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6. April 2009, 12:37 Uhr

Tote Schüler werden obduziert

Die Ermittlungen um den Tod dreier Lübecker Schüler, die sich in der Türkei mit gepanschtem Alkohol vergiftet hatten, werden ausgeweitet. Die Leichen der beiden am Wochenende gestorben Jugendlichen sollen obduziert werden, um die exakte Todesursache zu ermitteln.

Alkoholmissbrauch, Jugendliche, Türkei, Lübeck, Krankenhaus

Trauer um die verstorbenen Mitschüler: Improvisierte Gedenkstätte im Lübecker Bildungszentrum Mortzfeld© Heribert Pröpper/AP

Nach dem Tod von zwei weiteren Schülern des Lübecker Bildungszentrums Mortzfeld durch gepanschten Alkohol hat die Staatsanwaltschaft in der Hansestadt ihre Ermittlungen ausgeweitet. Die Behörde habe die Obduktion der beiden jungen Männer angeordnet und ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, sagte ein Sprecher der Behörde am Montag. Die 17 und 19 Jahre alten Schüler, die nach einer Feier im türkischen Ferienort Kemer vor zwölf Tagen ins Koma gefallen waren, starben am Samstag auf einer Intensivstation der Lübecker Uniklinik. Ein 21 Jahre alter Mitschüler war bereits in der Türkei an einer Methanolvergiftung gestorben.

Wie die Klinik mitteilte, hätten die Ärzte bei dem 17-Jährigen und seinem zwei Jahre älteren Freund schwerste Hirnschädigungen und einen nicht umkehrbaren Ausfall aller Hirnfunktionen festgestellt. Daraufhin sei bei beiden der Hirntod festgestellt worden. Die beiden jungen Männer waren am Donnerstag auf Wunsch ihrer Angehörigen mit einem Ambulanzflugzeug von Antalya nach Lübeck verlegt worden.

Suche nach genauer Todesursache

"Die genaue Todesursache kennen wir noch nicht, deshalb haben wir die Obduktion veranlasst", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das Ermittlungsverfahren zum Tod der beiden Schüler soll nach seinen Angaben mit den bereits laufenden Ermittlungen zum Tod des 21-Jährigen zusammengeführt werden.

"Wir müssen jetzt prüfen, was wir von hier aus aufklären können, denn das eigentliche Geschehen hat sich ja in der Türkei zugetragen", sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde. Die Staatsanwaltschaft im türkischen Küstenort Kemer wollte sich dagegen nicht öffentlich äußern. Der zuständige Ankläger stehe für ein Gespräch nicht zur Verfügung, teilte sein Büro am Montag mit. Die Ermittlungen würden nicht öffentlich geführt.

Die Jugendlichen gehörten zu einer Schülergruppe des Lübecker Bildungszentrums Mortzfeld, die auf Klassenreise in der Türkei war. Insgesamt waren sieben Schüler erkrankt, nachdem sie von dem angeblich im Hotel gekauften Alkohol getrunken hatten.

Verdacht auf unterlassene Hilfeleistung

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte berichtet, dass der 21-jährige Rafael N. nach Erkenntnissen türkischer Ermittler fast 20 Stunden in seinem Bett gelegen habe, bevor seine Zimmertür geöffnet wurde. Der Rechtsanwalt der Eltern, die Anzeige gegen Unbekannt erstattet haben, halte es daher für entscheidend, den genauen Todeszeitpunkt zu ermitteln. Sollte Rafael N. erst kurz vor seinem Auffinden gestorben sein, mutmaße Anwalt Frank-Eckhard Brand, hätte man ihm vielleicht noch helfen können. Der Lehrer, der die Gruppe begleitete, sei nach Ermittlerangaben im Besitz eines Generalschlüssels für die Hotelzimmer der Schüler gewesen. "Es wird zu klären sein, ob Dritte an dem Geschehen Mitverantwortung tragen", sagte Brand.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
Eisenbaer (06.04.2009, 18:00 Uhr)
Wenn man sich auf die Fakten konzentriert....
...dann steht allein fest, dass sich die jungen Erwachsenen, nachdem Ihnen Lehrer und Hotelleitung den Genuss des Rauschmittels verboten hatten, auf einem "anderen Weg" etwas Besorgt hatten, dass sie für Alkohol hielten und das sich in einer Flasche befand, die sie für ein Behältnis von Trinkalkohol ansahen.

Nun wissen wenigstens aber die Erwachsenen unter uns, dass in manchen Flaschen nicht immer das drin ist, was draufsteht. So kann z.B. auch schon mal Brennspiritus in einer "privat recycelten" Schnapsflasche enthalten sein. Das ist solange gut, solange sich kein Fremder an der Flasche vergreift. Und wenn dann doch ein Fremder... nun, der macht so etwas schwerlich ein zweites Mal.

Methylalkohol findet auch als Kraftstoff(zusatz) Verwendung. Er entsteht aber auch beim Schnapsbrennen, wenn das Erzeugnis anschließend nicht sorgfältig destilliert und gefiltert wird. Vorausgesetzt, der gebrannte Alkohol soll dem menschlichen Verzehr dienen und nicht der Reinigung von Kleidung oder als Grundprodukt um etwas anderes herzustellen...

