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21. November 2011, 09:34 Uhr

Mutter warf Neugeborenes lebend aus dem Fenster

Nach dem Fund eines toten Neugeborenen im Hof eines Berliner Wohnblocks hatte eine Blutspur die Polizei zu einer Familie geführt. Zunächst stand vor allem ein polizeibekannter Mann unter Verdacht, doch nun hat die Mutter ein Geständnis abgelegt.

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In diesem Berliner Innenhof ist der tote Junge gefunden worden. Polizisten sicherten am Sonntag unter Beobachtung der Nachbarn die Spuren© Florian Schuh/DPA

Der schreckliche Tod eines Neugeborenen in Berlin-Charlottenburg ist offenbar aufgeklärt: Die Mutter des toten Babys hat gestanden, den Säugling aus dem 5. Stock geworfen zu haben. Der nur wenige Stunden alte Junge kam durch den Sturz ums Leben, sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Die Frau soll demnach das Kind am Samstagabend in ihrer Wohnung geboren und ihn dann noch lebend aus dem Fenster geworfen haben. Am Sonntagmorgen entdeckte ein Anwohner das Kind etwa zehn Stunden nach der Geburt leblos im Hof.

Blutspuren führten in die Wohnung, die dann von einem Spezialeinsatzkommando gestürmt wurde. Die Gründe für die Tat sind noch nicht vollständig geklärt, sagte ein Polizeisprecher. Gerüchte, wonach Drogen eine Rolle gespielt haben könnten, wies die Polizei am Montag als falsch zurück. Medienberichten zufolge hatte die Frau vor zwei Jahren ein Kind geboren und es zur Adoption freigegeben.

Ähnliche Fälle in Berlin und Hamburg

Zunächst war der Lebensgefährte der Frau unter Verdacht geraten: Der 44-Jährige ist der Polizei als Gewalttäter bekannt, kam aber jetzt - ebenso wie die 15-jährige Tochter der Frau - wieder auf freien Fuß.

Im Dezember 2010 hatte eine junge Frau ihr Neugeborenes aus dem Fenster ihrer Berliner Wohnung in den verschneiten Hinterhof geworfen. Das Kind starb kurz darauf an Unterkühlung. Die Frau wurde im Juni 2011 vom Berliner Landgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

In Hamburg war 2007 ein neugeborenes Mädchen aus dem zehnten Stock eines Hochhauses geworfen worden und gestorben. Die damals 26 Jahre alte Mutter beschuldigte zunächst ihren 23 Jahre alten Freund, geriet dann aber selbst unter Verdacht, ihre Tochter in einer Plastiktüte vom Balkon geworfen zu haben. Das Hamburger Landgericht verurteilte sie zu drei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe. Die Frau habe "in einem körperlichen und seelischen Ausnahmezustand" gehandelt, urteilte der Richter.

fw/DPA
 
 
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