verdächtigen von portugiesischen Behörden großzügig Sonderrechte eingeräumt.
Das sagt viel über das Rechtsempfinden des jeweiligen Staates aus.
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