Mord mit Fentanyl
Er stirbt, sie schreibt ein Kinderbuch über Trauer – aber vergiftete ihn selbst

Kouri Richins vor Gericht
Kouri Richins mischte ihrem Mann Fentanyl ins Getränk – dann schrieb sie ein Kinderbuch über ihn. Jetzt wurde sie zu lebenslanger Haft verurteilt
© Trent Nelson/Pool / REUTERS

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Kouri Richins vergiftete ihren Mann und schrieb ein Kinderbuch über Trauer nach dessen Tod. Jetzt muss sie für den Mord an ihm lebenslang ins Gefängnis.

Die Kinderbuchautorin und dreifache Mutter Kouri Richins ist im US-Bundesstaat Utah zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt worden – wegen Mordes an ihrem Ehemann. Das entschied ein Richter am Mittwoch, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete.

Die 36-Jährige wurde im März wegen Mordes verurteilt, weil sie 2022 ihrem Mann Eric Richins eine tödliche Dosis Fentanyl in seinen Cocktail mischte. Eine Jury sprach sie auch in vier weiteren Anklagepunkten schuldig, darunter Versicherungsbetrug, Urkundenfälschung und versuchter Mord. Sie hatte Wochen zuvor am Valentinstag versucht, ihn mit einem Fentanyl-präparierten Sandwich zu vergiften. Die Geschworenen berieten drei Stunden, bevor sie Richins in allen Punkten schuldig sprachen.

Richter Richard Mrazik erklärte, Richins sei „zu gefährlich, um jemals freizukommen“, als er das Urteil an dem Tag verkündete, an dem ihr Mann 44 Jahre alt geworden wäre. Ihre Anwälte kündigten Berufung an. Richins bestreitet die Vorwürfe weiterhin.

Das Buch von Kouri Richins wird zum Indiz

Der Fall fesselte Krimi-Fans. Richins veröffentlichte „Are You With Me?“ im Selbstverlag – ein Bilderbuch über einen Vater mit Engelsflügeln, der über seinen Sohn wacht. Sie widmete es „meinem großartigen Ehemann und wunderbaren Vater“. Der leitende Ermittler sagte aus, Richins habe eine Ghostwriting-Agentur beauftragt, das Buch zu verfassen. Für die Staatsanwaltschaft wurde das Buch zum wichtigsten Indiz. Die Polizei nahm sie 2023 fest.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, Richins, eine Immobilienmaklerin mit Hausrenovierungsfirma, habe Millionen Schulden gehabt und wollte mit einem anderen Mann zusammenleben. Ohne Wissen ihres Mannes habe sie mehrere Lebensversicherungen auf ihn abgeschlossen und fälschlicherweise geglaubt, sie würde nach seinem Tod sein Vermögen von mehr als vier Millionen Dollar erben.

Auch ihr Suchverlauf belastete sie: Auf ihrem Handy fanden Ermittler Anfragen zur tödlichen Dosis von Fentanyl, zu Luxusgefängnissen und dazu, wie man eine Vergiftung in einer Sterbeurkunde verschleiert.

Kinder sagen, sie hätten Angst vor der Mutter

Während des Prozesses wurden Briefe der drei Söhne Richins verlesen. Alle erklärten, sie fühlten sich unsicher bei dem Gedanken, ihre Mutter könnte aus dem Gefängnis freikommen. „Du hast mir meinen Vater weggenommen, nur aus Gier, und du hast dich nur um dich selbst und deine dummen Freunde gekümmert“, sagte ihr elfjähriger Sohn.

Richins, in Handschellen, wandte sich an ihre Kinder: „Ich werde euch niemals eure Gefühle übel nehmen“, sagte sie. Sie betonte, sie habe jahrelang versucht, Kontakt zu ihnen aufzunehmen. „Ihr seid alles, was mir wichtig ist, Jungs.“ Sie forderte sie auf, einander zu beschützen. „Seid wie euer Vater“, sagte sie unter Tränen, wie NBC berichtete.

Richins erklärte, sie stehe „immer noch unter Schock“ und könne nicht glauben, dass sie verurteilt wurde. „Ich werde nicht für etwas verantwortlich gemacht, das ich nicht getan habe.“

rw

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