Ich kann desweiteren irgendwie nicht ganz glauben, dass sich die jungen Herren fließend der türkischen Sprache bedienen konnten, als sie ihr Destillat bei irgendjemanden erwarben, wenn sie es denn erwarben und nicht unbedarft zu einer angeblichen Flasche mit Trinkalkohol griffen, die ihnen quasi "über den Weg lief". Denn zu dem, was bis jetzt fest steht gehört auch, dass sich die Aussagen der Herren erst nach und nach angeglichen haben. Zu Anfang hörte man sozusagen von 7 Beteiligten 7 widersprüchliche Schilderungen, bis man sich letztendlich auf den "Großen Unbekannten" einigte.

Und dieser "Große Unbekannte" ist in der Regel nur ein (weiteres) Indiz dafür, dass an der ganzen Erzählung etwas nicht stimmt.
blubbl (06.04.2009, 17:42 Uhr)
Billigfusel
Echt traurig das junge menschen "höchstwahrscheinlich" wegen billigen Schnaps sterben mussten.
Aber dem Lehrer eine Lebenslange mitschuld geben wollen ist unter aller Sau!
Es waren schließlich keine Kinder mehr!
shine (06.04.2009, 17:03 Uhr)
re: Warnhinweise vom Bundesaussenministerium
@msjones777 (6.4.2009, 16:41 Uhr)
>> Sind wir deutschen Touristen eigentlich weniger wert
>> als die Interessen von irgndwelchen gewissenlosen türkischen Hoteliers??
Wieso sind Sie sich schon sicher, daß der "gewissenlose Hotelier" schuld ist? Die Schuldfrage ist noch garnicht geklärt! Was ist bisher aus den Berichten lesen konnte, hat der Lehrer und die Hotelleitung den Jugendlichgen ein Alkoholverbot erteilt. Die habens ich dann wohl anderweitig eingedeckt. Also erstmal abwarten was rauskommt.
msjones777 (06.04.2009, 16:41 Uhr)
Warnhinweise vom Bundesaussenministerium
Warum gab es keinerlei Warnhinweise von diesem Ministerium. Sind wir deutschen Touristen eigentlich weniger wert als die Interessen von irgndwelchen gewissenlosen türkischen Hoteliers??
confused (06.04.2009, 16:17 Uhr)
was für ein Schwachsinn
@leobissinger,@Motzerator
erstmal DANKE sie schreiben was ich Denke,wenigstens zwei klare realitätsnahe gedanken.......
desweiteren @det_lef egal mit was man "experimentiert" man sollte wissen womit man experimentiert. Weiterhin, seit wann ist Speed und Alkohol eine tödliche Mischung det_lef ?(abgesehen das nirgendwo etwas von Speed steht, haben sie etwa zuviel davon genommen das sie so etwas verwirrtes hier Posten ?) denn bei dieser Kombination spielt man nicht mit seinem Leben daher ist das was sie da schreiben völliger Quatsch. ...... Was ich finde ist wieso das so aufgebauscht wird, so ein Wirbel darum gemacht ? Denn eines steht doch sowieso schon jetzt fest, das ganze passierte in der Türkei, entweder wird irgendeiner angeklagt und Verurteilt damit man einen Verurteilten hat um uns zu zeigen wir tun was hier bei uns in der Türkei oder es wird sowieso aus irgendwelchen Gründen untergehen. Rauskommen wird absolut nichts dabei denn es ist nicht ein Land in der EU sondern handelt sich um die Türkei wo es geschah.
det_lef (06.04.2009, 15:45 Uhr)
Speed in Verbindung mit Alkohol
Die können zum Glück sagen, dass die nicht in der Türkei wegen Drogenbesitzes festgehalten werden.
Wer mit Speed & Alkohol experimentiert, spielt mit seinem Leben!
leobissinger (06.04.2009, 15:33 Uhr)
der tod der schüler ist schrecklich...
...aber den generalverdacht auf ein ganzes land zu legen ist widerlich.
Das Thema ist hier wie immer auch: Wieso glaubt man, Gaudi und Spaß nur mit (unmengen) von alk haben zu können ?
Weil hier Methyl- statt Äthly-Alkohol verkauft wurde ist es für mich ganz klar ein Mord(-versuch), aber -
nicht die Türkei steht am Pranger, sondern irgendein gewissenloser Mensch.
Siffhirn (06.04.2009, 15:29 Uhr)
Unglaublich
Also erst mal sind doch mittlerweile 3 Jugendliche gestorben, oder?
Es ist wirklich erschreckend, hier wurden Menschen bewußt vergiftet.
Sollte ich nochmal Urlaub in der Türkei machen, werd ich sicherlich keinen Tropfen Alkohol mehr anrühren!
provocateur (06.04.2009, 15:17 Uhr)
@Twister...
Ich habe Vorurteile und das ist auch gut so.
twister34 (06.04.2009, 15:07 Uhr)
Die Todesursache...
... ist noch nicht klar. An dem Abend hat jeder von dem Raki getrunken, nur die zwei sind gestorben. Es ist jetzt noch falsch, die Türkei als unsicher zu bezeichnen. Man sollte seine Vorurteile lieber noch aus dem Spiel lassen.
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