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13. März 2010, 09:03 Uhr

"Hanna-Granata" mit 81 Jahren verstoben

Am Freitag starb Hanna-Renate Laurien im Alter von 81 Jahren in Berlin. Dei ehemalige Schulsenatorin (CDU) war vor allem für ihren Kampfgeist und Wortwitz bekannt.

Für viele Berliner war sie einfach "Hanna- Granata". Wo die resolute und temperamentvolle damalige Schulsenatorin (CDU) in den 80er Jahren auftrat, war es spannend, lagen Kampfgeist und Wortwitz in der Luft. Am Freitag starb Hanna- Renate Laurien im Alter von 81 Jahren in Berlin.

Die überzeugte Katholikin engagierte sich vor allem für die sozial Schwachen und Benachteiligten. Ihre Durchsetzungskraft und Schlagfertigkeit trugen ihr deshalb den anerkennenden Spitznamen "Hanna-Granata" ein. Respekt und Ansehen erwarb sich Laurien auch bei politisch Andersdenkenden - nicht zuletzt wegen ihres beharrlichen Eintretens für den eigenen Standpunkt, selbst wenn er von der CDU- Linie abwich. "In zentralen, lebenswichtigen Fragen muss ein Bündnis der Vernünftigen möglich sein", beschrieb sie ihre Haltung.

Antrieb all ihren Handelns war der christliche Glaube, in dem sie tief verwurzelt war. 1928 in Danzig geboren, wuchs sie in einem protestantischen Elternhaus auf und konvertierte mit 23 Jahren zum Katholizismus. Ihre berufliche Karriere begann die promovierte Germanistin und Philosophin Anfang der 50er Jahre im höheren Schuldienst in Nordrhein-Westfalen. Der CDU trat sie 1966 bei.

Die kompetente Pädagogin wurde 1971 als Staatssekretärin ins Kultusministerium nach Rheinland-Pfalz berufen und stieg fünf Jahre später zur Kultusministerin auf. 1981 wechselte die CDU-Politikerin nach Berlin. Sie übernahm im CDU-Minderheitssenat unter Richard von Weizsäcker das Ressort Schule, Jugend und Sport.

Als eine der ersten Frauen in solchen politischen Spitzenämter konkurrierte die Junggesellin 1983 mit Eberhard Diepgen um das Amt des Regierenden Bürgermeisters, der sich jedoch durchsetzte. Sie blieb bis zur Wahlniederlage der CDU/FDP-Koalition 1989 Schulsenatorin und Stellvertreterin Diepgens.

Zum Abschluss ihrer aktiven politischen Laufbahn wurde Laurien 1991 als erste Frau in das Präsidentenamt des Berliner Abgeordnetenhauses gewählt. Dort führte sie ein strenges Regiment, das jedoch von Freund und Gegner anerkannt wurde. "Gegen meine Schulhof-Stimme kommen Sie doch nicht an", brachte sie lautstarke Zwischenrufer zur Räson. Daneben engagierte sie sich in katholischen Gremien wie dem Diözesanrat im Bistum Berlin und im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

Kirsten Baukhage und Margret Scholtyssek, DPA
 
 
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