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29. Januar 2012, 19:47 Uhr

Krisenstab rechnet mit einem Jahr für die Bergung

Die "Costa Concordia" liegt wie ein Mahnmal für die Unzulänglichkeit des Menschen vor der Insel Giglio, und das vermutlich noch eine ganze Weile. Nach Angaben des Krisenstabes kann es bis zu einem Jahr dauern, bis das Wrack geborgen wird.

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Der gekenterte Stahlkoloss vor der italienischen Insel Giglio. Vögel kreisen über dem Wrack© Darrin Zammit Lupi/Reuters

Bis das Wrack des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" vor der italienischen Küste gehoben wird, kann nach Einschätzung des italienischen Krisenstabes bis zu ein Jahr vergehen. Zunächst müsse der Auftrag vergeben werden und das ausgewählte Unternehmen einen Plan ausarbeiten, sagte der Leiter des Stabes, Franco Gabrielli, am Sonntag. Allein dies werde rund zwei Monate dauern. Für die Bergung der "Costa Concordia" veranschlagte er weitere "sieben bis zehn Monate" - je nach Wetterlage und Wellengang.

Zunächst werde jedoch die Suche nach den Vermissten fortgesetzt, betonte Gabrielli. Es sei "ein Gebot der Moral", dass alle Leichen den Angehörigen übergeben würden. Der Verantwortliche für die Bergungsaktion machte dabei einen klaren Unterschied zwischen der Suche nach Lebenden und nach Toten. Wenn er hinter einer verschlossenen Tür einen lebenden Menschen vermute, treibe er zu einem Vorgehen bis an die Grenzen an. Es gehe aber auch darum, an das Leben der Bergungskräfte zu denken. Vermute er hinter der Tür einen Toten, schütze er im Zweifelsfall den Helfer.

"Jetzt bleibt das Ziel, einen Umweltnotstand zu verhindern"

Am Sonntag mussten die Taucher ihre Arbeit erneut unterbrechen, nachdem sich das Wrack in der Nacht wegen starken Windes und hoher Wellen verschoben hatte. Gabrielli versicherte, die Bewegungen der "Costa Concordia" seien durch "Ebbe und Wellen" bedingt, sie rutsche nicht in tieferes Gewässer ab. Wegen des hohen Wellengangs waren bereits am Samstag die Vorbereitungen zum Abpumpen des Treibstoffs unterbrochen worden.

Neben der Suche nach den Vermissten rückt die Bergung des Öls an Bord des Luxusliners immer mehr in den Fokus: "Erst ging es darum, Leben zu retten, jetzt bleibt uns das Ziel, einen Umweltnotstand zu verhindern", zitiert die italienische Nachrichtenagentur Ansa Gabrielli. In den Tanks der gekenterten "Costa Concordia" lagern etwa 2300 Tonnen Treibstoff, überwiegend gefährliches Schweröl, das noch nicht abgepumpt werden kann.

Die "Costa Concordia" war am Abend des 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der toskanischen Insel Giglio havariert. Bislang wurden 17 Tote geborgen, 16 Menschen gelten noch als vermisst.

mad/DPA/AFP
 
 
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